Stahlgerüst sichert Südstraßen-Fassaden

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Von dem Stahlgerüst führen Querstreben in das Gebäude; an diesen werden die Holzbalken befestigt. Holzkeile sorgen dann für festen Halt der Fassade.

HAMM-MITTE ▪ Horten, VHS, alte Feuerwache, Stadtbad – zahlreiche stadtbildprägende Bauten im Bezirk wurden beziehungsweise werden zurzeit abgerissen. Unter ihnen ist das Gebäude-Ensemble an der Südstraße, wo das Gesundheitszentrum „Medicum am St. Marien-Hospital“ entstehen soll.

Mit den historischen Fassaden bleibt in diesem Fall allerdings ein Teil der alten Bausubstanz erhalten. Die Firma Hesemann aus Stadtland bei Bremerhaven ist damit beschäftigt, die Mauern, hinter denen neu gebaut wird, zu sichern. Die schwierigste Aufgabe steht noch bevor: das behutsame Trennen der Fronten vom Rest der Gebäude. Wie viel Handarbeit damit verbunden sei, hängt laut Bauleiter Thomas Rebenstorff von der Verankerung der Decken ab.

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Stahlgerüst sichert Südstraßen Fassade

Stahlgerüst sichert Südstraßen Fassade

Zur Sicherung der Fassaden wurden bereits in der vergangenen Woche neun Einzelfundamente auf den Gehweg der Südstraße aufbetoniert. Darauf errichteten die Arbeiter Stahlstützen. An dieses Konstruktion werden derzeit waagerecht Holzbalken außen sowie im Innern der Gebäude angebracht, jeweils paarweise auf gleicher Höhe. In einem weiteren Schritt schlagen die Arbeiter Holzkeile zwischen die Balken und das Mauerwerk, so dass die Wände weder in die eine noch in die andere Richtung umstürzen können. Am kommenden Montag wird sich ein Prüfstatiker die Konstruktion ansehen. Wenn er sein Okay gibt, kann mit dem Abriss der rückwärtigen Gebäudeteile begonnen werden. „Dabei werden wir ganz langsam von oben nach unten vorgehen“, verdeutlicht Rebenstorff. Zwar sei ein Bagger im Einsatz, an vielen Stellen werde aber mit dem Steinmeißel-Hammer gearbeitet werden müssen.

Die Stahlkonstruktion mit rund 15 Tonnen Gewicht steht vor den drei Häusern Südstraße 14, 16 und 18; es wurde in der Werkstatt vormontiert, so dass es nur noch verschraubt werden musste. Das nördliche Eckgebäude des Ensembles, in dem sich einst die Gaststätte Meilenstein befand, bleibt komplett erhalten und wird restauriert.

Bei der Entkernung der Gebäude gab es laut Rebenstorff keine Überraschungen – bis auf ein Klavier, das noch in einer Ecke stand. Die Dach-stühle samt der Gauben können demnach nicht mehr restauriert und müssen komplett rekonstruiert werden.

Je nach Baufortschritt können die Holzbalken wieder abmontiert werden. Die Fassaden werden mit Edelstahl- ankern am Neubau befestigt. Am nächsten Mittwoch soll der erste Spatenstich fürs Medicum gesetzt werden. ▪ jm

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