Geschäftsbilanz 2020

Stadtwerke: Rekordumsatz in Hamm trotz Corona-Pandemie

Stadtwerke-Geschäftsführer Jörg Hegemann und Reinhard Bartsch.
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Stadtwerke-Geschäftsführer Jörg Hegemann und Reinhard Bartsch.

Die Stadtwerke Hamm haben im Geschäftsjahr 2020 trotz der Corona-Pandemie mit Rekord-Umsatz und positivem Ergebnis abgeschlossen.

Hamm - Während es bei Bädern und Bussen deutliche Einbußen gab, verzeichnete das Unternehmen deutliche Zuwächse beim Verkauf von Strom und Erdgas, besonders außerhalb Hamms.

Geschäftsführer Jörg Hegemann sprach bei der Bilanzvorstellung am Donnerstag von einem „guten Jahresergebnis“. Die Stadtwerke setzten 2020 demnach 313,3 Millionen Euro um. Sie steigerten den Umsatz gegenüber 2019 damit um 21 Millionen Euro und durchbrachen erstmals die 300-Millionen-Euro-Marke. Das Jahresergebnis fiel mit 2,5 Millionen Euro zwar geringer als 2019 aus (7,4 Millionen Euro), gilt aufgrund der Pandemie aber als erfreulich.

Strom-Umsatz steigt um fünf Prozent

Verdient haben die Stadtwerke vor allem im Energiesektor. Allein 181,4 Millionen Euro wurden mit Strom umgesetzt. Das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Während das Geschäft in Hamm konstant blieb, gab es außerhalb der Stadt ein Plus von 18 Prozent. Ähnliches gilt für Erdgas: Plus zwei Prozent in Hamm, plus zwölf Prozent außerhalb. Hegemann sprach vom Homeoffice-Effekt; wer zuhause ist, verbraucht dort auch mehr Energie.

Die aktuellen Preise stufte Hegemann als kundenfreundlich ein; unter den Stadtwerken in Nordrhein-Westfalen sei Hamm durchschnittlich am günstigsten. Die Stadtwerke hatten ihre Tarife zuletzt am 1. April erhöht; die weitere Preisentwicklung zu prognostizieren, so Hegemann, gleiche einem „Blick in die Glaskugel“. Dass auswärtigen Kunden niedrigere Tarife angeboten werden als Hammern, sei auf dem Energiemarkt bei allen Anbietern gängige Praxis.

61 Prozent weniger Besucher in den Bädern

Deutliche Verluste verzeichneten die Stadtwerke bei Bädern und Bussen. Weil Frei- und Hallenbädern inklusive Maximare lange geschlossen blieben, sank die Besucherzahl von gut einer Million auf 396 000 (minus 61 Prozent), das Minus stieg von 8,7 auf 9,2 Millionen Euro.

Und so voll wie vor Corona werden die Liegewiesen im Selbachpark und im Südbad nach der Pandemie wohl nicht mehr werden. Zahlreiche Hammer hätten inzwischen einen Pool im Garten, sagte Stadtwerke-Geschäftsfführer Reinhard Bartsch. Die Pandemie habe diesen Trend noch verstärkt. Das sei eine Konkurrenz, die sich in den Besucherzahlen bemerkbar machen werde.

Swimmingpool als Konkurrenz zum Freibad

Immerhin verkaufen die Stadtwerke auf diesem Weg mehr Wasser. Der Verbrauch in Hamm stieg 2020 um fünf Prozent – nicht zuletzt, weil zahlreiche Hammer im warmen Sommer ihre Gärten wässerten und ihre Pools füllten.

Bei den Bussen gibt es zumindest Hoffnung, mittelfristig wieder auf der Niveau der Vor-Corona-Zeit zu kommen. Drei bis vier Jahre werde es dauern, bis die damaligen Fahrgastzahlen wieder erreicht seien, so Bartsch. 2020 büßten die Stadtwerke gut 24 Prozent ihrer Fahrgäste ein; durch Bundes- und Landeshilfen ließ sich das Defizit aber auf drei Millionen Euro begrenzen und fiel sogar geringer als im Vorjahr aus.

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