600 Impfungen am Tag möglich

Impfzentrum in Hamm: Startdatum und Impfplan bekannt gegeben

Corona-Impfzentrum Sporthalle Friedensschule Hamm
+
In der alten Dreifach-Turnhalle der Friedensschule sollen bald im Monat 18.000 Impfdosen verabreicht werden.

Die größten Hoffnungen, die Pandemie innerhalb der kommenden Monate entscheidend einzudämmen, ruhen angesichts der bislang wenig erfolgreichen Maßnahmen auf den Massenimpfungen, die in Kürze auch in Hamm starten sollen. Ein Überblick.

Hamm - Während in Großbritannien bereits am Dienstag die erste Person gegen das Coronavirus geimpft wurde, wird in Hamm seit dem vergangenen Samstag die alte Dreifach-Sporthalle an der Friedensschule hergerichtet, um dort die Impfungen gegen das Coronavirus durchzuführen. Insgesamt sechs Impfstraßen sind dort durch die Messe-Bauer der Zentralhallen errichtet worden. Zunächst ein bis zwei davon werden zum Impfstart (voraussichtlich 4. Januar) betrieben. „Je nachdem, wie viel Impfstoff dann zur Verfügung steht“, sagte Dezernent Markus Kreuz. „Wir bereiten uns aber schon auf die Volllast vor.“ (News zum Coronavirus in Hamm.)

StadtHamm
RegierungsbezirkArnsberg
Fläche226,43 Quadratkilometer
Einwohner179.916 (31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterMarc Herter (SPD)

Impfzentrum in Hamm: So könnte die Impfung gegen das Coronavirus durchgeführt werden

Bis Mitte Dezember soll alles bereit sein. Dann fehlt nur noch die Zulassung für den Impfstoff und es kann losgehen. Voraussichtlich wird in Hamm der Impfstoff von Biontech/Pfizer verabreicht, der auf seinem Weg nach Hamm durchgängig bei minus 70 Grad Celsius gelagert werden muss. In der Halle angekommen, reiche dann ein normaler Kühlschrank. „Darin hält sich der Impfstoff etwa fünf bis sechs Stunden“, so Kreuz.

Nach Angaben von Kreuz sollen in Hamm pro Monat 18.000 Menschen geimpft werden, 600 pro Tag. Dafür wird das Impfzentrum von 8 bis 20 Uhr im Zwei-Schicht-System betrieben. Jede Person benötigt zwei Impfdosen, damit die Vakzine vollständig wirkt. Das bedeutet also, dass pro Monat im günstigsten Fall 9.000 Hammer geimpft werden könnten. So wäre die Stadt bei durchgängigem Betrieb nach etwa 20 Monaten „durchgeimpft“.

Impfzentrum in Hamm: Tatsächliche Bedingungen noch unklar

Das ist allerdings nur ein Rechenspiel. Abzuwarten ist, wie viele Impfungen im Regelbetrieb tatsächlich möglich sind oder wie viel Impfstoff zur Verfügung steht. Möglicherweise könnte das Zentrum bei günstigen Bedingungen aber auch erweitert werden - was den Prozess beschleunigen würde.

Die Impfungen nehmen Ärzte der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) vor. Durch die KVWL werden diejenigen Bürger informiert, die als erstes geimpft werden sollen. Voraussichtlich haben Ältere, Vorerkrankte und Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen Vorrang. Mobile Teams sollen in den Altenheimen impfen. Über die genaue Reihenfolge gibt es noch Diskussionen auf Bundes- und Landesebene.

Impfzentrum in Hamm mit Wohlfühlfaktor: Ruhebereich mit W-Lan

An der Friedensschule wird es im Vorbau der alten Sporthalle eine Registrierungsstelle geben. Jeder, der mit Krankheitssymptomen zu seinem Impftermin kommt, wird dort direkt separiert. Ob Coronavirus-Schnelltests eingesetzt werden, werde noch diskutiert, erklärte Kreuz.

Kommt man ohne Symptome, geht es in einen ersten Wartebereich und von dort in die Impfzone. In diesem Abteil gibt es je Impfstraße zwei Impfkabinen, in denen sich die Patienten vorbereiten können. So könne der jeweilige Arzt immer hin- und herwechseln, wichtige Zeit werde gespart. Nach dem Stich müssen die Patienten noch eine halbe Stunde in einem Ruhebereich warten, um sicherzustellen, dass sie das Präparat auch gut vertragen. „Um die Wartezeit etwas erträglicher zu machen, wird es dort W-Lan geben“, kündigte Kreuz an.

Stadt und KVWL informieren am Mittwoch

Am Mittwoch wollen die Stadt Hamm und die KVWL in einem gemeinsamen Ortstermin über viele weitere Details rund um das Impfzentrum wie die Zufahrts- und Parkregelung, die Impfstoff-Logistik und das Impf-Procedere aufklären. Wir werden auf wa.de zeitnah berichten.

Der Sportunterricht der Friedensschüler soll übrigens weiter in der zweiten, neuen Dreifach-Turnhalle stattfinden. Aus Eltern-Kreisen hatte es nach der Entscheidung für den Standort wegen möglichen Beeinträchtigungen für den Schulbetrieb Kritik gegeben. „Falls wir das Zentrum erweitern müssen, ist der Unterricht über Ausweichlösungen sichergestellt“, betonte Kreuz am Montagabend im Gesundheitsausschuss deshalb. Auch für Sportvereine gebe es Ersatzlösungen. Angesichts der aktuellen Corona-Beschränkungen können die allerdings ohnehin im Moment nicht trainieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare