Abifeier vor Hochofen

"Geht nicht" gibt's nicht! So spektakulär verabschiedet das MGH seine Abiturienten

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Vor historischer Kulisse im Autokino „Phönix West“ in Dortmund feiert der Film zur Verabschiedung der Abiturientia 2020 des Märkischen Gymnasiums am Freitag Premiere.

Eine Schulentlassung ohne Zeugnisübergabe und Verabschiedung der Abiturienten? Für die beiden Stufenleiter am Märkischen Gymnasium, Katrin Möller und Jens Backhaus, war das nur schwer vorstellbar. Die Lösung ist die wohl ungewöhnlichste dieses Jahres in ganz Hamm.

Hamm-Westen/Dortmund - Im Kollegium wurde hin- und herüberlegt, wie trotz der Corona-Krise und den damit verbundenen Einschränkungen eine Feier für die rund 140 Abiturienten auf die Beine gestellt werden kann. Die Lösung: Nach der Zeugnisübergabe in der Schule, die noch ohne Eltern stattfindet, steigt am Freitagabend die offizielle Verabschiedung – und zwar im Autokino „Phönix West“ in Dortmund. Dort könnten alle Hygienevorschriften eingehalten werden, erläutert Björn Sprenger vom Produktionsteam.

Neben ihm und den beiden Stufenleitern gehören dem auch ihre Kollegen Conny Böving, Theresa Bröskamp, Christoph Dröge, Christian Kettner, Georg Schimmel sowie Oberstufenkoordinator Jens Hieronymus an. Und die haben sich mächtig ins Zeug gelegt, um die Veranstaltung mit etwas Abiball-Atmosphäre auf die Beine zu stellen, Auf ihr feiert der von ihnen produzierte Film „Goldene 20er“ seine Premiere. „Denn wir waren alle der Meinung, dass unsere Abiturienten mehr als nur das Zeugnis in die Hand gedrückt bekommen sollen.“

Anfang Mai wurden die Plänen konkretisiert. Mit dem Autokino in Dortmund war der Veranstaltungsort schnell gefunden. Dass es den Vorzug vor Hamm bekommen hat, begründete Sprenger mit den persönlichen Kontakten, die er zu den drei Betreibern habe. Neben ihnen mussten auch die Stadt Dortmund und die Sponsoren des Autokinos ihr Okay geben, dass die Verabschiedung der Schüler aus Hamm dort stattfinden kann. „Auch wussten wir Anfang Mai noch nicht, ob es überhaupt bis Ende Juni betrieben werden darf.“

Geheimnis um Grußworte von Prominenten

Vor etwa vier Wochen bekam das Produktionsteam dann aber grünes Licht. Bis dahin hatten die Lehrer auch schon jede Menge Fotos und Filme gesammelt und gesichtet. Darunter waren Reden von OB Thomas Hunsteger-Petermann, Bezirksvorsteher Udo Schulte und Schulleiter Florian Rösner, von den Stufenleitern, den Schüler- und Elternvertretern sowie zur Bestenehrung. „Einige Reden wurden bei uns in der Schule aufgenommen, andere wurden uns zugeschickt.“ Darüber hinaus hätten einige Prominente, die einen Bezug zum MGH haben, Grußworte gesprochen. Welche das sind, wollte Sprenger nicht verraten. „Das soll eine Überraschung werden.“

Neben den Reden werden in dem Film auch Fotos und Filme von Studienfahrten sowie musikalische Beiträge vom Lehrerchor, vom Schülerchor, der Schulband sowie einzelnen Schülern zu hören und zu sehen sein. Auch das sei eine Herausforderung gewesen. Aufgrund der Hygienevorschriften habe man nicht gemeinsam, sondern nur jeder für sich im Wohnzimmer musizieren können.

Einige Szenen für den Film wurden auch vor Ort im MGH gedreht.

Begeisterte Ehemalige haben für Idee gespendet

Ab Anfang Juni wurde das zur Verfügung stehende Material, Sprenger schätzt rund 20 Stunden, dann zusammengeschnitten und, soweit erforderlich, nachvertont. Auch hier musste das Produktionsteam die Hygienevorschriften beachten. Zwar seien mittlerweile Treffen in der Schule möglich. Anfangs habe man aber auch nur per Video kommunizieren können: „Selbst wenn das mit der Verabschiedung in Dortmund nicht geklappt hätte, hätten wir den Film erstellt und den Schülern den Link dazu zukommen lassen.“

Nebenbei mussten auch noch verschiedene rechtliche Fragen geklärt werden. Denn in Corona-Zeiten darf nicht die Schule, sondern nur der Schulförderverein mit dem Produktionsteam zu der Verabschiedung einladen. Finanziert wird diese durch den Verkauf der Eintrittskarten und Sponsoren. Dazu gehören die WDI, Lehrer und viele Ehemalige der Schule. Rund 3000 habe man angeschrieben. „Viele fanden die Idee toll und haben gespendet“, freut sich Sprenger.

Fast alle Abiturienten werden kommen. Anreisen werden sie in 120 Autos, die Karten bekommen sie mit den Zeugnissen überreicht. Einlass ist zwischen 20.30 und 21.30 Uhr. Start des Films vor der einmaligen Kulisse einer alten Industrieanlage ist um 21.58 Uhr. Für die „Kino-Besucher“ gibt es Popcorn und Softgetränke.

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