Speziell für Schüler

Sprung ins Sport-Vergnügen: Stadt-Sport-Bund entwickelt Bewegungs- und Quiz-App

Abflug wie Superman? Nicht ganz: Patrick Droste übt sich im Standweitsprung, Lars Bredthauer dokumentiert den Versuch.
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Abflug wie Superman? Nicht ganz: Patrick Droste übt sich im Standweitsprung, Lars Bredthauer dokumentiert den Versuch.

Es ist ohne Frage alles andere als leicht, sich während der Corona-Pandemie aufzuraffen und Sport zu treiben. Der Stadt-Sport-Bund bietet nun eine ganz besondere Möglichkeit zum Sporttreiben an.

Hamm – Zum einen sind die Sport-Möglichkeiten derzeit enorm eingeschränkt, zum anderen ist es auch ein Problem der Motivation. Eine äußerst interessante Variante, um vom heimischen Sofa hochzukommen und den Geist sowie den Kreislauf trotz Corona mal wieder mächtig in Schwung zu bringen, haben sich die Mitarbeiter des Stadt-Sport-Bundes (SSB) ausgedacht.

Sie haben einen so genannten Biparcours entwickelt. Dieser richtet sich in erster Linie an die Grundschulen und weiterführenden Schulen und kann während der Schulzeit durchgeführt werden. Doch für die Lehrkräfte besteht ebenfalls die Möglichkeit, den Parcours als digitale Sportstunde im Homeschooling, in dem sich aktuell viele Schüler befinden, anzubieten. Ein Erfahrungsbericht nach dem „Biparcours-Selbsttest“.

Biparcour auf rund fünf Kilometern

„Sportlehrer können den Parcours mit ihren Schülern ablaufen, man kann es aber auch alleine oder zu zweit machen. Das ist wie eine Schnitzeljagd“, hatte mir Lars Bredthauer vom SSB vorher erklärt und mich neugierig gemacht. Denn eine Schnitzeljagd fand ich früher, wenn diese von Eltern auf einem Kindergeburtstag organisiert wurden, immer super toll.

Daher hatte ich mich mit Bredthauer und Tim Köster, die beide ein freiwilliges soziales Jahr beim SSB machen, an der Pauluskirche verabredet und wollte diesen rund fünf Kilometer langen Parcours mit seinen Herausforderungen einmal durchlaufen und mich auf die digitale Schnitzeljagd begeben. Im Vorfeld hatte ich mir bereits die entsprechende App auf mein Smartphone geladen, mich an diesem Vormittag in Sportkleidung geworfen und war bereit. Und glücklicherweise fing es auch äußerst entspannt an. An der ersten Station vor dem SSB-Haus in der Stadthausstraße bekam ich für meine erfolgreiche Suchaktion zum Start direkt einmal 20 Punkte gutgeschrieben. Zudem gab es über die App die ersten Infos, wer sich diesen Parcours ausgedacht hat und was mich erwartet.

Biparcour: Bewegung und Wissen

Anschließend erfuhr ich, dass es weiter zum neuen Wassersportzentrum am Kanal geht. Und dass man die Strecke am besten joggend zurücklegen soll, um sich ein wenig aufzuwärmen. Gelesen – und getan. Wir machten uns auf den Weg, trabten locker durch den Nordring und kamen entspannt am feinen Neubau an der Adenauerallee an.

Auf dem Platz vor dem Wassersportzentrum ertönte aus unserem Smartphone plötzlich ein Signalton und es ploppte die nächste Aufgabe auf. Allerdings mussten wir uns nicht sportlich betätigen, sondern uns zuerst einen Infotext durchlesen und anschließend fünf Fragen beantworten. Wann wurde das Wassersportzentrum gebaut? Was ist der Unterschied zwischen Rudern und Kanufahren? Wie viele Vereine sind im Kanu-Ring verschmolzen? Wie viele Vereine gehören dem SSB Hamm? Und zu guter Letzt: Wer ist der Topathlet aus Hamm, der schon an Olympischen Spielen teilgenommen hatte? Einige Antworten wusste ich auf Anhieb, bei der Zahl der im Kanu-Ring verschmolzenen Vereine musste ich raten und lag um einen daneben. Na gut, kann passieren.

Biparcour: Von Station zu Station

Weiter ging es. Im dezenten Tempo liefen wir – den wegweisenden Pfeilen der App folgend – am Kanal entlang, ehe sich auf der Rückseite der Theodor-Heuss-Grundschule wieder das Smartphone hörbar machte. Wir mussten also wieder tätig werden. Und wieder ging es um Sport. Aber dieses Mal um aktiven Sport, von uns selbst betrieben. „Hier beschäftigen wir uns mit Schnelligkeit, Ausdauer, Koordination und Kraft. Das sind Übungen aus dem sportmotorischen Test, den wir in normalen Zeiten im zweiten und vierten Schuljahr an den Grundschulen machen. Da können wir dann bei den Schülern sehen, wo sie talentiert sind und wo sie Defizite haben“, erklärte Bredthauer. Kann also nicht so schwer werden, dachte ich mir.

