Dauerstress rund um den Inlogparc

Stadt verschärft Kampf gegen Lkw-Verkehr

Von einem Lkw beschädigt wurde die Lkw-Sperre am Osterbönener Weg im Inlogparc.
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Von einem Lkw beschädigt wurde die Lkw-Sperre am Osterbönener Weg im Inlogparc.

Die Anwohner rund um das Gewerbegebiet Inlogparc sind mit ihrer Geduld am Ende und wollen weitere Lkw-Verkehre nicht mehr hinnehmen. Mittlerweile hat die Stadt reagiert.

Selmigerheide/Weetfeld – Eine beschädigte Lkw-Sperre, Ärger um den ruhenden Verkehr und Lkw, die verbotenerweise durch die südliche Weetfelder Straße und andere Straßen fahren: Die Verkehrssituation rund um den Inlogparc sorgt weiter für Diskussionen – auch und gerade angesichts der Erweiterungspläne des Paket- und Expressdienstleisters DPD, durch die ein noch höheres Verkehrsaufkommen befürchtet wird. Sogar rechtliche Schritte werden von Anwohnern wie Folke Hellmig (FWG Hamm) und Frank Timpeltey nicht mehr ausgeschlossen.

Entrüstung und Frustation

Die freut es daher, dass die Stadt die ersten Maßnahmen zur Entschärfung der Situation in die Wege geleitet hat – eine Situation, durch die sich bei vielen Anwohnern in den vergangenen Monaten eine „massive Entrüstung und Frustration bemerkbar gemacht hat“. Durch eigene Erfahrungen konnte Hellmig die Schilderungen bestätigen. So habe der Verkehr durch fehlgeleitete Lkw kürzlich bereits morgens um 1 Uhr eingesetzt und die Anwohner der Weetfelder Straße unsaft geweckt. Hanebüchend seien auch die Zustände vor dem DPD-Paketzentrum: „Beiderseits auf dem Osterbönener Weg standen Lkw. Selbst der Wendehammer war zugeparkt. Für Autos war teilweise kein Durchkommen mehr. Fahrradfahrer mussten sich durch kreuzenden Lkw-Verkehr eine riskante Durchfahrtmöglichkeit erkämpfen“, schilderte er.

Und auch Hellmig konnte bestätigen, dass Lkw-Fahrer ihre Fahrzeuge an der Zufahrt zu einem Naherholungsgebiet abgestellt und teilweise dort ihr Geschäft erledigt hätten. „Das war einfach nur ekelig.“

Hier ist allerdings Entspannung in Sicht: DPD hat auf die Zustände vor dem Paketzentrum bereits reagiert und angekündigt, auf seinem Gelände zusätzliche Lkw-Stellflächen schaffen zu wollen.

Bürger prüfen Petition

Hoffnung, dass sich die Situation verbessert, hat auch Frank Timpeltey. „Wir sind auf einem ersten guten Weg in unseren Gesprächen mit der Verwaltung und ich gehe davon aus, dass die vereinbarten strukturellen Maßnahmen auch umgesetzt werden.“ Eine weitere Steigerung der Verkehre werde man mit allen Mitteln bekämpfen. „Da schrecken wir auch nicht davor zurück, die Rechtmäßigkeit beziehungsweise das Zustandekommen der politischen Entscheidungen in Hamm, insbesondere aber auch in Bönen notfalls per Petition prüfen zu lassen“, so Timpeltey.

Wie er, hofft auch Ralf Hohoff vom OB-Büro, dass die zur Umsetzung anstehenden Maßnahmen Früchte tragen. Mit ihrer Hilfe solle vor allem dem Lkw-Verkehr Einhalt geboten werden. Es habe auch, wie Hohoff sagte, Begehungen dazu gebeben.

Eines der größten Probleme aus Sicht der Stadt und der Anwohner fängt bereits in Bönen an – und zwar an der dortigen Autobahnabfahrt. Dort fehlt der Hinweis „Inlogparc Hamm“ gänzlich. Das hat zur Folge, dass Lkw-Fahrer mit eben diesem Ziel immer der Beschilderung „Hamm“ folgen – und nicht in Richtung „Gewerbegebiet Bönen“ fahren. Und irgendwann landen sie auf den Straßen in der Selmigerheide und in Weetfeld, wo aufgrund der Lkw-Sperre am Osterbönener Weg Endstation ist.

Knackpunkt Autobahnabbfahrt

In dieser Frage ist die Stadt Hamm mittlerweile beim zuständigen Landesbetrieb Straßen.NRW vorstellig geworden. Der habe zwar schon, wie Franz-Josef Borgschulze vom Tiefbauamt erklärte, das erste Hinweisschild „Gewerbegebiet Bönen“ aufgestellt. Das sei aber noch nicht ausreichend, es fehle der Zusatz „Inlogparc“. Laut Landesbetrieb solle das Schild in vier bis sechs Wochen aufgestellt werden. „Wir überlegen daher, vorübergehend mit einem Aufkleber zu arbeiten.“

Mittels Beschilderung wurde mittlerweile das Parken auf dem Osterbönener Weg zwischen DPD und dem Prologisparc unterbunden. Im Abschnitt zwischen dem Stichweg In der Niedervöhde und dem Fuß der Autobahnbrücke wurde ein eingeschränktes Zonenhalteverbot eingerichtet. Ferner kündigte Borgschulze an, dass man den beschädigten Block an der Lkw-Sperre erneuern und auch die Zuwegung zum Naherholungsgebiet entsprechend ausstatten werde, um das Parken der Lkw zu verhindern. Außerdem werde es in der kommenden Woche ein Gespräch mit Vertretern von DPD geben.

Parallel soll die gesamte Situation weiter überwacht werden. Hohoff bat um Verständnis, dass das angesichts der steigenden Corona-Zahlen und der Stichwahl am 27. September derzeit nicht möglich sei. Man wolle auch die Polizei ins Boot holen.

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