Bereiche Bäder und Verkehr defizitär

Stadtwerke-Bilanz: Drei Millionen Euro weniger Gewinn

Reinhard Bartsch (links) und Jörg Hegemann präsentierten die Bilanzzahlen der Stadtwerke Hamm.
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Reinhard Bartsch (links) und Jörg Hegemann präsentierten die Bilanzzahlen der Stadtwerke Hamm.

Die Stadtwerke Hamm haben im Geschäftsjahr 2019 einen Gewinn von 7,9 Millionen Euro erwirtschaftet. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. Das sind gut drei Millionen Euro weniger als noch vor einem Jahr.

Hamm –  Dafür haben die Geschäftsführer eine Erklärung: Jörg Hegemann und Reinhard Bartsch führen das auf einen deutlichen Rückgang der durch die Regulierungsbehörde zugestandenen Netzentgelte zurück. Gleichwohl sprechen die beiden von einem „guten Ergebnis“. 

Das Eigenkapital konnte um 3,4 Millionen Euro auf 121,9 Millionen Euro aufgestockt und die Kredite um 8,5 Millionen auf 108,3 Millionen Euro gesenkt werden. 

Haupteinnahmequellen 

Verkauf und Lieferung von Strom und Gas waren auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Haupteinnahmequellen des heimischen Energieversorgers. Der Verkauf von Strom stieg von 150,3 Millionen auf 157 Millionen Euro. Beim Gasverkauf stiegen die Einnahmen von 64,4 Millionen auf 82,2 Millionen. Insgesamt konnten die Umsatzerlöse gesteigert werden, der Geschäftsbericht weist 292,3 Millionen Euro aus (279,3 Millionen in 2018). 

+++ Strompreise steigen auf breiter Front - auch in Hamm +++

Durch das Geschäftsergebnis konnten die traditionell defizitär arbeitenden Bereiche Bäder und Verkehr ausgeglichen werden. 

Bei den Bädern beläuft sich das Minus auf 8,7 Millionen Euro (Vorjahr minus 8,4 Millionen Euro) und beim Thema Verkehr auf ein Minus von 4,8 Millionen Euro (Vorjahr minus 5 Millionen Euro). 

Regenerative Energien 

Mit 157 Millionen Umsatzerlös ist das Stromgeschäft mit Abstand der größte Batzen. Kunden der Stadtwerke bekommen dabei viel Öko-Strom geliefert. Der Anteil beträgt bereits 64 Prozent. Für einen Durchschnittskunden mit einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden pro Jahr bedeutet das nach einer Rechnung der Stadtwerke 597 Kilogramm weniger CO2-Emmissionen. 

Die Stadtwerke sind über ihre Beteiligungen an der Trianel Erneuerbare Energien und Green Ecco einschließlich des eigenen Windparks inzwischen an 17 Onshore-Windparks und fünf Solarparks beteiligt. Dazu kommen die Offshore-Windanlagen vor Borkum. Die Stadtwerke streben eine höhere Quote des Ökostroms an und werden sich zukünftig an Trianel Wind und Solar beteiligen. 

Erdgas

Weil Herbst und Winter 2019 recht mild waren, sind die Erdgas und Fernwärmelieferungen im abgelaufenen Geschäftsjahr gesunken. Gleichwohl sind die Umsatzerlöse gestiegen. 

Wasser

Auch wenn der Sommer 2019 sehr warm war, an den Sommer 2018 kommt er nicht heran. In diesem Jahrhundertsommer stieg mit den Temperaturen auch der Wasserverbrauch und ließ die Stadtwerke einen Verkaufsrekord verbuchen. Der hat sich im vergangenen Jahr nicht ergeben. Die gelieferte Menge hat sich um 5 Prozent verringert, der Umsatzerlös von 26,7 Millionen Euro sank auf 26,3 Millionen Euro. 

Steuern und Abgaben

Im vergangenen Jahr leisteten die Stadtwerke neben der Konzessionsabgabe in Höhe von 10,6 Millionen Euro eine Gewerbesteuer von 3 Millionen Euro an die Stadt Hamm. Außerdem überwiesen die Stadtwerke 3,6 Millionen Euro als Gewinnausschüttung auf das Stadtkonto. Insgesamt 17,2 Millionen Euro. 

Investitionen

Die Gesamtinvestitionen beliefen sich mit 17,5 Millionen unter dem Niveau des Vorjahres – damals lagen sie bei 20 Millionen Euro. Im wesentlichen wurde die Summe für den Ausbau und die Instandhaltung der Netze verwendet. Darüber hinaus wurde in die Glasfaserversorgung investiert, so dass nun auch alle Schulen an das schnelle Netz angeschlossen sind. 

Badegäste

Dass der Sommer 2018 ein ganz besonderer war, zeigt sich auch an den Besucherzahlen der Hammer Bäder. Den Besucherrekord konnte der Sommer 2019 nicht erreichen. 2019 verringerte sich die Zahl der Freibadbesucher um 21 Prozent auf 148.000 Badegäste. Die Hallenbäder verzeichneten einen Anstieg um drei Prozent auf 222.000 Besucher. Ins Maximare kamen 482.000 Besucher (Vorjahr 510.000). 

Verkehr

Die Zahl der Fahrgäste bewegte sich mit 13,6 Millionen auf Vorjahresniveau. Auf den ersten E-Bus müssen die Kunden noch warten. Die Lieferzeiten sind extrem lang, machte Hegemann deutlich. 

Tarife

Nach wie vor bewertet das das Vergleichsportal Verivox viele Tarife der Stadtwerke beim Gas und beim Strom mit guten Noten. Mehrere tausend Kunden haben die Stadtwerke inzwischen außerhalb von Hamm. Wie viele es sind und wie viele Hammer Kunden bei den Stadtwerken sind, ist ein gut gehütetes Geschäftsgeheimnis.

Kosten der Corona-Krise

Die letzten Monate haben die Stadtwerke vor bisher nicht gekannte Aufgaben gestellt. Die Mitarbeiter des Verkehrsbetriebes, des Hafens und der Bäder waren zeitweise in Kurzarbeit.

Die Kosten aus der Corona-Krise beziffert Hegemann auf 3 Millionen Euro: 2 Millionen im Bad-Betrieb und eine Million im Verkehrsbetrieb. Wie viel Geld aus dem milliardenschweren Stärkungspaket in Hamm ankommt, kann noch nicht gesagt werden. Die Mehrwertsteuersenkung werde an die Kunden weitergegeben.

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