Stadt Hamm will Wohnraum für Studenten schaffen

Ein typisches Studentenzimmer. So oder ähnlich könnte es künftig auch in der Hammer Stadtmitte aussehen.
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Ein typisches Studentenzimmer. So oder ähnlich könnte es künftig auch in der Hammer Stadtmitte aussehen.

Zum ersten Mal setzt die Stadt Hamm gemeinsam mit einem Investor öffentlich geförderten Wohnraum für Studenten um.

Hamm – An der Neuen Bahnhofstraße in Höhe des Gesundheitsamtes und des Kulturpavillons sollen in einem Neubau 45 öffentlich geförderte Single-Apartments entstehen. Sieben weitere Einheiten in dem Komplex werden frei finanziert sein. Das sagte Stadtsprecher Tom Herberg auf Anfrage.

Den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan für die Fläche zwischen Neuer Bahnhofstraße, Friedrichstraße und Heinrich-Reinköster-Straße hat der Rat der Stadt Hamm ziemlich genau vor fünf Jahren gefasst. Nun wird es konkret, und die Bürger werden – wie bei diesem Verfahren üblich – vorher angehört.

Am 26. März um 16.30 Uhr findet im Rahmen einer frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung eine Bürgerversammlung im Technischen Rathaus, Gustav-Heinemann-Straße 10, Sitzungssaal A3.005, statt. Anregungen und Einwände werden für den Ratsbeschluss des Bebauungsplans mit der Nummer 01.143 „An der Friedrichstraße“ berücksichtigt. Der Beschluss wird voraussichtlich in diesem Herbst gefasst.

Neubau könnte noch erweitert werden

Baustart wäre dementsprechend frühestens im Jahr 2021. Der Investor werde die Fläche von der Stadt erwerben und bebauen, sagte Stadtsprecher Tom Herberg. Investor und Architekt kämen aus Hamm, die Pläne lägen vor und seien im Sinne der Innenstadtentwicklung in enger Absprache mit der Stadt entstanden. Das ist auch bei weiteren Bauvorhaben (TerVeen, „Kipp’n in“) der Fall.

45 öffentlich geförderte Single-Apartments sollen in einem Neubau an der Neuen Bahnhofstraße in Höhe des Gesundheitsamtes und des Kulturpavillons entstehen.

Nicht betroffen von der Planung sind vorerst das alte Gesundheitsamt und der Kultur-Pavillon („Galerie der Disziplinen“) an der Heinrich-Reinköster-Straße. „Der Bestand ist zunächst gesichert“, sagte Herberg. Aus pragmatischen Gründen: Im Keller des Pavillons steht der Verkehrsrechner der Stadt Hamm, im Komplex des Gesundheitsamtes befindet sich eine Arztpraxis mit laufendem Mietvertrag.

Sollten sich hier in weiterer Zukunft andere Perspektiven ergeben, könne der Neubau problemlos erweitert werden. Möglicherweise redet auch der Denkmalschutz in Sachen Pavillon noch ein Wort mit. Werde dieser als erhaltenswert eingestuft, sei auch eine bauliche Variante um das 1957 für die AOK vom Architekturbüro Oelker entworfene Gebäude herum vorstellbar, so der Sprecher.

Stadt sieht erfreuliche Lösung

„Für die Stadt ist studentisches Wohnen an dieser Stelle eine erfreuliche Lösung“, sagte Herberg. „Das führt zu einer guten Durchmischung im Quartier.“ Im benachbarten Museumsquartier leben eher Menschen mittleren Alters, gegenüber auf dem „Kipp’n in“-Gelände entsteht Wohnraum für Senioren.

Ziel der Stadt im Rahmen der Innenstadtentwicklung ist es, Baulücken an der Neuen Bahnhofstraße zu schließen und durchgängige Gebäuderiegel vor allem auch an der Rückseite zur Bahnhofstraße hin zu erreichen. Eine weitere eigene Fläche, die die Stadt vermarkten kann, liegt auf der Rückseite des B&B-Hotels auf dem ehemaligen C&A-Gelände.

Mit dem Baulückenschluss erfolgt nun nach und nach eine Neuordnung in der südlichen Innenstadt und gleichzeitig so etwas wie eine „Reparatur“ von teuren Fehlplanungen. Als solche empfinden viele Menschen die einstige Planung und den Bau der Neuen Bahnhofstraße, die 1983 für den Verkehr freigegeben wurde.

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