Bei Nachweis der Wesensprüfung keine Extrasteuer

Hamm fast kampfhundfrei - Doch seit wann und warum ist das so?

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Symbolbild

Hamm - Die Flächenstadt Hamm ist mit derzeit etwa 11.500 gemeldeten Vierbeinern eine Hochburg für Hundeliebhaber. Trotzdem ist sie aber nahezu kampfhundefrei.

Aktuell sind noch 54 sogenannte Kampfhunde angemeldet. Das sind Hunde, die im Landeshundegesetz als gefährliche Hunde eingestuft sind. 15 Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes ist das damit beabsichtigte Ziel auch in Hamm erreicht worden, die potenzielle Gefahr schlimmer Beißvorfälle einzudämmen. Die Anzahl der Kampfhunde in Hamm beträgt damit nicht einmal mehr 2 Prozent aller gehaltenen Hunde.

Für den Erfolg mitverantwortlich dürfte auch die hohe Besteuerung der gelisteten Arten sein. Für einen Kampfhund wird eine fast achtmal so hohe Steuer fällig wie für andere Hunde. Doch es gibt auch einen Ausweg: Wer seinen gefährlichen Hund einem Wesenstest unterzieht, kann eine Rückstufung auf die üblichen 90 Euro Hundesteuer pro Jahr erreichen. „Jährlich wird bei etwa fünf bis zehn Hunden der Nachweis über die Wesensprüfung vorgelegt“, sagte gestern Stadtsprecher Lukas Huster.

Besitzer von Kampfhunden müssen höhere Hundesteuer hinnehmen

Die Anzahl der sogenannten Kampfhunde ist in Hamm schon seit Jahren auf einem vergleichbar niedrigem Niveau. In den Jahren 2015 und 2016 waren jeweils 53 Kampfhunde gemeldet, 2017 gab es dann eine leichte Zunahme auf 58 Exemplare.

Was die meisten Hundehalter übrigens nicht wissen: Auch jeder andere Hund, der nicht zu den als gefährlich gelisteten Rassen gehört, kann als solcher eingestuft werden. Dies kann nach Beißvorfällen geschehen. Außerdem gilt bis heute auch die Maulkorbpflicht für gefährliche Hunde, wenn sie in der Öffentlichkeit mitgeführt werden. Häufig wird diese Vorschrift von Haltern missachtet.

Sachkunde in einem Test nachweisen

Zu den Bestimmungen im Gesetz gehört auch, dass für die Halter von Hunden, die schwerer als 20 Kilogramm sind oder großer als 40 Zentimeter (Widerristhöhe) einen Sachkundenachweis erbringen müssen. Sie müssen ihre Sachkunde in einem Test nachweisen, der üblicherweise in den Tierarztpraxen abgenommen wird und kostenpflichtig ist. Außerdem müssen solche Hunde mit einem Transponder als Tierkennzeichnung versehen werden und versichert sein. Außerdem gibt es eine Ortssatzung, die den Leinenzwang vorschreibt.

Als gefährliche Rassen gelten Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier und deren Kreuzungen untereinander sowie deren Kreuzungen mit anderen Hunden. Das Gesetz nennt auch Auflagen für die Rassen Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastín Español, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu.

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