Stadt erwartet in diesem Jahr noch 400 neue Flüchtlinge

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Hamm - Ab Juni rechnet die Hammer Stadtverwaltung wieder verstärkt mit Neuzuweisungen von mehreren hundert Asylbewerbern.

„Der Anrechnungsfaktor für die in der Alfred-Fischer-Halle bis zum Jahresende 2016 betriebene Notunterkunft des Landes fällt ab Mitte Mai weg“, sagte Tom Herberg, Pressesprecher der Stadt, auf WA-Anfrage. In der Folge rechne man mit weiteren rund Neuzuweisungen in diesem Jahr.

Es sei enorm schwierig, eine zutreffende Prognose zu treffen. Aber bislang sei der Stadt Hamm die Fischer-Halle noch mit dem Faktor 50 pro Monat angerechnet worden. Fällt diese Entlastung weg, sei es realistisch, für die verbleibenden acht Monate dieses Jahres mit bis zu 400 weiteren Neuzuweisungen zu rechnen. „Das gilt aber nur unter den derzeitigen Rahmenbedingungen“, so Herberg. Öffne die Türkei zum Beispiel die Grenzen wieder, werde es wieder deutlich mehr Zuweisungen werden.

Ex-Glunz-Dorf wird weiter ausgebaut

Die Stadt hält trotz der seit einem Jahr niedrigen Zuweisungen weiterhin an dem geplanten Ausbau des Ex-Glunz-Dorfs zu einer großen städtischen Asylbewerberunterkunft fest. Dies auch vor dem Hintergrund, dass inzwischen an anderen Standorten Kapazitäten in erheblichen Umfang weggefallen sind – zum Beispiel das Hochhaus an der Kleinen Alleestraße, das Container-Dorf im Gewerbegebiet Im Ried und die Argonner-Kaserne an der Soester Straße.

Der Ausbau des Glunz-Dorfs hat sich unterdessen aber weiter verzögert. Der Umbau der Häuser 3 und 4, der im April beginnen sollte, soll nun in den Sommerferien starten. „Bis zum Jahresende wollen wir hier Wohnraum für bis zu 150 Flüchtlinge schaffen“, sagte Herberg. Diese Verschiebung sei möglich geworden, weil die neue Einrichtung an der Schützenstraße aktuell bezugsfertig wurde und weiterhin kaum neue Flüchtlinge kamen. In den ersten vier Monaten dieses Jahres seien es nur 24 Neuankömmlinge gewesen.

Pro Haus würden etwa 350.000 bis 400.000 Euro aufgewendet, damit die Bürohäuser bewohnbar werden.

Anmerkung der Redaktion: Die zunächst genannte Formulierung "...ab Juni 800 neue Flüchtlinge" mussten wir überarbeiten. Für das komplette Jahr 2017 gilt tatsächlich nach jetzigem Stand die Zahl 400, teilte das OB-Büro mit.

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