Stadt bleibt hart: Keine Info über Abbruch-Ärzte

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Hamm - Die Stadt Hamm wird auf ihrer Homepage in Zukunft nicht veröffentlichen, welche Ärzte Schwangerschaftsabbrüche durchführen.

Einen solchen Antrag hatte unlängst die Linkenfraktion estellt. Sie verweist auf Hamburg: Die Hansestadt veröffentlicht auf ihrer Homepage eine Liste mit Arztpraxen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration der Stadt Hamm lehnte den Antrag der Linken mehrheitlich ab. Allerdings will die Stadt künftig die Adressen der Schwangerschafts-Beratungsstellen veröffentlichen. Außerdem soll auf der Homepage der Stadt stehen, dass diese Beratungsstellen wissen, welche Praxen Abtreibungen durchführen.

Hintergrund des Linken-Antrags war unter anderem die Berichterstattung auf WA.de. Wir hatten berichtet, dass es in Hamm keine gynäkologischen Praxen gibt, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Frauen in einem Schwangerschaftskonflikt müssen weite Wege auf sich nehmen, wenn sie einen Abbruch durchführen lassen wollen.

Adressen bei Beratungsstellen

Die Linken hatten argumentiert, dass es für die Frauen wichtig ist, Informationen zu Methoden des Schwangerschaftsabbruchs und

Karsten Weymann

Zugang zu Adressen von Institutionen, Kliniken und niedergelassenen Ärzten zu erhalten. Gegen die Veröffentlichung der Adressen von Praxen, die Abtreibungen durchführen, spräche der Datenschutz, sagt Theo Hesse, Leiter des Fachbereichs Jugend, Soziales und Gesundheit bei der Stadt. Hesse regte an, die Internetpräsenz zu Abtreibungen auszubauen und alle Beratungsstellen zu nennen. Karsten Weymann von den Grünen führt an, dass Ärzte fürchten, dass es vor ihren Praxistüren Mahnwachen gibt, wenn sie Abbrüche durchführen und dies bekannt wird. Das haben ihm Ärzte berichtet. Er regt aber an, dass mit Hammer Ärzten und Krankenhäusern gesprochen werden müsste, damit es auch in Hamm die Möglichkeit gibt, eine Schwangerschaft zu beenden.

Bis zur 12. Woche straffrei

Ein Schwangerschaftsabbruch ist bis zur zwölften Woche in Deutschland straffrei. Praxen selbst dürfen aber nicht darüber informieren, dass sie die Abbrüche durchführen, da dies gegen das Werbeverbot für Abtreibungen verstößt.

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