Eichenprozessionsspinner: Plage breitet sich aus

Zu viele gefährliche Giftraupen - Stadt kommt mit Beseitigung kaum nach

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Befall an der Uentroper Dorfstraße: Fast über der Fahrbahn hängt ein Nest, zum Greifen nah.

Uentrop – Die Meldungen über Nester der Eichenprozessionsspinner (EPS) haben deutlich zugenommen. Die Stadtverwaltung kann die Nester der Giftraupen nicht immer so schnell entfernen, wie sie es beabsichtigt hat. Das erklärt die zunehmenden Meldungen – auch beim WA - zum Beispiel aus dem Uentroper Dorf.

„Das Absaugen der Nester läuft im ganzen Stadtgebiet auf Hochtouren“, sagt Stadtsprecher Lukas Huster. „Wir kommen aber gegen die schiere Masse der Nester aktuell kaum an.“ In dieser Woche meldeten sich vermehrt Leser von und aus dem Umfeld der Uentroper Dorfstraße. 

Die stattliche, alte Eichenallee bietet den Raupen auf rund 500 Metern reichlich Lebensraum. „Ich hänge keine Wäsche mehr im Garten auf“, sagt eine Anwohnerin, die nicht namentlich genannt werden will, mit Verweis auf die giftigen Brennhaare der Raupe. Den Weg in Richtung Hülshoffstraße meidet sie.

Man muss nicht lange suchen, um gleich mehrere Nester der Giftraupen an der Uentroper Dorfstraße zu entdecken.

Vor allem im westlichen Teil der Straße ist der Befall stark. Etwa ein Dutzend Nester lassen sich auf Anhieb ausmachen. Einige sind zum Greifen gefährlich nah. Der Befall ist bei der Verwaltung bekannt. „Wir haben seit Mitte Mai insgesamt zwölf Meldungen aus der Uentroper Dorfstraße erhalten, die letzten Meldungen sind seit Anfang dieser Woche aufgenommen worden“, sagt der Stadtsprecher.

Anhaltspunkte

Eine Anwohnerin berichtet, einen Fund gemeldet zu haben. Weil sie ihm aber in dem Bereich keine Hausnummer zuordnen konnte, sei sie abgewiesen worden. Man könne doch nicht die ganze Straße absuchen, habe man ihr gesagt. Angesichts des Befalls an der Dorfstraße sei das aber ratsam, meint die Anwohnerin. 

Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung brauchen indes einen Anhaltspunkt, sagt der Stadtsprecher. Generell könne nicht eine ganze Straße abgesucht werden. Eine genaue Hausnummer ist „nicht zwingend erforderlich“, aber ohne nähere Hinweise wie an der Kreuzung, Einmündung oder in der Nähe von … könnten die Mitarbeiter den Fund nicht lokalisieren, heißt es.

Gefährlicher Befall in Bodennähe

So ein Fund liegt etwa gegenüber der Einmündung Lippestraße. Er fällt auf, ist in Bodennähe – gefährlich unter anderem für „neugierige Kinder“, wie es heißt, und für Tiere. Deshalb ist der Uentroper Markus Paschen unter anderem hier besonders vorsichtig. Als Hundehalter sei er täglich im Dorf und im Umfeld unterwegs. Ein weiterer „massiver Befall“ befinde sich entlang der ehemaligen Bahntrasse, die auch an der Sauna Gut Sternholz entlangführt. Dieser Weg werde sehr rege durch Radfahrer, auch von Familien, und Fußgänger genutzt, sagt er. Vereinzelt habe er Firmen gesehen, die insbesondere in den Wohnbereichen mit der Beseitigung von Nestern beschäftigt waren. 

Dass noch nicht alle Nester entfernt wurden, kann er nachvollziehen. „Ich will der Stadt keinen Vorwurf machen“, sagt er. „Der Sache ist kaum Herr zu werden.“

Gegenüber der Lippestraße befindet sich ein Raupennest in Bodennähe.

Und wie geht es an der Uentroper Dorfstraße weiter? Wann die Nester abgesaugt werden, könne derzeit „nicht seriös“ beantwortet werden. „Die Funde werden schnellstmöglich geprüft und an die Firmen weitergeleitet, die ebenfalls auf Hochtouren unterwegs sind“, sagt der Stadtsprecher. „Die anvisierte und kommunizierte Entfernung innerhalb von zehn Tagen bei nicht-prioritären Fundstellen bleibt weiterhin das Ziel, ist aber im Moment kaum zu halten.“

An der Uentroper Dorfstraße findet der Eichenprozessionsspinner auf rund 500 Metern stattliche, alte Bäume, um Nester anzulegen. 

Nach Angaben der Stadt sind die beauftragten Firmen weitgehend mit prioritären Fundstellen ausgelastet. Dazu gehören Funde wie etwa an Kindergärten, Schulen, auf Spielplätzen und im direkten Umfeld der Einrichtungen. Ziel sei es dort, die Nester „binnen drei Tagen abzusaugen“, sagt er. 

Das gilt zum Beispiel für den Bereich Kettelerschule. „Von der Heithofer Allee haben wir ebenfalls mehrere Meldungen erhalten“, sagt der Stadtsprecher, „und an die beauftragten Firmen weitergegeben.“ 

EPS-Hotline: Befall melden 

Funde ausschließlich im öffentlichen Raum können beim Ordnungsamt unter der Telefonnummer 17-7272 gemeldet werden – während der Corona-Beschränkungen allerdings nur montags bis donnerstags zwischen 8 und 12 Uhr. Außerhalb der Zeit ist eine Meldung auch per E-Mail an ordnungsamt(at) stadt.hamm.de möglich.

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