Neuer Job: Stadt Hamm sucht Klima- und Umwelt-Dezernent

Rathaus Hamm
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Ins Ratshaus soll ein neuer Dezenent einziehen.

Zum 1. März soll die Verwaltungsspitze im Hammer Rathaus um eine Position erweitert werden. Es ist geplant, zu diesem Datum ein Dezernat für Klima, Umwelt und Migration einzurichten. Dann werden neben dem Oberbürgermeister fünf Beigeordnete dem Verwaltungsvorstand angehören. Die Stelle ist bereits ausgeschrieben, der Bewerbungsschluss ist schon am 2. Januar.

Hamm Der Zeitplan ist ambitioniert: Bereits in der Sitzung des Hauptausschusses am 13. Januar sollen sich die Bewerber vorstellen, die Wahl findet dann am 14. Januar statt. Innerhalb eines Monats soll so eine qualifizierte Person gefunden werden.

Dem neuen Dezernat werden das Umweltamt, das Ausländer- und Flüchtlingsamt, der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb sowie die Klimaagentur zugeordnet.

Mit der Schaffung dieses neuen Dezernates wird ein Punkt aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt. In der Vergangenheit hatten die Grünen bereits mehrfach die Gründung eines Umweltdezernates gefordert – auch vor dem Hintergrund, dem Klimaschutz in der Stadt mehr Bedeutung zu geben. In den Koalitionsverhandlungen haben sie sich durchgesetzt. Das Ressort wird ihnen zugeschlagen – will heißen, dass ein Kandidat mit grünem Parteibuch oder Nähe zu den Grünen gesucht wird.

Üppiges Gehalt: 8700 Euro im Monat

Das ist aber nicht alles, was der neue Beigeordnete mitbringen muss. Die hoch dotierte Stelle, sie wird mit der Besoldungsgruppe B4 vergütet (das entspricht in etwa 8 700 Euro pro Monat) muss mit einem Akademiker besetzt werden. „Grundsätzlich müssen die Beigeordneten die für ihr Amt erforderlichen Fachkenntnisse und eine ausreichende Erfahrung für dieses Amt nachweisen“, heißt es in dem Beschluss.
Wie diese Fachkenntnisse zu verstehen sind, darüber musste jetzt der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden entscheiden. Dabei ging es um die Frage, ob der künftige Umweltdezernent ein Ingenieur oder ein Jurist sein soll – oder beides.

Ingenieur oder Jurist?

Das Hammer Klimabündnis wollte die Ausschreibung für die Besetzung dieser Stelle auf keinen Fall der Politik oder der Verwaltung überlassen. Dieses hat daher einen Bürgerantrag formuliert.
Nach Ansicht der Akteure sei die Umsetzung der Energiewende ein Schlüsselprojekt für mehr lokalen Klimaschutz. Dieses Zukunftsthema verlange nach Führungskräften, die unabhängig von Parteibüchern oder Fraktionszugehörigkeit Innovationen konkret vor Ort in die Tat umsetzen. Da die notwendigen Maßnahmen technischer Natur seien, favorisieren die Klimaschützer einen Ingenieur auf dem Leitungsposten. Sie haben drei Forderungen formuliert: Danach solle die Vergabe der Stelle in einem öffentlichen Verfahren und im Rahmen einer Ausschreibung erfolgen. Bei der Stellenausschreibung soll ingenieurtechnische Fachlichkeit Vorrang vor partei-politischem Proporz haben und die Stelle an eine Person vergeben werden, die in der Zivilgesellschaft vernetzt ist. In ihrem Antrag heißt es: „Wir brauchen einen visionären Ingenieur-Typus mit Wohnort in Hamm, der oder die weiß, was technisch machbar und für eine zukunftsfähige Kommune notwendig ist“.

Nach Angaben der Verwaltung decke sich das Anforderungsprofil in der Ausschreibung im Wesentlichen mit den Kriterien, die das Klimabündnis in seiner Anregung formuliert hat. Allerdings beschränkt sich die Suche nicht nur auf einen Ingenieur. Weil der Arbeitsbereich in hohem Maße von Rechtsthemen geprägt sei, seien mehrjährige juristische Erfahrungen zwingend erforderlich. Um das zu gewährleiosten sollte ein Ingenieur ein Umweltreferendariat absolviert haben. Nach Ansicht der Verwaltung könnten sich auch Juristen mit der Befähigung zum Richteramt bewerben, wenn sie Erfahrung im Umgang mit klima- und umweltpolitischen Themen mitbringen.

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