Lockdown-Bilder aus dem Hammer Osten

Spaßbad ohne Spaß - doch im Maximare geht die Arbeit weiter

Ungewöhnlicher Blick durchs Bullauge ins menschenleere Becken.
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Ungewöhnlicher Blick durchs Bullauge ins menschenleere Becken.

Die Wolken hängen tief, Regentropfen prasseln leise gegen die Fenster des Maximare. Im Eingangsbereich des Spaßbades ist es ebenfalls dunkel. Denn das Maximare hat seit Anfang November zu. Komplett still steht es aber nicht.

Hamm - „Es ist sehr surreal, das Bad ohne Leben zu sehen. Die Badegäste fehlen einfach“, sagt Badleiter Oliver Garlepow. „Wir wissen nicht, wann es weiter geht, aber wir wollen vorbereitet sein, um dann möglichst bald wieder zu öffnen“, sagt Garlepow. Aus diesem Grund bleibt auch das Wasser in den Becken. „Für uns ist es besser das Wasser mithilfe von Chemikalien zu erhalten, als das Risiko einzugehen, dass uns die Fliesen von den Wänden fallen“, so Garlepow. Die Fliesen selbst und der Untergrund, auf dem sie verlegt worden sind, brauchen die Feuchtigkeit und den Druck des Wassers aus Stabilitätsgründen.

Obwohl die Becken gefüllt bleiben, sei der Sprung ins kalte Nass für die Mitarbeiter nicht wirklich einladend: Denn die Becken-Temperatur ist von 31 Grad auf 21 Grad herunter gefahren, um Heizkosten zu sparen. Lediglich das Sportbecken bleibt auf Temperatur, damit die Mitarbeiter weiterhin im Training bleiben können. Sie dürfen tatsächlich ihre Bahnen schwimmen, während den Menschen da draußen nur der Blick durch die riesigen Fenster bleibt. Fast alle der 140 Mitarbeiter sind seit der Schließung in Kurzarbeit. Lediglich das Sekretariat und die Finanz- und Lohnbuchhaltung ist derzeit besetzt. Zudem arbeiten Haustechniker und die drei Azubis weiter, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Maximare: Triste Realität eines Spaßbads im Lockdown

Maximare in Hamm: Triste Realität eines Spaßbads im Lockdown.
Maximare in Hamm: Triste Realität eines Spaßbads im Lockdown.
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Maximare in Hamm: Triste Realität eines Spaßbads im Lockdown.
Maximare: Triste Realität eines Spaßbads im Lockdown

Den Lockdown nutzen die Mitarbeiter, um beispielsweise Beleuchtungen auszutauschen oder Hydraulikschläuche zu erneuern. Garlepow: „Die Zeit war günstig, die Schläuche auszutauschen. Eigentlich müssten wir dafür nachts oder ganz früh morgens arbeiten, damit der laufende Betrieb nicht gestört wird.“ Zudem werden jeden Tag Kontrollgänge durchgeführt, damit es zu keinen technischen Problemen kommt. Renovierungsarbeiten gibt es derzeit keine, dafür wurde der erste Lockdown ausgiebig genutzt.

„Ich glaube kaum, dass wir Anfang Februar wieder Badegäste empfangen werden“, sagt Garlepow und blickt wenig optimistisch in die Zukunft. Die Wiederaufnahme des Betriebs würde im Maximare ungefähr eine Woche dauern, erst dann wären alle Becken wieder auf Normal-Temperatur. Ein schnelleres Aufheizen könne zu Rissen führen und „dann geht der Schuss nach hinten los“, sagt der Badleiter. Die Folge wären ausgiebige Sanierungsarbeiten. Nach dem ersten Lockdown Anfang Juni habe die Wiederaufnahme gut geklappt, da vorab gut informiert wurde und so die Systeme langsam wieder hochfahren konnten. Das hofft der Badleiter auch für diesen Lockdown.

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