Verursacher wird oft nicht ermittelt

Wilde Müllkippen kosten der Stadt viel Geld - und sind kein Kavaliersdelikt

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Ein Bürger hat an den Ausschuss für Anregungen und Beschwerden der Stadt Hamm eine Anregung eingereicht, entschiedener gegen Vandalismus und illegale Müllentsorgung vorzugehen.

Hamm - Gartenabfälle im Wald, Sperrmüll im Park, Autoreifen auf Feldern: In Hamm muss die Stadt Jahr für Jahr rund 300 Mal raus, um wilde Müllkippen zu entsorgen. Nur selten können die Schuldigen ermittelt werden. Rund 150.000 Euro kostet die Entsorgung.

Zahlen muss die Allgemeinheit. „Das Problem haben wir schon seit Jahren“, heißt es aus dem Rathaus. Wird eine illegale Müllkippe entdeckt, werde versucht den Müll einem Verursacher zuzuordnen. Manchmal gebe es Hinweise, denen nachgegangen werde. Oftmals lasse sich der Verursacher aber nicht ermitteln. 

Dabei ist die illegale Müllentsorgung kein Kavaliersdelikt. Bußgelder zwischen 500 und 100.000 Euro können verhängt werden. „Dazu kommen noch die Kosten für die Entsorgung“, so ein Stadtsprecher. Da könne schnell eine große Summe zusammenkommen. Doch leider suchten die Umweltfrevler oft den Schutz der Dunkelheit oder abgelegene Winkel, um ihre Abfälle loszuwerden.

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Auch Grünschnitt ist schädlich

Oftmals ist es auch Grünschnitt aus dem eigenen Garten, der in der Natur entsorgt wird. Dabei ist das kein Kompost sondern schädlich für Feld und Flur, denn Rasenschnitt und Laub können dichte Lagen bilden, die Schimmel- und Gärprozesse in Gang setzen, in deren Folge Mikroorganismen im Boden absterben oder zumindest nicht mehr in der Lage sind, die zusätzliche Biomasse in Humus zu verwandeln. 

Pelkumer Umweltsünder muss 600 Euro für Müll zahlen

„Durch das Überangebot an Stickstoff sowie den Resten von standortfremden Gartenpflanzen wird die ursprüngliche Vegetation zerstört oder verdrängt“, so die Stadt. Um den Umweltfrevlern auf die Spur zu kommen hat sich jetzt ein Bürger an die Stadt gewandt und vorgeschlagen, Prämien für Hinweise zu zahlen. 

Belohnungssystem geht der Stadt zu weit

Im kommenden Ausschuss für Beschwerden und Anregungen soll die Eingabe behandelt werden. Ein Belohnungssystem für Hinweise geht der Stadt allerdings zu weit. „Damit würden wir Denunziantentum fördern“, heißt es aus dem Rathaus. Vielmehr müsse es selbstverständlich sein, dass Bürger Hinweise auf Müllentsorger geben würden. 

Wilde Müllkippe an der Schumacher-Straße wächst

Außerdem habe die Stadt rechtliche Bedenken, Geld an Hinweise zu zahlen. Gleichwohl sei die Verwaltung auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen und sei dankbar, wenn solche eingingen.

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