Vorwurf eklatanter Versäumnisse

Personalnot: Stadt Hamm lässt Feuerwehrleute nicht ziehen

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Symbolbild

Hamm - Die Stadt Hamm lässt keine Berufsfeuerwehrleute mehr in andere Städte ziehen. Aufgrund der angespannten Personalsituation werden Versetzungen nur noch genehmigt, wenn die betreffende Stelle wiederbesetzt ist.

Sechs Feuerwehrleute warten nach Maßmanns Angaben derzeit auf ihre Versetzung in andere Gemeinden. Doch Versetzungen lasse man erst dann zu, wenn die Stelle nachbesetzt sei. Das werde für die derzeit Betroffenen spätestens zum 1. Januar der Fall sein, wenn ein neuer Ausbildungsjahrgang für Brandmeister abgeschlossen sei. In einem Fall habe man einem Beamten den Wechsel aus Kulanzgründen bereits ermöglicht.

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Maßmann bestätigte damit Angaben von DFeuG-Sprecher Andreas Jedamzik. Die Kollegen stünden vor einer ungewissen Zukunft. „Gehalten werden sie wegen der großen Personalnot“, so Jedamzik. Öffentlich werde aber „immer noch propagiert, dass genügend Personal da ist.“ Maßmann konterte, dass die Gewerkschaft sich entscheiden solle, ob sie die Personalsituation oder die Wechselmöglichkeiten für wichtiger halte.

Weiterhin auf Konfrontationskurs: Personalchef Bernd Maßmann (rechts) und DFeuG-Sprecher Andreas Jedamzik (links).

"Situation hat sich nicht gebessert"

Die DFeuG schloss sich vorbehaltlos einem 25-Fragen-Katalog von „Pro Hamm“ an, die teils massive Vorwürfe gegen die Stadtspitze äußert. Die Situation bei der Feuerwehr habe sich in diesem Jahr trotz gegenteiliger Zusicherung nicht gebessert, teilte Ratsgruppensprecher Dr. Cevdet Gürle mit. Der Wählergruppe seien massive Beschwerden von Mitarbeitern zugetragen worden. Immer wieder würden Rettungswagen unbesetzt bleiben.

Der Personalchef verneint das: Seit Januar seien 97 Prozent der Rettungswagen vollständig besetzt gewesen. Im Rettungsdienst sind seinen Angaben zufolge derzeit 70,5 von 75 Stellen besetzt (95 Prozent), im Brandschutz 101 von 104 Stellen (97 Prozent). Um die Mitarbeiter zu halten, würden Stellen im Rettungsdienst entfristet und die Planbarkeit von Arbeits- und freien Tagen verbessert sowie die Ausbildung intensiviert.

Aushilfen auf Minijob-Basis gesucht

Neben ausgebildeten Brandmeister, Notfall- und Rettungssanitätern sowie Rettungsassistenten such die Stadt jetzt auch Aushilfen auf Minijob-Basis mit entsprechenden Ausbildungen. Man erhoffe sich so eine Reserve aufzubauen, sagte Maßmann. Die Anfragen seien von außen gekommen, beispielsweise von Medizinstudenten und Ärzten, die beispielsweise Praxiserfahrung sammeln und natürlich auch Geld verdienen wollten. Der Personalrat habe der Ausschreibung zugestimmt.

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