Moscheen-Verband DITIB soll auf den Prüfstand

+
Zu unkritisch? Die Grünen üben Kritik am Afyon-Besuch des Oberbürgermeisters.

Hamm - Nach den jüngsten Ereignissen in der Türkei stellen die Grünen im Rat eine weitere Zusammenarbeit mit dem türkischen Moschee-Dachverband DITIB in Hamm grundsätzlich in Frage. Auch die Finanzierung von gemeinsamen Projekten mit kommunalen Mitteln müsse überdacht werden.

„Sollten sich die Berichte, die in der überörtlichen Presse zu lesen waren, bestätigen, sollten wir sehr genau überprüfen, ob es eine weitere kommunale Zusammenarbeit geben kann“, sagte Grünen-Ratsherr Karsten Weymann am Mittwoch. Die Hammer Stadtverwaltung müsse die Zusammenarbeit mit DITIB einer kritischen Prüfung unterziehen. 

Religionsunterricht als mögliche Plattform

Einige Bundesländer, darunter Rheinland-Pfalz und Berlin, hätten bestehende Kooperationsverträge mit dem quasi staatlichen türkischen Moschee-Verband DITIB bereits „platzen lassen“. Diese Bundesländer wollten damit unter anderem verhindern, dass zum Beispiel Religionsunterricht als Propaganda-Plattform „für den türkischen Autokraten Erdogan missbraucht wird“, sagte Weymann. Auch in Hessen und Baden-Württemberg gebe es solche Überlegungen. 

Auch in Hamm müsse überprüft werden, welche Inhalte zum Beispiel bei kommunal finanzierten Sprachkursen im Rahmen des Rucksack-Projektes oder im Rahmen des Koranunterrichts vermittelt würden. Auffällig sei, dass die Hodschas, die Religionsunterricht erteilten, direkt aus der Türkei kämen, kaum Deutsch sprechen könnten, und nach kurzer Zeit erneut durch Hodschas aus der Türkei ersetzt würden. „Sollte sich herausstellen, dass es auch in Hamm Tendenzen gibt, rechtsstaatliche Grundsätze in Frage zu stellen, sollte eine kommunale Finanzierung von Projekten sofort eingestellt werden“, fordert der Grünen-Politiker. 

Demokratischen Grundsätzen und rechtsstaatlichen Prinzipien verpflichtet

Die Grünen-Fraktion forderte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann auf, in der nächsten Ratssitzung zu berichten, wie die Verwaltung sicherstellen will, dass die Moschee-Vereine, die der DITIB nahestehen, „überprüft werden können“. Darüber hinaus „sollten wir uns Gedanken machen, wie wir sicherstellen können, dass zukünftig mit kommunalen Mitteln ausschließlich Organisationen unterstützt werden, die demokratischen Grundsätzen und rechtsstaatlichen Prinzipien verpflichtet sind“, fordert Weymann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare