Gewerbe nahe der A2

Hamm und Lippetal schmieden Allianz für neues Industriegebiet

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Der 43 Hektar große Bereich für das Industriegebiet liegt östlich der Autobahn 2 und wird durch den „Hauptweg“ im Westen, die „Dolberger Straße“ im Süden sowie den Wirtschaftsweg „Oskerheide“ im Osten begrenzt – unweit des Golfclubs Stahlberg.

Flächen für Ansiedlungen von Gewerbebetrieben gibt es in Hamm nicht mehr viele. Die Stadt Hamm beteiligt sich nun an einer Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Lippetal.

Hamm – Entwickeln soll die Fläche die Industriegebiet Westfalen GmbH. Die Stadt Hamm ist über die Wirtschaftsförderung an der neuen Gesellschaft zu 50 Prozent beteiligt, die andere Hälfte trägt die Gemeinde Lippetal. In seiner jüngsten Sitzung am Dienstag stellte der Rat die entsprechenden Weichen – gegen die Stimmen von Pro Hamm, Linken und den Grünen.

CDU-Ratsfraktionschef Dr. Richard Salomon freute sich über die Möglichkeit, in unmittelbarer Nähe der Stadt ein Gewerbegebiet zu entwickeln, von dem die Stadt Hamm ungemein profitieren könne. Da die 43 Hektar große Fläche direkt an der Autobahn-Auffahrt Uentrop liege, könne sich die Stadt die Unternehmen aussuchen, die sich dort ansiedeln können. Daher wolle man besonderen Wert auf die Qualität der neuen Arbeitsplätze legen und bei der Vergabe der Industrieflächen Unternehmen berücksichtigen, die durch die Ansiedlung tarifliche und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze schaffen oder erhalten.

„Das ist eine Riesenchance“, warb Salomon für das Gebiet. Auch unter Klimaschutzgründen könne man guten Gewissens dem Vorhaben zustimmen, weil der Bereich bereits durch die Auf- und Abfahrten der Autobahn 2 belastet sei.

Kritik an Gewerbegebiet mitten in der Lippeaue

Klar sei, dass Lippetal in dem Bereich auf jeden Fall ein Industriegebiet errichten werde. „Wir können uns beteiligen und partizipieren an den Gewerbesteuereinnahmen, obwohl die Fläche nicht auf Hammer Stadtgebiet liegt.“ In der Tat regelt der Gesellschaftervertrag, dass Einnahmen aus Grundstücksverkäufen und Gewerbesteuereinnahmen geteilt werden.

Die Grünen fürchten indes, dass wertvolle Nutzfläche verloren geht. „Sie stellen einen Klimaaktionsplan auf und lassen den Worten keine Taten folgen“, sagte Fraktionsvorsitzender Reinhard Merschhaus in Richtung großer Koalition. Er könne nicht verstehen, dass CDU und SPD mitten in der Lippeaue ein Gewerbegebiet planten. Auch Karsten Weymann (Grüne), kritisierte die Pläne deutlich. „Sie haben aus den vergangenen 20 Jahren nichts gelernt. Das Industriegebiet hat mit ökologischer Rücksicht auf den Klimawandel aber auch gar nichts zu tun“, sagte er. Die große Koalition solle ihre eigenen Beschlüsse ernst nehmen und endlich etwas gegen den Klimawandel unternehmen.

Weymann und Merschhaus gehen zudem davon aus, dass sich in dem autobahnnahen Bereich nur Logistik-Firmen mit einem großen Flächenverbrauch ansiedeln werden.

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