Hamms gute Stube: Sanierung des Schlosses geht weiter

Die „gute Stube“ Hamms, das Schloss Oberwerries wurde in den vergangenen Jahren umfangreich saniert. Weitere Baumaßnahmen stehen in diesem Jahr auf dem Programm.
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Die „gute Stube“ Hamms, das Schloss Oberwerries wurde in den vergangenen Jahren umfangreich saniert. Weitere Baumaßnahmen stehen in diesem Jahr auf dem Programm.

Die Sanierung des Schlosses Oberwerries geht weiter. In diesem Jahr steckt die Stadt Hamm 130.000 Euro in die Erneuerung der Duschen im Kellergeschoss des Haupthauses und eines Gästezimmers im Haupthaus.

Heessen – Bevor die Heessener Bezirksvertreter einstimmig ihre Empfehlung für diese Maßnahme aussprachen, hielt Frauke Frankemöller vom Immobilienmanagement der Stadt einen eindrucksvollen Vortrag über die bereits abgeschlossenen Erneuerungsmaßnahmen an der „guten Stube“ Hamms. Bereits seit dem Jahr 2006 sei sie mit dem Schloss betraut.

Seither wurden im Haupthaus unter anderem Toilettenanlagen saniert, eine Brandschutzsanierung durchgeführt, die historische Decke im Treppenhaus saniert und die Außentreppe instandgesetzt. Die Küche erhielt eine neue Abluftanlage, und die Heizung wurde ausgetauscht. Dach und Fassade wurden in Ordnung gebracht. Auch im Torhaus gab es eine Innensanierung. Der Förderverein spendierte eine neue Glocke.

Umfangreiche Dachsanierung

Als besonders anspruchsvoll habe sich die Dachsanierung herausgestellt. Dafür sei der Dachstuhl digital aufgenommen worden, weil seine Konstruktion sehr kompliziert sei. Zum Teil seien dort noch alte Pfannen mit Strohdocken gewesen. Eine solche Pfanne samt Strohdocke sowie andere Teile aus den Sanierungsmaßnahmen hatte Frankemöller den Bezirksvertretern als Anschauungsmaterial mitgebracht.

Sanierung der Gräfte

Zuletzt wurden die Gräftenmauern saniert, und die Gräfte wurde entschlammt. Bei der Fassadensanierung wie auch bei der Sanierung der Gräftenmauern sei man Stück für Stück vorgegangen und habe immer wieder neu über die Maßnahmen entscheiden müssen.

So sei bei einer Instandsetzung der Gesimse entdeckt worden, dass der Sandstein in den 1980er Jahren hydrophobiert worden sei, um ein Eindringen von Regenwasser zu verhindern. Das habe sich als Fehler herausgestellt, denn die Nässe sei dennoch dahinter gekrochen und habe zu Abplatzungen geführt.

Erneuerung von Teilen der Mauer

Die Sanierung der Gräfte habe eine Million Euro gekostet. „Wir wussten nicht, was uns dort erwartet“, berichtete Frankemöller. Auch dabei seien die Arbeiten sehr kleinteilig gewesen. Viele Teile der Mauer einschließlich der Abdeckung habe man erneuern müssen, zum einen, weil die Steine bröselig gewesen seien, zum anderen weil sie zu niedrig war. Der Schlamm aus der Gräfte sei für eine Renaturierungsmaßnahme zum Niederrhein gebracht worden.

Zimmer- und Fugensanierung geplant

Frankemöller kündigte an, dass die Verwaltung plane, Mittel für die Zimmersanierungen und die Fugensanierung der Außenmauern des Torhauses in den nächsten Haushalt einzustellen.

Bei der jetzt anstehenden Maßnahme sollen die Sammelduschen im Kellergeschoss entfernt werden. Sie sind altersbedingt nicht mehr in Ordnung und zudem als Sammeldusche für die Gäste nicht mehr zeitgemäß. Eine Trennung nach Geschlechtern soll über den zusätzlichen Ausbau des derzeitigen Vorraums erfolgen. Neben der Erneuerung der Ver- und Entsorgungsleitungen, erfolgt weiterhin der Einbau einer neuen Lüftungsanlage, die in einem angrenzenden Raum neben dem Tischtennisraum untergebracht wird.

Schadensträchtige Heizungs- und Sanitärleitungen

Auch die haustechnische Ausstattung der Zimmer ist nicht mehr zeitgemäß. Das Gästezimmer Nummer sechs liegt im ersten Obergeschoss über dem Duschbereich. Hier soll im Zuge dieser Baumaßnahme der Austausch der schadensträchtigen Heizungs- und Sanitärleitungen vorgenommen werden.

Die Durchführung der Sanierung plant die Verwaltung noch in diesem Jahr in enger Abstimmung mit dem Nutzer während des laufenden Betriebes. Um eine dauerhafte Nutzung und Werterhaltung des Gebäudes zu erhalten, ist die weiterführende Sanierung der Gästezimmer in weiteren Bauabschnitten vorgesehen.

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