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Stadtwerke Hamm steigen ins Müllgeschäft ein

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Die Stadtwerke wollen ins Stadtreinigungsgeschäft einsteigen. © Mroß

HAMM - Die Stadtwerke Hamm wollen in das Müllgeschäft einsteigen. Geplant ist eine enge Verzahnung mit dem Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb Hamm (ASH). Außerdem wollen sie drei städtische Parkhäuser übernehmen und Eigentümerin der gesamten städtischen Straßenbeleuchtung werden.

Im Kern zielt das Maßnahmenpaket auf eine Vollauslastung der Hammer Müllverbrennungsanlage (MVA) nach dem Jahr 2017, wenn die jetzt gültigen Verträge über Liefermengen von Hausmüll auslaufen. „Die MVA ist ein sehr bedeutendes Projekt für uns“, erläuterte Stadtwerkegeschäftsführer Jörg Hegemann am Montag.

Die MVA liefert einen Anteil von 15 Prozent der gesamten heute in Hamm benötigten Strommenge. Diese Kapazität reiche für die Versorgung von etwa 3000 Haushalten. Außerdem produziere die MVA auch Fernwärme für 1900 Kunden zu einem wettbewerbsfähigem Preis, so Hegemann. Ein zusätzlicher Nebeneffekt: Gegenüber den alten, inzwischen abgeschalteten Blockheizkraftwerken würden so 20 000 Tonnen CO2 eingespart.

Um den Anteil der MVA an der Stromerzeugung halten zu können, sei auch in Zukunft eine Vollauslastung der Anlage notwendig, so Hegemann. Doch im heutigen Verbund von Hamm, Kreis Unna und Dortmund werde künftig nicht mehr genug Hausmüll anfallen, um die Anlage auf Volllast zu fahren. „Wir wollen unsere Kontakte frühzeitig dazu nutzen, um die dann fehlenden Mengen durch gewerblichen Abfall zu ersetzen“, erläuterte Hegemann seine Strategie. Änderungen an dem Katalog der Stoffe, die in der MVA verbrannt werden dürfen, seien nicht geplant, versicherte der Stadtwerke-Chef.

Für die Hammer Bürger bleibt alles beim Alten: Die Gebühren würden weiterhin durch die Stadt erhoben, so Hegemann. Auch die 170 Mitarbeiter des ASH sollen bei dem städtischen Eigenbetrieb verbleiben. Lediglich ASH-Geschäftsführer Reinhard Bartsch soll mit den Stadtwerken einen neuen Arbeitgeber bekommen.

Synergien sollen sich langfristig aber durch die Übernahme des ASH-Fuhrparks ergeben. Die gesamte Flotte, die 280 Kraftfahrzeuge umfasst, sollen unter die Regie der Stadtwerke, die bei den Verkehrsbetrieben eine eigene Werkstatt betreiben.

Die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke sollen auch eine weitere Aufgabe übertragen bekommen und den Betrieb der drei Parkhäuser der Stadt Hamm – Kleist-Forum, Bahnhofsausgang West und Brüderstraße – übernehmen. Durch die Anbidung an die Leitstelle der Verkehrsbetriebe würden sich Einspareffekte erzielen lassen. Die Stadtwerke wollen dazu die drei Tiefgaragen anpachten. Die Stadt würde dadurch auch von einem jährlichen Defizit in Höhe von 80 000 Euro entlastet, sagte Hegemann. - dfb

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