Alternativen gesucht

Vorzeitiges Aus der Sporthalle der Freymuth-Schule wohl besiegelt

Die Sporthalle der Arnold-Freimuth-Schule.
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Der Sporthalle der Arnold-Freymuth-Gesamtschule wird vermutlich nicht mehr geöffnet.

Für acht Vereine und die Arnold-Freymuth-Schule ist es ein harter Schlag: Die Sporthalle der Gesamtschule ist seit dem Sommer dicht und wird ihnen – vermutlich – auch nicht mehr zur Verfügung stehen.

Herringen - Nach Angaben von Stadtsprecher Lukas Huster gibt es an der Halle, wie sich jetzt herausgestellt hat, einige Mängel, unter anderem an der Elektrik und im Bereich der Dachkunstruktion. Und die machten eine Nutzung derzeit unmöglich. Also müsste die Stadt einen höheren Geldbetrag – eine genaue Summe wurde nicht genannt – in die Hand nehmen, um die mehr als 50 Jahre alte Halle wieder auf Vordermann zu bringen. Die Frage ist nur: Lohnt es sich überhaupt, noch einmal viel Geld in die marode Halle zu stecken? Denn: Im Zuge der anstehenden Erweiterung der Arnold-Freymuth-Schule soll sie sowieso abgerissen und an anderer Stelle auf dem Schulgelände durch eine Zweifachsporthalle ersetzt werden.

Ersatz soll 2021/22 kommen

Offen ist jedoch, wann die neue Halle den Vereinen und der Schule zur Verfügung steht. Der bisherige Zeitplan zur Erweiterung der Arnold-Freymuth-Gesamtschule sieht insgesamt drei Bauabschnitte vor: Neubau Sekundarstufe I (2019/20), Bau Zweifachsporthalle (2021/22) sowie Schulhofgestaltung und Bau Sekundarstufe II (2022 bis 2024). Allerdings hängt die Stadt diesem Zeitplan schon mehr als ein Jahr hinterher, denn statt fast schon fertig zu sein, wurde mit dem Bau der Sekundarstufe I (Bauabschnitt I) noch nicht einmal begonnen.

Bis Ende des Jahres soll nun der Baubeschluss für die Gesamtmaßnahme vorliegen und mit ihm ein neuer Zeitplan. Zudem will die Stadt die Politik über die Situation rund um die Sporthalle informieren. Man wolle, so Huster, die Entscheidung zwar nicht vorwegnehmen. Aber: Bei den erforderlichen Investitionen in die alte Halle werde man die Grenze des Vertretbaren wohl überschreiten müssen. „Und wir müssen uns fragen, ob das noch sinnvoll ist.“

Übergangslösung gesucht

Doch was tun? Eine Möglichkeit wäre es, bis zur Fertigstellung der Zweifachhalle eine provisorische Halle mit eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten zu errichten, ähnlich wie dies in Bockum-Hövel passiert ist. Dort musste die Ferdi-Hübner-Halle des TuWa Bockum-Hövel Anfang des Jahres geschlossen werden, ebenfalls aufgrund baulicher Mängel. Die provisorische Sporthalle befindet sich an der Eichstedtstraße und kostet die Stadt rund 200000 Euro im Jahr.

Eine andere Möglichkeit wäre es, die Klassen der Gesamtschule und die Vereine für die kommenden Monate auf die umliegenden Hallen in Herringen (Glückaufhalle, Lessingschule und Außenstelle des Lüders-Kollegs an der Muntenburgstraße) zu verteilen. Mit den Vereinen befinde man sich bereits in guten Gesprächen, zeigte sich Huster zuversichtlich, dass sie alle versorgt werden können.

Was macht die Schule?

Etwas komplizierter verhält es sich bei der Schule. Zwar fand der Sportunterricht aufgrund der Corona-Pandemie seit den Sommerferien im Freien statt. Nach den Herbstferien werde das aber nicht mehr möglich sein, gab Schulleiterin Eva Riahi zu bedenken. Bislang sei die Halle von den Jahrgangsstufen 5 bis 7 genutzt worden. „Die älteren Jahrgänge haben in der Glückaufhalle Sportunterricht.“ Man stehe derzeit in einem regen Austausch mit der Stadt, um erst einmal eine Lösung für das nächste halbe Jahr zu finden. „Ab dem Frühjahr können die Klassen wieder nach draußen.“

Überlegungen, wie es mit dem Sport an der Freymuth-Schule weitergeht, gibt es einige. Denkbar ist es aus Sicht der Schule, dass die jüngeren Jahrgänge die sowieso vorhandenen Schulkapazitäten in der Glückaufhalle und die älteren Jahrgänge die etwas weiter weg gelegenen Hallen nutzen. Riahi denkt hier vor allem an die Halle an der Muntenburgstraße und an eine leer stehende Soccerhalle im Hammer Westen. Auch über eine Ausweitung des Schwimmunterrichts werde nachgedacht. Nach Angaben von Stadtsprecher Lukas Huster soll das Konzept für den Schulsport der Gesamtschule während der Übergangsphase bis zur Fertigstellung der Zweifachsporthalle nach den Ferien vorliegen.

Vereine in Sorge

Bei den Vereinen ist unter anderem der TuS Herringen betroffen, der nach Angaben seines Vorsitzenden, Klaus Alewelt, unter der Woche mit vier Gruppen in der Halle trainiert.

Erste Ausweichmöglichkeit vor allem für die Gymnastikgruppen sei die Sporthalle der Lessingschule. Seit etwa vier Wochen liefen hierzu die Gespräche, so Alewelt, der Verständnis dafür zeigte, dass die Stadt kein Geld mehr in die Halle investieren will und der sich dennoch zuversichtlich zeigte, dass alle Gruppen untergebracht werden können.

Acht Vereine betroffen

Folgende Vereine sind von der Schließung der Sporthalle der Arnold-Freymuth-Gesamtschule betroffen: Turn- und Spielverein 03/45, StadtSportBund Hamm, Sport- und Kulturverein „Adem Jashari“, Hobbysportgemeinschaft Unna-Hamm-Kamen, Taekwondo Herringen, Verein für Gesundheitssport und Sporttherapie, Ruderclub Hamm und SVF Herringen (Winterbelegung Fußball).

Weniger stark betroffen ist der Taekwondo Herringen, der bis März nur mit einer Gruppe samstags dort trainiert hatte. Die meisten Übungseinheiten fänden, so Vorsitzender Dr. Cevdet Gürle, in der Sporthalle der Lessingschule und in der Glückaufhalle statt. Er könne nur hoffen, dass alle anderen Vereine unterkommen. Denn: „Es ist schwierig, in Herringen freie Hallenkapazitäten zu bekommen.

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