Demografischer Wandel

Bezirk Rhynern immer älter und kleiner - Vergleichen Sie selbst!

Die Bevölkerungsentwicklung im Stadtbezirk Rhynern.
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Die Bevölkerungsentwicklung im Stadtbezirk Rhynern. (Per Mausklick rechts oben im Fenster öffnet sich die ganze Ansicht.)

Die Einwohnerzahlen im Stadtbezirk Rhynern sinken geringfügig. Hatte sich die Zahl einige Jahre lang bei etwa 18.500 eingependelt, so wurden in den vergangenen fast 20 Jahren in den drei großen Ortsteilen Berge, Rhynern und Westtünnen sowie den umliegenden Dörfern, Osterflierich, Freiske, Allen, Wambeln, Osttünnen und Süddinker rund 230 Bürger weniger gezählt.

Rhynern - Letztlich ist es dem Ortsteil Berge zu verdanken, dass die Bevölkerung im südlichsten Stadtbezirk nicht noch weiter abgenommen hat. Berge hat zum Teil große Zuwächse zu verzeichnen und die beiden einstigen Aushängeschilder des Bezirks, Rhynern und Westtünnen, längst abgehängt. Um rund zehn Prozent ist die Einwohnerzahl dort gesunken.

In Rhynern leben zum Beispiel erstmals seit den 1960er-Jahren wieder unter 5000 Bürger. In den kleinen Dörfern haben die Entwicklungen noch nicht die großen Auswirkungen, die Bevölkerungszahlen waren dort ohnehin immer gering. In Wambeln und Freiske gab es sogar leichte Zuwächse in Form von etwa einer Handvoll neuer Haushalte. Allen und Süddinker schrumpften dagegen um über zehn Prozent.

Und ein Blick auf die Altersstruktur lässt erahnen, dass sich dieser Trend im gesamten Stadtbezirk fortsetzen wird. Denn der Anteil der Menschen im Rentenalter nimmt immer mehr zu. In 2020 erreicht die Zahl im gesamten Stadtbezirk nahezu die 4000er-Marke. Das heißt: Über 20 Prozent der Menschen im Stadtbezirk Rhynern sind 67 Jahre und älter. Dem gegenüber steht eine kleiner werdende Zahl an Kleinkindern.

Anteil der „arbeitenden Bevölkerung“ rückläufig

Auffällig auch, dass der Anteil der „arbeitenden Bevölkerung“ rückläufig ist, da der Anteil der 30- bis 66-Jährigen in den vergangenen Jahren stark abgenommen. Und dies sogar ausschließlich bei den 30- bis 54-Jährigen, worunter sich auch die potenziellen Familiengründer befinden. Von dieser Altersklasse gibt es im Stadtbezirk rund 1500 weniger als noch im Jahr 2001. Dagegen ist die Zahl der 55- bis 66-Jährigen – also die baldigen Rentner – stark gestiegen.

Die Bevölkerungspyramide spricht insgesamt für eine weitere Verkleinerung des Stadtbezirks in den kommenden Jahren, sofern dies nicht mit Zuzügen aufgefangen werden kann. Im Jahr 2019 hielten sich Zu- und Wegzüge die Waage mit jeweils knapp über 500 Bewegungen. Die meisten Umzüge gingen vielmehr innerhalb des Stadtbezirks Rhynern vonstatten (1400). Könnte bedeuten: „Einmal Rhynern, immer Rhynern“. Allerdings gibt es diese Beobachtungen in allen Stadtbezirken Hamms. Die meisten Umzüge finden innerhalb der gewohnten Umgebung statt.

Was sind die Besonderheiten in den einzelnen Orten?

Berge

Der größte Stadtteil scheint auf den ersten Blick fein raus, da er stark gewachsen ist. Allerdings ist auch hier die Zahl der Menschen über 67 Jahre gestiegen. Das macht sich prozentual noch nicht so bemerkbar, da gleichzeitig die Bevölkerungszahl hier so stark angestiegen ist.

Rhynern

Die Zukunft sieht eher düster aus. Die wichtige Altersklasse zwischen 30 und 54 bricht allmählich weg. Die absolute Zahl an Kindern und Jugendlichen im Schulalter ist seit 2001 um 300 zurückgegangen. Das wären zehn proppenvolle Schulklassen.

Westtünnen

Der Trend ist ähnlich wie in Rhynern. Der Anteil der Menschen, die 67 und älter sind, liegt bei 24 Prozent, also über dem Schnitt im Gesamtbezirk (21 Prozent).

Osterflierich

Der Stadtteil mit den fünf Dörfern Drechen, Opsen, Pedinghausen, Kump und Bänkerheide hält sich verhältnismäßig gut. Der Altersdurchschnitt ist dort nicht eklatant gestiegen, zumal zuletzt auch wieder eine Zunahme der Geburten festzustellen war.

Osttünnen

Elf Kleinkinder derzeit sind im Vergleich zu früheren Jahren sehr wenig. Hier wird sich eine weitere Überalterung nur schwierig aufhalten lassen.

Wambeln

Das Dorf hat die die 30- bis 54-Jährigen weitgehend halten können und kann wohl so auch einen Anstieg bei den Kindern und Jugendlichen vorweisen. Darin liegt begründet, dass die Einwohnerzahl sogar leicht gestiegen ist.

Allen

Hier sinkt die Bevölkerungszahl am stärksten. 65 Prozent der Bürger sind über 30 und 42 Prozent gar älter als 55 Jahre alt. Aktuell gibt es nur sechs Kleinkinder.

Süddinker

Ähnlich wie in Allen sind die Einwohnerzahlen hier im Sinkflug und das bei einem stark gestiegen Anteil an Menschen, die 67 und älter sind.

Freiske

In Freiske hat sich nicht viel verändert. Im kleinsten Ortsteil des Stadtbezirks sind die Zahlen weitgehend konstant.

Geringer Ausländeranteil

Der Stadtbezirk Rhynern ist zwar der flächenmäßig größte, aber bevölkerungsmäßig kleinste Stadtbezirk in Hamm, knapp hinter Pelkum mit rund 19.000 Einwohnern und mittlerweile weit hinter Uentrop (rund 27.000 Einwohner). Die größten Stadtbezirke sind Mitte und Bockum-Hövel mit über 35.000 Einwohnern.

Unverändert ist der Ausländeranteil in Rhynern im Vergleich zu den anderen Stadtbezirken gering. 790 Menschen hatten Anfang dieses Jahres einen ausländischen Pass. Das sind etwas mehr als vier Prozent der Gesamtbevölkerung im Bezirk.

Mit Blick auf die Konfession haben die Katholiken die Nase vorn. 7500 Bürger Rhynerns sind katholischen, rund 6000 evangelisch. Hier steigt die Zahl, die in der Statistik unter „Sonstige“ geführt wird. Hier spiegelt sich neben anderen Konfessionen wohl auch die steigende Zahl der Kirchenaustritte wider.

Haushalte gibt es rund 8500 in Rhynern, in den meisten wohnen Singles, rund 37 Prozent, gefolgt von den Zwei-Personen-Haushalten mit rund 34 Prozent.

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