Trotz „Lücken und Mängeln“ im Netz...

Stadt lobt Radler-Standort Hamm: "Nur Münster besser"

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Cornelia Winkelmann, Radverkehrsbeauftragte der Stadt Hamm.

Hamm - Seit 25 Jahren trägt Hamm den Stempel „fahrradfreundliche Stadt“. Auch wenn es vor allem von Alltagsradlern immer wieder Kritik am Angebotszustand gibt, sieht sich die Stadt im Jubiläumsjahr vorbildlich aufgestellt. Auch in diesem Jahr sollen nennenswerte Summen ins System fließen.

Die jährlichen Ausgaben für Radwegebau und die Unterhaltung betragen in Hamm im Schnitt knapp 1,5 Millionen Euro, sagt Radverkehrsbeauftragte im Stadtplanungsamt, Cornelia Winkelmann. Auch wenn sich im Netz „Lücken und Mängel“ zeigen, gebe die Stadt doch „doppelt so viel Geld“ für den Radverkehr aus wie im Bundesschnitt.

ADFC lobt Stadt Hamm als "radtouristisches Highlight"

Der anhaltende Fahrradboom sei dabei Verpflichtung und Ansporn zugleich. Es müsse aber auch klar sein: Der Erhalt und Ausbau des Radwegenetzes koste Geld, das dann an anderer Stelle, zum Beispiel im Straßenausbau, nicht ausgegeben werden könne. Winkelmann: „Die entsprechenden Schwerpunkte werden durch die Haushaltsplanung der politischen Gremien vorgegeben.“

Originelle Werbung für das Radfahren in Hamm - hier am Ökozentrum im Sommer 2014.

Gut aufgestellt im Städtevergleich

Als Gründungsmitglied ist die Stadt Hamm seit 1993 Teil der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte“; nun blicke man optimistisch auf das 25-jährige Jubiläum in diesem Jahr. Viele NRW-Städte in NRW hätten „eine ordentliche Leistung zur Förderung des Radverkehrs hingelegt“, so Winkelmann – „aber bei den ‘echten’ Großstädten mit mehr als 150.000 Einwohnern steht nur Münster noch besser da als Hamm.“

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Lob für neue "Knotenpunkte"

"Knotenpunkte" in Hamm.

Auch aus radtouristischer Sicht habe Hamm einiges zu bieten, glaubt die Fahrradfachfrau. Die jüngst eingerichteten „Knotenpunkte“ als Verbindung der überregionalen Radrouten würden „vor allem zur Vereinfachung der Routennutzung“ führen und seien zudem auch für Alltagszwecke nutzbar: „Wenn man sie nicht nur in einer Karte finden kann, sondern auch auf Wegweisern vor Ort, fällt die Orientierung erheblich leichter.“ Eine eventuelle Ausdehnung der Markierungen auch auf innerstädtische Wegweiser sieht sie aber skeptisch: Das könne zu einem verwirrenden „Schilderdschungel“ führen.

Radrouten und GPS-Daten online

Rad-Gewimmel vor dem Hammer Bahnhof.

Ohnehin spiele das Internet eine immer größere Rolle, um heimischen und auswärtigen Radfahrern Planungsmittel an die Hand zu geben. Auf hamm.de seien inzwischen diverse Stadttouren verlinkt und mit Infos zur jeweiligen Tour sowie Buchungsmöglichkeiten versehen. Zudem seien dort für alle Radrouten GPS-Daten hinterlegt (darunter die Maxi-Radroute an den Stadtgrenzen entlang).

Ein Radler-Stadtplan zeige alle Alltagsradwege, touristische und Freizeitrouten und biete im Begleitheft alle wichtigen Tipps und Infos. Im März werde zudem die Broschüre „Paradies. Für Pedalritter“ mit Infos zu allen Routen, Hotel-Arrangements und Service-Infos sowie einer Karten mit allen Routen neu aufgelegt.

Nicht überall in der Stadt ist das Radfahren immer einfach.

Hier finden Radler offene Ohren:

Was aber, wenn sich die Alltagsradler mit ihren ganz individuellen Sorgen Gehör verschaffen wollen? Für Hinweise auf Schäden an Wegen, Schildern oder Radständern sei der „Online-Mängelmelder“ der Stadt Hamm „der einfachste Weg“, empfiehlt Winkelmann. Und weiter: „Wenn es um grundsätzliche Fragen zur Förderung des Radfahrens in Hamm geht, stehe ich selbst gerne mit Rat und Tat zur Verfügung.“

Planungs-Schwerpunkte für 2018:

  • Im Auftrag des Landes werden die Planung des Radschnellwegs (RS 1) auf dem Mitteldeich zwischen Kanal und Lippe vorangetrieben und dessen Verknüpfungen mit dem örtlichen Wegenetz geplant.
  • Die künftigen Wege für den „ErLebensraum Lippeaue“ werden erarbeitet.
  • Elektromobilität soll stärker gefördert werden, zum Beispiel indem von unterschiedlichen Partnern immer mehr Ladestationen für E-Bikes im ganzen Stadtgebiet in Betrieb genommen werden.

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