Fahrten von Hamm ins Hochwassergebiet

Spenden-Stopp bei Jäschke - doch die Hilfe geht weiter

Frank Jäschke koordiniert die Hilfe aus Hamm nicht nur während der Arbeitszeit.
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Kaum eine ruhige Minute: Frank Jäschke koordiniert die Hilfe aus Hamm nicht nur während der Arbeitszeit.

Völlig unkompliziert hat der Hammer Spediteur Frank Jäschke eine der stärksten Spendenaktionen für die Hochwasseropfer in der Region Ahrweiler organisiert. Auch wenn sich der Hilfeknoten zum Glück langsam löst: Viel zu erzählen gibt es immer noch.

Hamm - Mit vier Bullis waren Jäschke und seine Helfer am vergangenen Sonntag nochmals in den Ahrweiler-Dörfer Heppingen und Overath. Geladen hatten sie vornehmlich 60 kleine Kühlschränke. Kaum angekommen, wurden diese von den Bedürftigen direkt dankbar abgegriffen. Weitere 300 Kühlschrank-Lieferungen erwartet der Spediteur in dieser Woche im Lager an der Hafenstraße; auch diese sollen zeitnah dem vor Ort abgefragten Bedarf entsprechend abgefahren werden.

Jäschke ist nach wie vor unendlich dankbar für die Hilfsbereitschaft der Hammer und der Vereine, braucht derzeit aber tatsächlich keine weiteren Spenden mehr. „Der Bedarf ebbt spürbar ab“, sagt er mit spürbarer Erleichterung: Denn fast überall gebe es wieder Strom, die Infrastruktur laufe wieder an. Als der Obst- und Gemüsegroßhändler Viertmann am Dienstag unvermittelt 5000 Eier lieferte, fuhr einer der Bullis dann doch direkt nochmal los. Darüber hinaus seien noch rund fünf Tonnen Frischwasser im Lager, das auf Abruf nach Ahrweiler, Heppingen, Overath oder Bliesheim gebracht werde. Mit den dortigen Ortsvorstehern stehe man in einem guten Austausch. „Was wir haben, geben wir auch raus.“

Fluthilfe aus Hamm: So ist das mit der Dankbarkeit

Jäschke betont abermals, wie „unendlich dankbar“ die Flut-gebeutelten Menschen für die Hilfe seien: „... dass Sie das alles einfach so machen!“ Er und seine Leute spürten aber sehr wohl auch den zuletzt viel kommunizierten Frust auf „die Politik“ - Tenor: Hätte man sich darauf verlassen, stünden die Straßen heute noch voller Müll. Ein dankbares Schulterklopfen aus dem Hammer Rathaus sei bisher an der Hafenstraße nicht angekommen, ergänzt Jäschke auf entsprechende Nachfrage. Viel Lob erfahre sein Team stattdessen vor allem über sozialen Medien wie Facebook.

Dazu passt irgendwie diese Geschichte: Beim städtischen ASH bat der Logistik-Chef kürzlich um eine dringend benötigte Spende von 10.000 Mülltüten. 150 hätte er haben können, hieß es. Jäschke verstand die Welt nicht mehr - und machte das offenbar sehr deutlich. Wenige Tage später stand der ASH dann doch mit mehreren tausend Mülltüten auf dem Hof. Jäschke dazu augenzwinkernd: „Das fand ich dann wieder gut.“

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