Städtischer Schottergarten des Grauens vor Sparkasse

Einen Schottergarten hat die Stadt vor der Sparkasse an der Hohenhöveler Straße in Hamm Bockum-Hövel angelegt und handelt damit gegen eigene Grundsätze.
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Einen Schottergarten hat die Stadt vor der Sparkasse an der Hohenhöveler Straße angelegt und handelt damit gegen eigene Grundsätze.

Eigentlich sollte die Stadt ja Vorbild sein bei der Gestaltung und Pflege der eigenen Flächen. Doch manchmal gibt es dabei einen Zielkonflikt zwischen Sauberkeit und Ordnung versus Natur und Biodiversität.

Bockum-Hövel – Beispiel gefällig? Die Schotterfläche vor der Sparkasse an der Ecke Hohenhöveler Straße/Eichstedtstraße. Sie ist ein anschaulicher Musterfall für die „Gärten des Grauens“, die in den Bebauungsplänen für neue Siedlungen inzwischen ausdrücklich verboten sind.

Weil sich die Fläche vor der Sparkasse befindet, lag die Vermutung nahe, dass sie auch von dem Geldinstitut angelegt wurde und gepflegt wird. Auf Anfrage unserer Zeitung stellt die Sparkasse jedoch zunächst einmal fest, dass sie nicht Eigentümer des Grundstücks sei. Vielmehr verweist sie darauf, dass sie in der jetzigen Form vor einigen Jahren wegen vermehrter Vermüllung an dieser Stelle angelegt worden sei. Das Müllproblem habe sich mit der jetzigen Bausituation vermindert. „Wir werden aber dennoch mit dem Eigentümer sprechen, ob eine grünere Gestaltung, die wir begrüßen würden, möglich ist“, teilt Sparkassensprecher Philipp Schönenberg mit. Zudem streicht er auch heraus, dass der Sparkasse die Umwelt wichtig sei. „Deshalb haben wir gerade bei unseren Geschäftsstellen-Neubauten in den vergangenen Jahren in Werries und Rhynern großen Wert auf begrünte Flächen gelegt“, so Schönenberg.

Schottergarten gegen Müllproblem

Auf Anfrage bestätigt die Verwaltung, Eigentümer zu sein und dass sich durch die Gestaltung als Schottergarten das Müllproblem erledigt habe. Die Flächengestaltung sei über mehrere Jahre in allseitigem Einvernehmen in einwandfreiem Zustand gewesen, so Stadtsprecher Lukas Huster. Doch jetzt sei die Sparkasse – nicht zuletzt wohl auf Anfrage oder Anregung eines Bürgers – auf die Verwaltung zugekommen, um die Möglichkeit einer grüneren Gestaltung zu erörtern. Auch einzelne Bürger hätten sich zwischenzeitlich diesbezüglich bei der Verwaltung gemeldet.

Und Huster macht auf eingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten an dieser Stelle aufmerksam: Schattenwurf und Wurzeldruck der Bäume verhinderten die erfolgversprechende Anlage einer Blühwiese oder eine Bepflanzung mit Pflanzen, die verlässliche Sonneneinstrahlung und viel Wasser benötigten. Auch das habe in die damalige Entscheidung zur aktuellen Gestaltung hineingespielt. Eine ansprechende grüne Gestaltung wäre nur in Verbindung mit erheblichem zusätzlichen Pflegeaufwand möglich. Der sei durch die Grünflächenunterhaltung nicht zu leisten. Huster weist darauf hin, dass die Verwaltung auch vor diesem Hintergrund stadtweit an geeigneten Stellen Streuobst- und Blühwiesen angelegt habe und weiterhin anlege. Diese böten einen ökologischen sowie gestalterischen Mehrwert. Gleichzeitig erhöhten sie den Pflegeaufwand der Grünflächenunterhaltung.

Suche nach einem Pflegepaten

Huster sichert aber zu, die Verwaltung werde im Gespräch mit der Sparkasse nach einer Lösung suchen, wie das Beet auch zukünftig zur allgemeinen Zufriedenheit grüner gestaltet werden könne. Denkbar sei auch eine Patenschaft, sodass die Pflege nicht (ausschließlich) bei der Grünflächenunterhaltung verbleibe. „Das ist aber nur eine von mehreren Möglichkeiten, die wir eruieren werden“, so Huster.

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