Jeden Muskel trainieren

Sport auf Abstand: Wasserski-Anlage läuft als Einzelsport-Event – bald auch mit Publikum?

Die Perspektive täuscht: Allzu nah kommen sich die Wasserskifahrer auf dem Wasser nicht.
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Die Perspektive täuscht: Allzu nah kommen sich die Wasserskifahrer auf dem Wasser nicht.

Sport, Action, Spaß und dazu noch ein Hauch von Urlaubsgefühl: Die Wasserskianlage am Baggersee in Uentrop-Haaren erfreut sich auch in Coronazeiten großer Beliebtheit.


Hamm – So wie am Samstag, als Wassersportler jeden Alters sich mit bis zu knapp 30 Kilometern pro Stunde per Seilzug über die beiden Bahnen des Baggersees ziehen ließen und dabei akrobatische Sprünge und Tricks zeigten.

Anders als viele andere Freizeit- und Sporteinrichtungen in Hamm ist die Anlage in Uentrop bereits seit März wieder geöffnet. Es gibt zurzeit allerdings noch Corona-Einschränkungen – sowohl für den Wasserskibereich als auch für den Baggersee selbst. Mit Beginn der Hauptsaison im Juni und den damit verbundenen längeren Öffnungszeiten hofft Betreiber-in Verena Padberg allerdings auf Lockerungen im Zuge der Coronaregeln.

Wasserski-Anlage als Einzelsport-Event 

Wann und wie genau das aussehen wird, darüber kann sie derzeit noch keine Prognose abgeben. „Es ist wünschenswert, dass wir wieder alles öffnen können – ich weiß aber noch nicht, wie sich die Situation entwickeln wird“, sagt Padberg, deren Familie seit 1979 auch eine Wasserski-Anlage in Paderborn betreibt. Derzeit dürfen nur Wassersportler auf die Uentroper Anlage – und das auch nur, weil es sich um Individualsport handelt, die Wasserski- und Wakeboardfahrer im Abstand von etwa 80 Metern über die beiden Bahnen gezogen werden und es ein Freiluftbetrieb ist. Nicht zur Anlage kommen dürfen daher aktuell Begleitpersonen, Zuschauer sowie Gäste, die den Badesee und die ohnehin noch geschlossene Außengastronomie zum Verweilen nutzen möchten. „Viele fragen schon, wann sie wieder herkommen können“, erzählt Padberg und meint damit unter anderem auch Radfahrer und Nutzer der Römer-Lippe-Route, die am Baggersee gerne einen Zwischenstopp einlegen.

Einerseits ist es natürlich schade, dass es diese Einschränkungen aktuell noch gibt, aber andererseits profitieren zumindest die Wassersportler davon. „Sie können in der Zeit, in der sie bei uns sind, häufiger fahren“, erzählt Mitarbeiter Roman Dürksen bei einem Rundgang über das Areal. Natürlich hofft auch er, dass Corona bald wieder einen normalen Betrieb der 2008 gestarteten Wasserskianlage am Baggersee ermöglicht, doch Spaß hätten die Wassersportler auch jetzt – und das trotz des noch schlechten Wetters. „Im Wasser werden sie eh nass“, sagt er mit einem Lächeln.

Wasserski am Baggersee: Viele Generationen vertreten

Vom Alltag – und sicherlich auch von Corona – mal etwas abzuschalten, ist einer der Gründe, warum am Samstag etliche Sportler wieder ihrem Hobby nachgingen und sich vornehmlich mit Wakeboards über den Baggersee ziehen ließen. Ein anderer Grund: „Man merkt, dass man mit diesem Sport jeden Muskel trainiert – selbst an Stellen, wo man es vorher nicht vermutet hat“, sagt der Hammer Lennard Ogiolda, der schon seit einigen Jahren vom Wakeboardfahren fasziniert ist. „Ich war mal mit meiner Schulklasse hier, seitdem komme ich regelmäßig her“, erzählt der Wassersportler und fügt an, dass sich die Zeit an der Anlage „wie im Urlaub“ anfühle.

Ob Wakeboardfahren kompliziert zu lernen ist? „Für manche ist es einfacher, für andere schwieriger“, sagt die zwölfjährige Romi mit einem Lächeln. „Meine Mutter hat mich mal hier her mitgenommen, seither bin ich oft hier“, erzählt die Hammerin, die schon einige Tricks beherrscht. „Man kann hier viel lernen“, sagt sie über die Vielzahl an Sprungschanzen und Co., an denen sich die Wassersportler je nach Können austoben können. Viele der Sportler kennen sich untereinander und die Atmosphäre ist durchaus familiär. Altersmäßig ist auch alles vertreten. Die Jahreskarteninhaber seien zwischen acht und 65 Jahren, sagt Verena Padberg und freut sich über den Zuspruch, zumal viele Sportler auch von weiter weg nach Hamm kommen. Was die Anlage darüber hinaus ausmacht? „Der Sport fügt sich mit der Natur zusammen“, findet die Betreiberin.

Corona habe der Anlage finanziell natürlich zugesetzt, im vergangenen Jahr sei man aber „mit einem blauen Auge davongekommen“ – vor allem deshalb, weil der Sommer weitgehend normal lief, auch dank der Lockerungen zu dem Zeitpunkt. Dieses Jahr fühle sich jedoch anders an, sagt Padberg und hofft, dass Corona und das Wetter endlich wieder einen Normalbetrieb in Uentrop-Haaren ermöglichen.

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