Geld bleibt auf dem Girokonto

Hammer Sparkasse bewältigt Corona-Krisenjahr mit Wachstum

Stellten die Jahresbilanz vor: Torsten Cremer (links) und Frank Selberg (stellvertr. Vorstandsmitglied).
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Stellten die Jahresbilanz vor: Torsten Cremer (links) und Frank Selberg (stellvertr. Vorstandsmitglied).

Corona-Krise, Niedrigzinsphase, Effizienzdruck: Die vergangenen Monate haben auch die Banken vor große Herausforderungen gestellt. Die Hammer Sparkasse hat die Klippen erfolgreich umschifft und konnte den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzen.

Hamm – Der Geschäftsumfang der Sparkasse Hamm wuchs im abgelaufenen Geschäftsjahr um 207 Millionen Euro (plus 6 Prozent) auf mehr als 3,5 Milliarden Euro (3,543 Millionen Euro). Die Sparkasse erwirtschaftete einen Jahresüberschuss in Höhe von 1,4 Millionen Euro, der dem Eigenkapital zugeschrieben wird.

„Wir sind wirtschaftlich robust durch das Corona-Jahr gekommen. Im Kundengeschäft haben wir große Wachstumserfolge erzielt. Gleichwohl belasten die Negativzinsen unser Ergebnis und lassen unsere Haupteinnahmequelle, den Zinsüberschuss, zurückgehen. Darauf müssen wir uns auch in den kommenden Jahren einstellen“, sagt Torsten Cremer, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Hamm, bei der Vorstellung des Zahlenwerks. Er sieht die Sparkasse für die kommenden Jahre gut aufgestellt.

Geprägt war das Jahr 2020 vor allem durch die Corona-Krise. Das zeigt sich gerade im Kreditgeschäft. Der Bestand an Krediten erhöhte sich um mehr als 5 Prozent (plus 72 Millionen Euro) auf rund 1,424 Milliarden Euro. An Kunden wurden in 2020 insgesamt rund 270 Millionen Euro an Darlehen neu ausgezahlt (34 Millionen Euro).

Bei den Firmenkunden ergab sich laut Sparkasse ein differenziertes Bild: Die Sparkasse half Pandemie-bedingt die Liquidität ihrer Firmenkunden zu halten. Gleichzeitig investierte der Mittelstand deutlich in die Zukunft. Bei den Privatkunden blieb der Wunsch nach den eigenen vier Wänden auch in Coronazeiten ungebrochen. An privaten Wohnungsbaudarlehen wurden rund 104 Millionen Euro neu ausgeliehen – das sind rund 7 Prozent Bestandswachstum.

Sparkasse Hamm im Corona-Jahr 2020: Vorteil regionaler Bank

Schnell und unbürokratisch zu helfen, war den Firmenkundenberatern vor allem bei den Corona-Hilfen ein besonderes Anliegen. Zahlreiche Fragen zu Hilfsprogrammen wurden beantwortet. Die Berater der Sparkasse Hamm haben 65 Anträge für Corona-Förderdarlehen mit einem Gesamtvolumen von rund 10 Millionen Euro gestellt, beziehungsweise aus eigenen Mitteln bereitgestellt. Darüber hinaus haben sie 305 Stundungen von Zins- und Tilgungsleistungen in einem Volumen von rund 636.000 Euro vorgenommen. „Als regionale Bank hatten wir hier den großen Vorteil, unsere Kunden schon seit vielen Jahren zu kennen und so entsprechend helfen zu können“, so Cremer.

Im vergangenen Jahr sparten die Sparkassen-Kunden sehr viel. Der Einlagenbestand nahm um 12 Prozent (plus 170 Millionen Euro) auf 1,652 Milliarden Euro zu. Die Sparkasse sieht das als Vertrauensbeweis, sieht die Summe aber inzwischen auch als deutliche wirtschaftliche Belastung. Cremer: „Bei den wesentlich von der europäischen Geldpolitik beeinflussten negativen Marktzinsen können wir diese Einlagen kaum mehr ertragreich am Markt investieren. Jeder Euro, der neu als Einlage zu unserer Sparkasse gebracht wird, kostet uns inzwischen real Geld.“ Entsprechend müssen Neukunden, die oft auf Anraten von anderen Geldinstituten ihre Spareinlagen zur Sparkasse bringen, inzwischen bei der Sparkasse Hamm Verwahrentgelt zahlen.

Digitale Bezahlweise nimmt zu

Corona hatte auch auf das Bezahlverhalten der Sparkassen-Kunden Einfluss. Immer häufiger bezahlen die Kunden der Sparkasse Hamm nicht mehr mit Bargeld, sondern mit der Karte oder mobil mit dem Handy. Die Anzahl der Transaktionen nahm um rund 30 Prozent zu. Einen regelrechten Boom gab es beim kontaktlosen Bezahlen. Mittlerweile werden 60 Prozent aller Kartenzahlungen kontaktlos oder mit dem Handy oder der Smartwatch abgewickelt. 2019 waren es erst 33 Prozent.

Sparkasse Hamm im Corona-Jahr 2020: Geld bleibt auf Konten

Ein Phänomen, das viele andere Kreditinstitute beobachten, beschäftigt auch die Sparkasse Hamm: Viele Kunden haben ihr Geld auf dem Girokonto gelassen. Hier legten die Bestände um 17 Prozent (plus 97 Millionen Euro) auf 670 Millionen Euro zu. Angesichts einer durchschnittlichen Inflation von 1,5 Prozent und null Prozent Guthabenzinsen verlieren Kunden dabei ihr Geld. Die Sparkasse rät daher zu Wertpapieranlagen: Die durchschnittliche Entwicklung der Kurswerte der Sparkassen-Kunden legte im vergangenen Jahr um 2,4 Prozent zu. Dass 2020 ein aktives Börsenjahr war, zeigt sich auch am Wertpapierumsatz, der mit 280 Millionen Euro um 47 Prozent über dem Vorjahreswert von 191 Millionen Euro lag.

Als in Hamm verwurzelt hat sich die Sparkasse auch im vergangenen Jahr gezeigt und wissenschaftliche, soziale und Umweltprojekte sowie Sport, Kunst und Kultur gefördert und sich mit mehr als einer Million Euro an Spenden und Sponsorings für Hamm engagiert. Die Sparkasse Hamm betreut 116.000 Kunden. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren konstant. Das Gleiche gilt auch für die Mitarbeiter. 343 Mitarbeiter sind beschäftigt, darunter 34 Auszubildende.

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