Sorgen um Glückaufhalle - Auch Neubau eine Option

Ziehen bei der Sanierung der Glückaufhalle an einem Strang.
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Ziehen bei der Sanierung der Glückaufhalle an einem Strang: Andreas Feike (SPD, von links), Norbert Hages und Michael Brandt (beide SK „Germania“) und Julian Janssen (SPD).

Reparieren, umfangreich sanieren, abreißen oder weiternutzen bei gleichzeitigem Bau einer modernen Halle an anderer Stelle? Wenn man die Vertreter der SPD Herringen in diesen Tagen zur Glückaufhalle befragt, gibt es für sie mehrere Optionen.

Herringen – Unbestritten ist für die Genossen, dass zeitnah etwas passieren muss. Denn: Der Boden der Halle ist uneben und bereitet insbesondere den Rollhockeysportlern des SK „Germania“ Herringen zunehmend Sorgen.

Um zu gucken, wie groß der Schaden ist und welche Maßnahme am sinnvollsten ist, wurden auf Betreiben der SPD Herringen 50.000 Euro Planungsmittel in den Haushalt eingestellt. Bis zu den Etatberatungen fürs Haushaltsjahr 2022/23 möchten Julian Janssen, Chef der SPD-Bezirksfraktion, und SPD-Ratsherr Andreas Feike Klarheit darüber haben, wohin die Reise geht. Man wolle, so Janssen, rechtzeitig Informationen bekommen, um reagieren und gegebenenfalls auch die ersten Mittel einfordern zu können.

Das wäre auch im Interesse der Verantwortlichen des SK „Germania“. Im Gespräch mit den beiden Politikern machten Vorsitzender Michael Brandt und 2. Vorsitzender Norbert Hages deutlich, dass die heutige Halle auf Dauer nicht mehr internationalen Ansprüchen genügt, wenn sich die Situation nicht verbessert.

Das Problem

Bereits vor über zehn Jahren hatte die Verwaltung die Situation der Glückaufhalle untersuchen lassen. Die Anhebungserscheinungen der Bodenplatte sind nicht auf Bergsenkungen zurückzuführen, sondern auf die Tatsache, dass zur Erbauungszeit Waschbergematerial als Unterbau eingebaut wurde. Es hat die Eigenschaft, unter Feuchtigkeitseinwirkung zu quellen. Dadurch hat sich die Bodenplatte nach oben verformt.

Sorgen um Glückaufhalle in Herringen: Unterstützung für SK Germania

Brandt befürchtet, dass der Verband eines Tages internationale Spiele in der Glückaufhalle untersagt. Dann würde es in Herringen keine Spiele mehr gegen die europäischen Spitzenteams aus Spanien, Italien und Portugal vor 600 und mehr Zuschauern geben. Feike: „Der SK ,Germania’ muss daher unterstützt werden. Er ist ein sportliches Aushängeschild unserer Stadt und der einzige Hammer Verein, der international spielt.“

Doch was tun? Denn das Problem lässt sich vermutlich nicht einfach lösen. Der Hallenboden ist deutlich sichtbar in die Jahre gekommen. Er wurde an mehreren Stellen geflickt, die Linien sind teilweise nicht mehr zu erkennen. Besonders problematisch ist jedoch, dass er uneben ist und es ein leichtes Gefälle in Richtung Norden gibt – das allerdings mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist. „Ohne anzustoßen, rollen die Bälle in zwei Ecken.“

Sorgen um Glückaufhalle in Herringen: Sanierung einst mit Lücken

Vor zehn Jahren wurde die Halle schon einmal umfangreich saniert. 2,8 Millionen Euro sollte die gesamte Maßnahme kosten, inklusive des Bodens. Später wurde die Sanierung des Hallenbodens mit Zustimmung der schwarz-gelben Mehrheit im Rat dann aber doch gestrichen – knapp 900.000 Euro flossen statt nach Herringen in die Sanierung der Sporthalle an der Stefanstraße in Bockum-Hövel. Feike und Janssen bedauern das. „Das ,Nein’ zur Sanierung des Hallenbodens war damals ein großer Fehler“, so Feike. Wäre er schon damals erneuert worden, müsste heute nicht über einen Neubau der Halle gesprochen werden, glaubt er.

Völlig ausschließen wollen Janssen und Feike den nicht. „Erreichen die Kosten irgendwann eine bestimmte Summe, müssen wir uns fragen, ob nicht ein Neubau an dieser oder einer anderen Stelle sinnvoller ist.“ Ein neuer Standort müsse dann ebenfalls untersucht werden, so Feike. Für den Schul- und Vereinssport könnte die Glückaufhalle noch erhalten werden. Beide sagten den Verantwortlichen des SK „Germania“ zu, dass sie den Verein weiter unterstützen und dabei helfen werden, dass bei einem möglichen Um- beziehungsweise Neubau ihrer sportlichen Heimat der Trainings- und Spielbetrieb an anderer Stelle aufrechterhalten werden kann.

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