Das Spiel ist aus: Kein Public  Viewing in Hamm

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Im Jahr 2008 war der Platz an der Pauluskirche rappelvoll. 

Hamm - Die Zeiten, in denen sich tausende Fußballfans am Marktplatz oder vor dem Bahnhof in den Armen lagen, wenn die deutschen Nationalkicker zu neuen Heldentaten aufgebrochen waren, sind offenbar vorbei. Kein Public Viewing lautet vier Wochen vor Beginn der Fußball-WM in Russland die Nachricht für die Stadt Hamm. Und das dürfte noch über Jahre so bleiben.

Überraschend ist weniger, dass es dieses Mal keine Fußball-Meile mehr geben wird, sondern dass bis vor drei Wochen noch ein Veranstalter aus München tatsächlich großes Interesse gezeigt hatte, in Hamm eine Großbildleinwand aufzustellen. Die gesamte Vorrunde wollte Markus Wallney unter dem Label „KulTour Anpfiff“ und für zwei Euro Eintritt an der Pauluskirche präsentieren. Doch die Agentur aus dem Süden Deutschlands hat nun entnervt das Handtuch geworfen. Zu hohe Sicherheitsanforderungen seien von Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst gestellt worden; in anderen Teilen der Republik, so heißt es aus der bayerischen Landeshauptstadt, sei man behördlicherseits durchaus laxer und weniger grundsätzlich eingestellt.

Gefordert worden sei unter anderem, den Platz in Hamm komplett einzuzäunen, Taschenkontrollen bei jedem Spiel durchzuführen und ständig einen Sicherheitsdienst auf dem Platz vorzuhalten. Und das selbst dann, wenn bei Begegnung wie Peru – Dänemark oder Senegal – Japan nur wenige Dutzend „Rudelgucker“ zu erwarten gewesen wären. Entsprechend hohe Sponsorenmittel habe man trotz mehrerer Besuche in Hamm und enger Kontakte zum Stadtmarketing nicht einwerben können. Mitte April habe man deshalb von den Planungen rund um die Pauluskirche Abstand genommen.

Das Stadtmarketing hatte schon vor Monaten dankend abgelehnt, als die Fragen rund ums Public Viewing aufgekommen waren. Veranstaltungen dieser Art würden nicht mehr so stark nachgefragt wie etwa beim „Sommermärchen 2006“, als die WM damals im eigenen Land ausgerichtet wurde. Hilfe und Unterstützung war möglichen Veranstaltern angeboten worden, mehr aber auch nicht. Wegen der Terroranschläge in Europa und letztlich auch der Loveparade-Katastrophe im Jahr 2010 sind die Sicherheitsanforderungen an Großveranstaltungen deutlich gestiegen. Für die Konzepte vor Ort, das bestätigte ein Sprecher der Stadtverwaltung auf WA-Anfrage, seien der Kommunale Ordnungsdienst und die Polizei Hamm verantwortlich. „Und wir gehen da lieber den etwas sichereren Weg“, hieß es aus dem Rathaus.

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