60 Millionen Euro für Erweiterung - ein Rundgang

Barbaraklinik: Ein Krankenhaus rüstet sich für die Zukunft

Anbau im Südosten: Das neue Bettenhaus wird ab Juli kommenden Jahres 83 zusätzliche Betten beherbergen.
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Anbau im Südosten: Das neue Bettenhaus wird ab Juli kommenden Jahres 83 zusätzliche Betten beherbergen.

Der Plan, St.-Barbara-Klinik mit dem St.-Josef-Krankenhaus in Bockum-Hövel am Heessener Standort zusammenzulegen, ist seit diesem Frühjahr deutlich zu erkennen. Ein Baustellenrundgang mit Projektleiter Dirk Wiese.

Heessen – Los geht‘s am Eingang der Barbaraklinik, aber das Projekt „Wir werden eins“, die Zusammenlegung von Josefskrankenhaus und Barbaraklinik, lässt sich bereits auf dem neuen Parkplatz wahrnehmen. Der ist – wie immer vormittags – nicht nur gut gefüllt, sondern einige Aufgänge Richtung Klinik sind wegen der Bauarbeiten gesperrt. Der noch offene Zugang führt zwar auf den Parkplatz direkt vor der Klinik. Doch parken kann man dort kaum. Die meisten Parkbuchten sind gesperrt, um Platz für Baumaschinen und -fahrzeuge sowie für die Krankentransporte für liegende Patienten zu machen.

Am Eingang wartet Dirk Wiese, der Projektleiter der Bautätigkeit. „Ziehen Sie festes Schuhwerk an“, hatte er vor dem Termin geraten und hinzugefügt: „Altes Schuhwerk ist auch nicht schlecht.“ Guter Rat. Schon wenige Schritte neben dem Eingang beginnt der Schlamm. Wir kommen rechtzeitig, um den Abriss eines Gebäudeteils mitzuerleben.

Aus zwei Krankenhäusern wird eines

Das Projekt „Wir werden eins“, die Zusammenlegung der St.-Barbara-Klinik und des St.-Josef-Krankenhauses Bockum-Hövel am Standort Heessen soll insgesamt 60 Millionen Euro kosten. 9,7 Millionen Euro kommen dabei aus Fördermitteln aus dem Krankenhausstrukturfonds.

Derzeit hat die St.-Barbara-Klinik 351 Betten, das St.-Josef-Krankenhaus 250. Der Umzugstermin steht zumindest ungefähr fest – er soll im Laufe des Jahres 2023 stattfinden.

Der wurde zum großen Teil nicht mehr genutzt und war mit dem Hauptgebäude mit einer Überdachung verbunden – der für die alte Liegendanfahrt. Die ist jetzt ein paar Meter weiter östlich und provisorisch überdacht. Hier, in die freie Fläche zwischen zwei Gebäudeflügeln, kommt ein neuer Funktionstrakt.

Der Funktionstrakt

Vier Etagen wird der neue Funktionstrakt haben. In den Keller zieht die Gastroenterologie ein, das bedeutet ein Plus von 1300 Quadratmetern für diese Abteilung, die sich vor allem mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes befasst. Das Erdgeschoss wird die zentrale Notfallaufnahme füllen. Damit beläuft sich deren zusätzliche Fläche auf 1700 Quadratmeter.

Übrigens: Laut einer Kliniksprecherin fließen Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie – wie überhaupt aus Erkenntnissen der Infektionskrankheiten generell – in die Konstruktion des Neubaus ein. Konkret sollen Untersuchungsräume Außeneingänge für infektiöse Patienten bekommen. Außerdem entsteht ein Wartebereich für infektiöse Patienten.

Platz machen: Wo jetzt ein Anbau abgerissen wird, entsteht der neue Funktionstrakt.

Im ersten Obergeschoss des neuen Funktionstrakts finden sechs weitere Operationssäle Platz – auf 1900 Quadratmetern. Von hier aus führt eine Brücke in den Flügel nebenan, und auch hier wird bereits gebaut: neun weitere Betten in Aufwachräumen. Und ins zweite Obergeschoss zieht die neue Technikzentrale. All diese Arbeiten laufen seit Dezember, die Fertigstellung ist für den Mai 2023 geplant.

Die Intensivstation

Ebenfalls im Westen des jetzigen Klinikgebäudes, also fast nebenan zu neuen Funktionstrakt, ist eine Erweiterung der Intensivstation vorgesehen. Dazu läuft Dirk Wiese auf der westlichen Seite um das Gebäude herum. Unter den Erdhaufen und den Baumaschinen sind noch die Parkbuchtmarkierungen zu sehen. „Der Anbau an die Intensivstation wird auf Stelzen stehen“, erläutert er, „und im zweiten Obergeschoss direkt an die bestehende Intensivstation angedockt.“ Neun neue Betten wird es hier geben, Baubeginn ist im Januar 2022, das Ende der Arbeiten voraussichtlich im März 2023. Erste Vorarbeiten sieht man aber auch hier.

Der Anbau an die Intensivstation wird auf Stelzen stehen und im zweiten Obergeschoss direkt an die bestehende Intensivstation angedockt.

Dirk Wiese, Projektleiter „Wir werden eins“

Das Bettenhaus

Wiese geht auf der Rückseite der Barbaraklinik in Richtung Osten, Ziel ist das neue Bettenhaus. Das wird am östlichen Ende des Bestandsgebäudes angebaut und zeigt in Richtung Süden. 83 zusätzliche Betten sollen hier entstehen, ein Keller, ein Erdgeschoss und vier Obergeschosse sind geplant. Die unteren Etagen fressen sich ein wenig in den Hügel des Heessener Waldes. Die ersten Arbeiten begannen im Mai vergangenen Jahres, der Anbau soll im Juli 2022 fertiggestellt sein. Wer aus dem Heessener Dorf aus Richtung Klinik läuft, wird hier ankommen.

Auf Stelzen: Hier wird ab Januar 2022 die Erweiterung der Intensivstation angebaut.

Die Ambulanzen

Den Gebäudekomplex zu umrunden bedeutet jetzt, sich zwischen Wald und Baustelle durchzuwuseln. Am Ende geht Wiese an der Krankenhausküche vorbei in den Innenhof und zeigt in die Höhe: Dort werden in Innenarbeiten Ambulanzen der Einrichtungen Onkologie/Hämatologie und Urologie vergrößert, andere Funktionsräume müssen weichen. Seit Februar 2021 laufen die Arbeiten hier schon, und sie werden früher fertig sein als die anderen Baumaßnahmen, nämlich bereits im Mai. Sind die Arbeiten hier abgeschlossen, stehen den Einrichtungen 1900 Quadratmeter mehr zur Verfügung.

Der Weg zurück zum Eingang ist jetzt ungewohnt eben und sauber – hier wird eben gerade nicht gebaut. Wiese versichert, die Einschränklungen für die Patienten wie für die Mitarbeiter halte man so niedrig wie möglich. Und alles ist auf das große Ziel gerichtet: Die Zusammenlegung der beiden Krankenhäuser am Standort Heessen. „Der Umzug von St. Josef“, sagt der Projektleiter, „ist nach wie vor für das Jahr 2023 geplant.“ Insgesamt nimmt die Franziskusstiftung, Träger der St.-Barbara-Klinik und des St.-Josef-Krankenhauses dafür 60 Millionen Euro in die Hand. Knapp zehn Millionen davon stammen aus Fördermitteln aus dem Krankenhausstrukturfonds.

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