Spezialfirma saugt Eichenprozessionsspinner ab

Freibad Selbachpark frei von giftigen Raupen

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Im Spezialanzug rückte die Fachkraft dem Eichenprozessionsspinner im Freibad Selbachpark zu Leibe und saugte die Gift-Raupen ab.

[Update 16:16 Uhr] Hamm – Dem Badespaß im Freibad Selbachpark steht ab Donnerstag nichts mehr im Wege. Eine Fachfirma hat am Mittwoch die giftigen Eichenprozessionsspinner beseitigt. Zuvor war noch ein fünftes Nest oder fünfter Kokon, wie es heißt, entdeckt worden.

Am Morgen war zunächst noch von vier Kokons ausgegangen worden, die Mitarbeiter des Pelkumer Freibades am Montag in Eichen nah an den Schwimmbecken entdeckten. Ein fünfter Kokon der giftigen Raupen war am Mittwochmorgen im Mutter-Kind-Bereich entdeckt worden. Weitere kamen im Laufe des Tages aber nicht hinzu. 

Im Schutzanzug rückte Schädlingsbekämpfer Guido Preker von der Firma Hygatec in Werl den Rauben mit einem großen Industriesauger zu Leibe – die Raupen wurden quasi aufgesaugt. Allerdings handele es sich nicht, wie der Experte erklärte, um einen gewöhnlichen Staubsauger wie man ihn von zu Hause kennt. Feinste Filter verhinderten, dass die Härchen der aufgesaugten Raupen wieder nach draußen gelangen. Mit ihm könnten auch Asbestpartikelchen aufgesaugt werden.

Eichenprozessionsspinner im Freibad Selbachpark in Hamm Pelkum wird abgesaugt.

Trotz des Saugers konnte Preker den direkten Kontakt mit denKokons nicht verhindern: Damit er sie überhaupt aufsaugen konnte, musste der Schädlingsbekämpfer die etwa tennisballgroßen, klebrigen Gebilde per Hand auseinanderziehen. Um sich selbst vor den Gifthaaren zu schützen, hatte er daher nicht nur Handschuhe angezogen, sondern einen kompletten Schutzanzug samt Atemmaske.

Nur mit Schutzanzug

Wie der Werler berichtete, habe ein anderer Schädlingsbekämpfer die Eichenprozessionsspinner ohne Schutzausrüstung entfernt. „Er hat dabei schwere Verbrennungen erlitten und ist für einige Tage krankgeschrieben.“

Der Einsatz in Pelkum war für Guido Preker Routine, zumal sich die fünf Kokons in „gut erreichbarer Höhe“ von maximal 3,50 Meter befunden haben. Anders wird sein heutiger Einsatz auf einem Golfplatz im Kreis Warendorf aussehen: Da sind 40 Bäume befallen, die Kokons befinden sich teilweise in mehr als 20 Meter Höhe. Da werde er den ganzen Tag unterwegs sein, so Preker, der den Inhalt des Staubsaugers „fachgerecht entsorge n wird“. 

Ulrich Lehmköster, Centerleiter Bäder bei den Stadtwerken Hamm, ist indes froh, dass das Problem so schnell gelöst werden konnte und das Freibad im Selbachpark „nur“ drei Tage geschlossen war. Auch vorher sei von den Badegästen offenbar niemand mit den Härchen der Raupen in Kontakt gekommen ist. Denn sie dürften, wie Preker erklärte, schon seit April/Mai im Freibad gewesen sein.

Mit einer Art Industriestaubsauger werden die Raupen beseitigt.

Dass weitere Eichen auf dem Freibad-Gelände befallen sein könnten, schließt Guido Preker aus. In der Nähe befinden sich allerdings weitere Bäume, auf denen die Raupen zu finden sein könnten.

Im Umkreis von 50 Metern um ein Nest muss ein Gelände abgesperrt werden. Deshalb hatten die Stadtwerke Hamm das Freibad am Montag geschlossen. Diese Entscheidung sei richtig gewesen, sagt Guido Preker. Der Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner kann starke allergische Reaktionen hervorrufen. Außerdem können die durch die Luft fliegenden Härchen zu schweren Lungenerkrankungen führen. Deshalb ist höchste Vorsicht geboten.

Das Freibad Selbachpark bleibt heute noch geschlossen. Morgen, Donnerstag, soll es aber um Punkt 8 Uhr wieder geöffnet werden.  

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