Streit in Hamm geht weiter

Personalmangel? Stadt schickt "Dienstplan-Detektiv" zur Feuerwehr

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Bei der Feuerwehr will die Stadt Hamm nun die Schichtplanung überprüfen. 

[Update] Hamm - Zehn Feuerwehrleute müssen täglich auf der Feuerwache II im Dienst sein. In diesem Jahr waren es im Schnitt aber nur 7,1 - sagt zumindest die Deutsche Feuerwehrgewerkschaft.  Wie kann das sein? Jetzt schickt die Stadt einen "Dienstplan-Detektiv".  

"Dienstplan-Detektiv" ist zwar keine offizielle Berufsbezeichnung. Die Aufgabe, die der städtische Mitarbeiter bekommen hat, erfordert aber einen gewissen Spürsinn. Er soll die Schichtplanung bei der Feuerwehr überprüfen und künftig mit aufstellen, wie Feuerwehrdezernent Markus Kreuz im WA-Gespräch ankündigte. "Er tut dies als Partner", betonte Kreuz. Zudem wies der Dezernent die Behauptung der Gewerkschaft, statt zehn seien nur 7,1 Feuerwehrleute im Schnitt auf der Wache II gewesen, entschieden zurück. "Das stimmt so nicht." Im Rathaus vermutet man ein Planungs- und nicht ein Personalproblem bei der Feuerwehr.

Die Vorwürfe gegen die Stadt als Dienstherrn wiegen schwer. Teilweise soll die Feuerwehr so unterbesetzt gewesen sein, dass sie handlungsunfähig war, behauptet die Wählergruppe Hamm, die nach eigenen Angaben mit Vertretern der Berufsfeuerwehr und der freiwilligen Feuerwehr gesprochen hatte. 

Feuerwehr demonstriert in Hamm

Aufgrund des vermeintlichen Personalmangels hatte die Deutsche Feuerwehrgewerkschaft für Hamm einen Mehrbedarf von 50 Mitarbeitern errechnet und gefordert. Die Stadt bleibt bislang aber bei ihrer Darstellung, dass man eigentlich sogar zwei Stellen zu viel habe. 

Drei Monate soll nun ein Rathaus-Mitarbeiter, der in der Dienstplan-Software geschult wurde, sich die Schichtplanung bei der Feuerwehr anschauen. Es geht dabei auch darum, warum die Feuerwache II vermeintlich unterbesetzt war. Damit will die Stadt die Diskrepanz zwischen Aussagen der Gewerkschaften und der Stadtverwaltung bezüglich der Personalkapazität ergründen.

Bereits zuvor hatte Markus Kreuz einräumen müssen, dass die Stadt mehr als 15 Jahre lang nicht die Einhaltung der Hilfsfristen - also von der Alarmierung bis zum Eintreffen am Einsatzort - dokumentiert hatte. Bis zu einer Erhebung für das Jahr 2016 auf Anfrage des WA  hatte es die letzte Dokumentation 1999/2000 für die Aufstellung des Brandschutzbedarfsplanes 2001 gegeben. 

Mit damals unterirdischen Werten, was zur Errichtung der Feuerwache II am Hohefeldweg führte. Ob die 2001 beschlossenen Maßnahmen  wirken, hat die Stadt also nie überprüft. Durch ein Software-Update solle die Lücke nun geschlossen werden, sagte Kreuz. 

Für 2016 hatte die Auswertung ergeben, dass die Feuerwehr die Hilfsfrist in 82 Prozent der Fälle erreicht. 

Im Video ein Einblick in die Feuerwache II vor der Eröffnung 2010:

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