Aufruf der Spielleute, sich impfen zu lassen

Spielmannszug Mark hat Corona satt und „impft“ mit Musik

Der 18-jährige Fabian Herbertz hat die musikalische Leitung im Spielmannszug Mark von Peter Graf übernommen, der als Musiker und Vorsitzender weitermacht.
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Zwei Spielleute ohne Instrumente – wegen Corona. Den Generationswechsel konnte das Virus aber nicht bremsen: Der 18-jährige Fabian Herbertz hat die musikalische Leitung im Spielmannszug von Peter Graf übernommen, der als Musiker und Vorsitzender weitermacht.

Die rund 30 Spielleute des Spielmannszuges Mark haben die Corona-Beschränkungen ordentlich satt. Dennoch müssen die Musiker daheim bleiben - aber nicht untätig. Zu Hause suchten und fanden sie Wege, gemeinsam gegen das Virus anzuspielen und den Generationswechsel an der Spitze einzuleiten.

Mark – „Wir wollen so bald wie möglich auf die Straße und Musik machen.“ Dass die rund 30 Spielleute des Spielmannszuges Mark die Corona-Beschränkungen ordentlich satt haben, ist den Worten des Vorsitzenden Peter Graf zu entnehmen. Aber Disziplin gehört zum Handwerk. Die Musiker bleiben daheim. Dort suchten und fanden sie andere Wege.

Einen Impfstoff haben sie nicht entwickelt, aber eine Idee und einen kleinen Beitrag, das Impfen entgegen allen Bemühungen von Quertreibern und Skeptikern voranzutreiben. Damit sich ihre Hoffnung auf gemeinsame Proben und baldige öffentliche Auftritte erfüllt, rühren die Spielleute die Werbetrommel fürs Impfen gegen das Coronavirus.

Spielmannszug Mark veröffentlicht Impfspot Nr. 1

„In normalen Zeiten wären wir dafür auf den Marktplatz vor der Pauluskirche gezogen und hätten gespielt“, sagt Graf. „Aber das geht ja jetzt nicht.“ Deshalb haben sie ihren Impfspot Nr. 1 digital produziert und auf Instagram veröffentlicht. „Wir gehen zum Impfen, damit es bald wieder Spaß macht“, heißt es da. Sie hoffen aufs nächste Schützenfest und bleiben bis dahin zu Hause. „Nicht ganz – wir gehen nämlich zum Impfen“, erklären sie zu den Klängen des Steigerliedes, ganz im Sinne von „Glück Auf“.

„Wir schließen uns damit der Kampagne für das Impfen an“, sagt Graf. „Weitere Spots sollen folgen.“ Kurz und prägnant, wie der erste Beitrag, und in der Hoffnung, dass er von vielen gesehen und weitergeleitet wird. Ihr Motto: „Mit jeder Impfung steigt vielleicht auch die Chance, in diesem Jahr doch noch mal den einen oder anderen Auftritt genehmigt zu bekommen“.

Spielleute aus der Mark probten auf Schützenhof

Die vergangenen Monate waren den Blaukitteln viel zu ruhig. Nach einer ersten Zwangspause von März bis Anfang Juni vergangenen Jahres konnten die Spielleute noch auf die Möglichkeiten des Kirchspiel Märkischen Schützenvereins zurückgreifen. Sie spielten unter Hygieneauflagen auf dem Schützenhof an der Marker Dorfstraße, ehe im Oktober erneut die Zwangspause begann. Zuvor schon suchten und fanden sie Alternativen.

Im Sommer 2020 erlaubte es die Corona-Situation, dass der Spielmannszug Mark am DRK-Senioren-Stift Mark spielte.

Im März entstand ein Video, um an den ausgefallenen und sonst sehr erfolgreichen musikalischen Frühschoppen zu erinnern. Als kleinen Film spielten die Blaukittel das Steigerlied ein, indem zunächst jeder für sich seinen Beitrag lieferte. Alle Einzelaufnahmen zusammengeschnitten, ließen den Spielmannszug als Gruppe wieder hörbar werden. „Eine nicht ganz so leichte Aufgabe, die aber in der Umsetzung sehr gut funktionierte und zu einem tollen Ergebnis geführt hat“, sagt Graf.

Spielmannszug Mark trifft sich im Videochat

Besser als gar nichts und sicherlich nur „zweite Wahl“, wie die aktuellen Videokonferenzen des Vorstandes und des ganzen Zuges. Sie bieten den Mitgliedern aber wenigstens die Gelegenheit, sich wieder auszutauschen. „Für die Mitglieder war es auf jeden Fall ein tolles Ereignis, mal wieder im großen Kreis mit allen anderen gleichzeitig reden zu können“, sagt er. „So werden auch in Kürze die ersten Übungsstunden digital angeboten, um auch hier wieder musikalisch Anschluss an die doch jetzt schon lange Pause finden zu können.“

Generationswechsel beim Spielmannszug Mark

Rund zehn Jahre Aufbauarbeit liegen hinter dem Team um Peter Graf. Der Spielmannszug hat sich längst etabliert. Die Alterspanne der Spielleute von sechs bis 64 Jahren – je zur Hälfte junge und erwachsene Mitglieder – zeigt, die Nachwuchsarbeit klappt. Zeit für den 64-jährigen Graf, die musikalische Leitung in jüngere Hände zu geben, in die des 18-jährigen Fabian Herbertz. Den Übergang leiteten beide bereits im März ein – oder vielleicht doch schon viel früher? Denn Fabian habe schon früh gezeigt, dass er mehr könne und schneller lerne als andere, sagt Graf.

Fabian Herbertz hat mit fünf Jahren angefangen Klavier zu spielen, aber das Spielmannshandwerk hat er in der Mark erlernt. Mit zehn Jahren begann er mit der Trommel und lernte schließlich alle Instrumente des Zuges. Die Flöte ist aber „ganz klar“, sein Favorit. Bereits nach zwei Jahren war er Junior-Stabführer. Als musikalischer Leiter kümmert er sich jetzt um die Weiterbildung, um den musikalischen Nachwuchs, die Übungsstunden und Organisation der Auftritte. In diesem Jahr macht er das Abitur. Danach will er fest verwurzelt in der Mark bleiben und seinem Hobby „Spielmannszug“ weiterhin „mit viel Liebe und Leidenschaft“ nachgehen.

Kontakt zum Spielmannszug Mark

Wer Interesse am Musizieren hat, egal welchen Alters, kann sich bei Peter Graf, Telefon 0177/7 88 99 65, melden. Auch in Corona-Zeiten treffen sich die Spielleute – per Videochat. Weitere Infos im Internet unter www.kirchspiel-mark.de/gruppen-im-verein/spielmannszug/

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