Fünf Begeher täglich unterwegs

Schadensausmaß auf Radwegen in Hamm schwer zu überblicken

Hamm - Ist Hamm wirklich eine "fahrradfreundliche Stadt"? Einiges spricht dafür, für einige Radfahrer besteht in der Lippestadt aber Nachholbedarf.  

Seit 1993 ist Hamm Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Städte“. Unter den Großstädten in Nordrhein-Westfalen hat nur Münster einen höheren Radverkehrsanteil. In Hamm liegt dieser aktuell bei rund 19 Prozent, 25 sollen es einmal werden. Und auch beim ADFC-Fahrradklimatest belegte Hamm unter den mittelgroßen nordrhein-westfälischen Städten (100.000 bis 250.000 Einwohner) beim jüngsten Voting 2016 Platz 1. Also alles okay auf Hamms Radwegen? Es gibt noch Nachholbedarf, meinen WA-Leser, die mit dem Rad unterwegs sind.

Zuletzt bemängelte der ADFC, dass Rad- und Gehwege bei der Sanierung der Münsterstraße unberücksichtigt blieben. WA-Leser reagierten und wiesen auf weitere schadhafte Stellen im Stadtgebiet hin. Adenauerallee, Dortmunder Straße, Radbodstraße, Ostenallee, Südring oder auch Marker Allee gehören dazu. WA-Redakteure haben einige der Orte abgefahren. Schwer auszumachen sind sie nicht. Aber wie reparaturbedürftig ist das klassische, vom Kraftverkehr getrennte Radwegesystem in Hamm insgesamt?

Rund 200 Kilometer langes Radwegenetz

Mit der Antwort tut sich die Stadt Hamm schwer. Pro Jahr investiere die Stadt mehr als 1,5 Millionen Euro in den Bau und die Unterhaltung des rund 200 Kilometer langen Radwegenetzes, heißt es auf der Homepage der Stadt. Mit zehn Euro pro Jahr und Einwohner gebe Hamm doppelt so viel fürs Radfahren aus wie der Durchschnitt der Kommunen im Land. Es gebe einen Finanzierungstopf für die Unterhaltung von Straßen, Rad- und Fußwegen. Das Schadensvolumen sei „in der Einzelheit nicht bekannt“, sagte ein Stadtsprecher auf Anfrage. 

Wurzeln haben das Pflaster des Radwegs an der Dortmunder Straße an mehreren Stellen angehoben.

Fünf Begeher seien täglich unterwegs, um Schäden ausfindig zu machen beziehungsweise Hinweisen nachzugehen. „In der Regel gehen ein bis zwei Meldungen pro Tag ein“, so der Stadtsprecher. Kleinere Sofortmaßnahmen ließen sich zeitnah bearbeiten: „Wir fahren so schnell wie möglich raus, um die Schäden zu beheben.“ 

An der Radbodstraße ist das Pflaster abgerutscht.

Bei aufwendigeren Maßnahmen kann die „schnelle Truppe“ der Stadt allerdings wenig ausrichten. Diese müssten über Haushaltsmittel laufen. Das sei unter anderem der Fall, wenn Wurzeln von Straßenbäumen das Pflaster anheben, wie an der Dortmunder Straße ab Kreisverkehr (Hafenstraße) in Richtung Westen. Dort gleicht der Radweg abschnittweise einer Buckelpiste. Hier solle in Kürze Abhilfe geschaffen werden, so der Sprecher. Seit einiger Zeit weist ein Schild von Straßen NRW auf die Schäden hin. Bei gravierenden Schäden ziehe man seitens der Stadt Bereichssperrungen in Erwägung. Auch für weitere Strecken sind bereits Sanierungen angekündigt.

Aktuell führt der ADFC unter www.fahrradklima-test.de eine neue Befragung zur Fahrradfreundlichkeit durch.

Rubriklistenbild: © oz/cedric

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