Setzt Stadt Hamm dauerhaft auf Enforcement Trailer?

Blitze aus Hightech-Hänger: Raser-Jäger im Testbetrieb

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Hamm - Wird der neue Blitzer-Trailer in Hamm dauerhaft auf der Raser-Lauer liegen? Die Antwort auf diese Frage ist bei der Stadt noch offen. Aktuell läuft eine Art Feldversuch, an dessen Ende entschieden wird, ob die Kosten-Nutzen-Rechnung wirklich passt.

Der neue Blitzer in Berge.

Der so genannte "Enforcement Trailer" (hier klicken für unseren ersten Bericht dazu) ist seit dem 10. April 2018 im Hammer Stadtgebiet im Einsatz, bislang vorzugsweise im südlichen Bereich. Die Stadt hat die futuristisch anmutende Apparatur des Anbieters Vitronic für drei Wochen kostenfrei zum Testen erhalten. Der Deal kam auf Initiative von Vitronic zustande: Der Wiesbadener Hersteller ist Vertragspartner für die mobilen Blitzanlagen und daher mit der Stadt ohnehin für Software-Fragen und Wartungsarbeiten im steten Dialog.

So futuristisch sieht der Trailer von hinten aus.

Die Vorteile des weißen Kasten-Blitzers sind aus Sicht der Stadt der minimale Betreuungsaufwand und das eigenständige Arbeiten. "Es muss eben niemand drin sitzen oder dabei sein", erläutert Stadtsprecher Tom Herberg. Daher kann der Anhänger - wie zuletzt in Norddinker - auch mal mehrere Tage am Stück platziert bleiben. Fünf Tage Messbetrieb ohne Personaleinsatz hält der Akku problemlos durch.

Damit der herrenlose Hänger keinen Schaden nimmt, ist er vom Werk aus mit einem Hightech-Schutz versehen: Ein Alarmsystem bewahrt die Messtechnik vor Vandalismus, eine schusssichere Hülle schützt das Gesamtsystem wiederum vor Sachbeschädigung. Die Räder verschwinden im Ruhezustand in der Panzerung.

Achtung, Autofahrer: Hier wird in Hamm geblitzt

Wie effektiv der Blitzer-Trailer arbeitet, lässt sich eine knappe Woche nach dem Start noch nicht sagen. Bislang wurde der Datenchip noch nicht ausgewertet; bis zu elf Tage können die aufgezeichneten Daten laut Herberg gespeichert bleiben.

Der Trailer in Norddinker.

Anfang Mai, also nach der dreiwöchigen Testphase, wollen die Verantwortlichen prüfen und entscheiden, ob der Enforcement Trailer für die Stadt dauerhaft infrage kommt, gegebenenfalls "anstelle bisheriger stationärer Einrichtungen oder aber zusätzlich", so Herberg. Ob er dann gekauft werden muss oder gemietet werden kann, konnte der Stadtsprecher noch nicht verbindlich mitteilen. Immerhin kostet das Gerät rund 120.000 Euro.

Um den Ausgaben Rechnung zu tragen, muss der Trailer im Bedarfsfall nach Absprache mit dem zuständigen städtischen Personal und der Polizei natürlich geschickt und effektiv platziert werden - eben "an gewissen Schwerpunkten", wie es Herberg formuliert. Diese finden sich weniger im innerstädtischen Bereich, sondern eher an Einfallstraßen bei Tempo 70 oder 100. Die Straßen müssten entsprechend ausgebaut sein, damit der Anhänger dort den nötigen Platz hätte.

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