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Anklage gegen Hammer Pilgerreisen-Büro

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Die Homepage von EZP (hier ein Archiv-Bild) ist mittlerweile nur noch für angemeldete Nutzer zu erreichen.
Die Homepage von EZP (hier ein Archiv-Bild) ist mittlerweile nur noch für angemeldete Nutzer zu erreichen. © Rother

HAMM - Die Dortmunder Staatsanwaltschaft hat zum Schlag gegen die Salafisten-Szene im Hammer Westen ausgeholt. Der 29-jährige Betreiber eines virtuellen Reisebüros und einer seiner Mitarbeiter sind angeklagt, Pilgerreisende mit den Zielen Mekka und Medina über den Leisten gezogen zu haben. Der Schaden soll mehr als 25 000 Euro betragen.

Wie Oberstaatsanwältin Dr. Barbara Vogelsang auf WA-Nachfrage erklärte, bezögen sich die Vorwürfe auf das Jahr 2011. Die aus Baden-Württemberg und Österreich stammenden Geschädigten hätten zwischen April und Juli 2011 Reisen bei dem Hammer Büro gebucht, die letztlich aber nicht stattfanden. In vier Fällen sei das Geld – zwischen 3 000 und 12 000 Euro – nicht zurückgezahlt worden.

Die Hammer Polizei hatte seit Mai 2012 in der Angelegenheit ermittelt. Anfang des Jahres waren die Beamten von mindestens 15

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Geschädigten ausgegangen, die um rund 40 000 Euro gebracht worden sein sollten. Da sich ein Teil der geprellten Pilger nicht zu einer Zeugenaussage bewegen ließ, schrumpfte die Fallzahl und die Schadenssumme. Möglicherweise, so Vogelsang, sei aber auch das verlorene Geld von den Reisevermittlern wieder zurückgezahlt worden.

Unter dem Logo „EZP Hadschreisen“ – EZP steht für „Einladung zum Paradies“ – werden vom Hammer Westen aus seit 2010 Pilgerreisen für gläubige Muslime nach Saudi-Arabien vermittelt. Dabei bedient sich der Hammer Anbieter prominenter Reiseführer, wie dem deutschen Konvertiten Pierre Vogel, der einer der „Stars“ in der nationalen Salafisten-Szene gilt.

Per Videobotschaft erklärte Vogel im Februar, dass er als Reiseführer für das Hammer Büro fungiere und auch 2012 eine Pilgerfahrt begleitet habe. Mit den Geldern habe er nichts zu tun. „Wenn die Führer/Besitzer von EZP Hadschreisen einen Fehler gemacht haben, dann bin ich nicht dafür verantwortlich“, so Vogel.

Auch EZP hat eine Videobotschaft im Internet veröffentlicht. „EZP schuldet einigen Pilgern Geld, und sie werden es wiedererhalten“, heißt es dort unter anderem.

Die Homepage von „EZP“ ist derweil nur noch für angemeldete Nutzer zu erreichen. - fl

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