Zwei Hochschulen sind schon da - aber:

Hamm soll Uni-Standort werden - Offenbar München ausgestochen

Hochschulen und Universitäten in Deutschland. Blick in einen Hörsaal mit Studierenden.
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Tief im Hammer Westen sollen schon bald junge Studierende eine neue Heimat finden.

Hamm als Universitäts-Standort? Was lange unmöglich schien, ist in greifbare Nähe gerückt. Dabei wurde offenbar München als Gegenkandidat ausgestochen.

Hamm - Neben den beiden Hochschulen (HSHL uns SRH) will die private Lunex Universität mit Sitz in Differdingen/Luxemburg (mehr dazu weiter unten) auf dem Gelände des CreativReviers Heinrich Robert ihre erste Außenstelle in Deutschland errichten – und zwar für bis zu 1000 Studierende. Eine entsprechende Absichtserklärung (Letter of Intent) ist bereits abgestimmt und muss nur noch von den beiden Beteiligten formal unterzeichnet werden. Angesichts der schon recht konkreten Pläne sprachen Marc Herter, Aufsichtsratsvorsitzender der Entwicklungsagentur CreativRevier Heinrich Robert und OB-Kandidat der SPD, sowie Gerhard Draband, Leiter des Kreisverbands Hamm/Unna des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft Unternehmerverband Deutschland, von einem „guten Tag“ für Hamm.

Draband war es auch, der den Kontakt zu Dr. Holger Korte, Chief Executive Officer (Geschäftsführer) der Lunex Universität, geknüpft hatte. Gemeinsam mit Herter und Gebäudeeigentümer Jürgen Tempelmann von der Ruhrstadt Stiftung konnte er ihn davon überzeugen, in Hamm tätig zu werden und damit München als potenziellen Standort auszustechen. „Die handelnden Personen haben mich von Hamm überzeugt“, nannte der CEO den Hauptgrund, warum er sich für das CreativRevier entschieden hat. Seine Vorstellungen ließen sich mit denen von Jürgen Tempelmann hinsichtlich Wohnen und Freizeit gut vereinbaren.

Eine Uni für Hamm: Das sind die möglichen Studiengänge

Welche Studiengänge genau künftig in Hamm angeboten werden sollen, steht noch nicht fest. „Das wird die Marktanalyse zeigen. Sie soll bis Ende Oktober vorliegen“, erklärte Korte. Mögliche Studiengänge im „Gesundheitscampus“ Hamm seien Physiotherapie, Pflege, Ernährung, Fitness und Prävention. Hier gebe es einen großen Bedarf, sieht Korte gute Chancen, dass sich das alles am Ende rechnet. Denn: „Wir sind nun einmal eine private Universität, die sich durch die Studiengebühren tragen muss.“

Der Start soll bereits im Jahr 2022 sein mit zunächst „etwa 120 Studierenden“. Geplant sind bis zu 1000 Studierende. Die genaue Zahl sei letztlich von der Marktanalyse abhängig, so Korte. Ihm und Tempelmann schweben eine Nutzung der Bestandsgebäude, aber auch Neubauten vor. „Zum Beispiel für Studentenwohnungen.“ Diese Fragen müssten in einem weiteren Schritt mit den Architekten besprochen werden.

Das frühere Bergwerk Ost soll als Creativrevier Heinrich Robert zukunftsfähig werden. Auch eine Universität soll dort untergebracht werden.

Eine Uni für Hamm: Marktanalyse als größte Hürde?

Nach Angaben des Geschäftsführes habe man vom zuständigen Ministerium in Luxemburg grundsätzlich grünes Licht für eine Expansion in Deutschland erhalten. Es müssten lediglich noch einige Auflagen erfüllt werden. Die größte Hürde auf dem Weg zum Uni-Standort Hamm ist aus seiner Sicht die Marktanalyse – falls diese zeigen sollte, dass sich das Projekt nicht rechnet. Davon gehe er aber nicht aus.

Die Lunex University mit Sitz in Luxemburg wurde 2016 gegründet und bietet ein modernes Studien- und Forschungsumfeld. Sie qualifiziert ihre derzeit rund 600 Studierenden in Bachelor- und Masterstudiengänge der Bereiche Physiotherapie, Sport- und Bewegungswissenschaften sowie Sportmanagement. Aktuell sind die Verantwortlichen dabei, die Angebote zu erweitern. Sollte es zum „Gesundheitscampus Hamm“ kommen, schwebt Korte hier eine Mischung aus Präsenz- und Online-Unterricht vor.

Symbolischer Start für CreativRevier Heinrich Robert

Symbolischer Start für CreativRevier Heinrich Robert

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