Zuerst ging es um Standweitsprung. War ich gar nicht so schlecht. Da machten sich noch ein wenig meine früheren Zeiten in der Leichtathletik-Abteilung des SCE Hamm bemerkbar. Danach stand ein sportlicher Wettbewerb gegen Lars. Wer schafft die meisten Schritte hin und her seitlich über einen Stock? Leider musste ich mich hauchdünn geschlagen geben gegen den 37 Jahre jüngeren Kontrahenten. Etwas deutlicher war der Rückstand dann aber im 50-Meter-Sprint. Da war ich mit meinen 56 Jahren gegen den 19-Jährigen chancenlos. Aber egal, hat trotzdem Spaß gemacht. Und sooo groß war mein Rückstand auch nicht.

Quizzen und sportlen beim Biparcour

Und der Spaß wurde noch größer. In der Nähe des Vereinsheims des TuS 59 Hamm meldete sich unser Smartphone wieder. Jetzt sollte eine Sportart pantomimisch ausgeübt werden, die beim TuS 59 betrieben wird und die die anderen erkennen sollten. Ich durfte mir eine aussuchen und entschied mich für Tennis. Kurz den imaginären Ball aufgetippt, hochgeworfen und mit dem anderen Arm ausgeholt. Klar, ein Tennisaufschlag. Doch irgendwie muss der Fehler im Detail gelegen haben. Denn Tim dachte, ich würde einen Basketballer nachahmen, und Lars tippe auf einen Aufschlag beim Volleyball. Okay, ich weiß, was ich jetzt üben muss.

Aber nicht lange aufhalten. Es warteten ja noch weitere Challenges, wie die Aufgaben heutzutage heißen, auf uns. Die nächste lauerte vor der Heimspielstätte der Hammer SpVg. Zuerst musste wieder eine Frage beantwortet werden. Es ging um einen berühmten Fußballer der Stadt. Mehr wird an dieser Stelle aber nicht verraten. Danach sollten wir uns einen Gegenstand unserer Wahl suchen und diesen so oft wie möglich mit dem Fuß jonglieren. Wir entschieden uns aufgrund der Tatsache, dass es ein wenig windig war, für einen Stein. Und das war wirklich richtig schwierig. Ich hatte am Ende die Nase vorne, hatte meine Bestmarke bei viermal Stein hochhalten, ehe er auf den Boden plumpste.

Outdoor-Parcour und Trockenübungen

Während ich meinen kleinen Triumph feierte, schlich Lars recht bedröppelt Richtung Maximare. Erneut gab es zuerst eine Frage, danach mussten wir trocken schwimmen. Auf der Wiese neben den Glasscheiben zum Sportbecken war die gesamte Strecke von 50 Metern wie ein Schwimmer zu absolvieren – allerdings laufend und dabei eine typische Schwimmbewegung machend. Wir entschieden uns beide für den Bruststil, rannten los und hofften nur, dass uns niemand anderes bei dieser Übung beobachtete. Denn es sah schon arg komisch aus.

Schwimmübungen neben dem Schwimmbad: Sieht komisch aus, ist aber gut für den Körper.

Über weitere Herausforderungen am Gradierwerk und am Musikpavillon im Kurpark, wo wir fleißig Punkte einsammelten, Übungen absolvierten und Fragen zu Übungsleitern und der Aktion „bewegt älter werden“ beantworteten, landeten wir schließlich im Outdoor-Parcours vom Physio-Point der Klinik für Manuelle Therapie, von wo aus wir dann locker entspannt den Rückweg Richtung Stadtmitte antraten. „Wir hatten überlegt, ob wir auch Übungen auf dem Weg zurück zum Ausgangspunkt anbieten. Aber das wäre dann zu viel geworden. So kann man entweder laufen oder gehen und kommt am Ausgangspunkt wieder an“, erklärte Bredthauer und hofft nun, dass der Biparcours fleißig genutzt wird und sich die Mühen des SSB gelohnt haben.

App herunterladen und loslegen

Wir haben an diesem Tag den Parcours für die weiterführenden Schulen absolviert. Über die App finden Interessierte aber auch den Parcours für die jüngeren Sportler aus den Grundschulen. Dieser war eigentlich darauf ausgelegt, dass er in kleinen Gruppen auf dem eigenen Schulhof durchgeführt wird, kann aber jetzt auch genauso gut mit der ganzen Familie im Homeschooling, zum Beispiel auf einer Parkfläche mit Bäumen und Mülleimern, ausprobiert werden.

Kindgerechte Bewegungs- und Sportaufgaben stehen bei diesem Biparcours im Vordergrund. Außerdem lernen die Kinder neue Sportarten kennen. Sie müssen sich auf ihr Smartphone nur vorher die kostenlose Biparcours-App laden – und in der Suchfunktion entweder den Begriff „Sport in Hamm“ für die weiterführenden Schulen oder „Sport Rallye in Hamm“ für die Grundschulen eingeben

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