Rat der Stadt Hamm klar gegen "Fracking"

HAMM - Der Rat hat mit Mehrheit eine Resolution gegen „Fracking“ beschlossen. Darin heißt es: „Fracking wird nicht in der Stadt Hamm zur Gasförderung angewendet.“ Hamm ist dennoch als Standort für eine mögliche Probebohrung im Gespräch, wie am Dienstag bekannt wurde.

Außerdem fordert der Rat, dass die bergrechtlichen Voraussetzungen für die Förderung unkonventionellen Gases in einer Novellierung des über 100 Jahre alten Bergrechts bestimmt werden. Die Linken stritten vergeblich um eine Erweiterung: CDU-Landtagsfraktionsvorsitzender Laumann hatte Bundeskanzlerin Merkel aufgefordert, darauf hinzuwirken, „dass Fracking nach dem jetzigen Stand der Technik nirgendwo möglich wird“.

Zugleich wurde bekannt, dass die HammGas GmbH & Co. KG, die in Hamm Flözgas fördern und verkaufen will, am 8. April einen Vertrag mit der GDF SUEZ E&P Deutschland GmbH geschlossen hat. Demnach wird eine mögliche Probebohrung in Hamm von der Firma mit Sitz in Lingen an der Ems durchgeführt. Öffentlich bekannt wurde dieser Vertrag erst am Dienstag – durch eine Anfrage der Ratsfraktion der Linken, zu der es im Rat eine schriftliche Stellungnahme der Stadtwerke Hamm gab.

Die HammGas befindet sich seit ihrer Gründung am 1. August 2011 bis heute noch in der Aufbau- und Planungsphase. „Zur Aufbauphase gehört auch die Suche nach Kooperationspartnern, um eine eventuelle spätere Explorationsphase fachlich und finanziell sicher durchlaufen zu können. Nach intensiven Gesprächen wurde eine Zusammenarbeit mit GDF SUEZ E&P favorisiert“, heißt es in der Stellungnahme.

 „Es handelt sich um ein seriöses Unternehmen mit weitreichenden Erfahrungen“, sagte Stadtwerke-Sprecherin Cornelia Helm im Gespräch mit dem WA. Sie räumte ein, dass sich die Firma auch mit dem umstrittenen Fracking auskennt. „Der Umkehrschluss, dass diese Methode hier angewandt wird, greift nicht“, versicherte Helm. So steht es auch in der Stellungnahme: GDF SUEZ E&P und HammGas haben in ihrem Vertrag den Einsatz von Hydraulic Fracturing bei Explorationen im Erlaubnisgebiet der HammGas ausdrücklich ausgeschlossen. Die HammGas sei selbstverständlich an ihren Gesellschafterbeschluss gebunden. - dfb/asc

Mehr zum Thema lesen Sie in der Mittwochsausgabe des WA.

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