Drogen-Vorstoß aus Berlin

Soll Cannabis legalisiert werden? Das sagen Experten in Hamm

Im Zuge der Sondierungsgespräche von SPD, Grünen und FDP auf Bundesebene schaffen es derzeit viele Themen ins Rampenlicht. Am heißesten wird nun das Thema (Einstiegs-)Drogen diskutiert. Auch in Hamm.

Hamm – Zuständige Stellen in der Stadt sehen diverse Gefahren bei der Legalisierung von Cannabis. „Es ist immer ein gewisses Risiko vorhanden, wenn eine Droge legalisiert wird“, sagt Birgit Süsselbeck von der Jugendsuchtberatung der Stadt Hamm. „Vor allem bei den Jugendlichen muss es um die Prävention gehen, um nicht schlussendlich in eine Sucht hinein zu rutschen.“

Wie leicht das sein kann, zeigen die Daten aus dem Jahr 2021. Von den derzeit 156 Beratungsgesprächen, die von der Jugendsuchtberatung durchgeführt wurden, hatten über 30 Prozent den übermäßigen Konsum von Cannabis als Grund. „Das ist bei uns der Löwenanteil“, sagt Süsselbeck. Zudem tauche Cannabis auch häufig in Verbindung mit dem Konsum anderer Drogen auf, etwa mit Alkohol.

Um eine Perspektive aus der Sucht aufzuzeigen, setzt die Beratung vor allem bei der Vorgeschichte der Jugendlichen an. Von dort ausgehend werden Strategien entwickelt, die Sucht hinter sich zu lassen.

Einen leicht anderen Standpunkt hat hingegen Ann-Kathrin Schultz von der Jugendhilfeorganisation Outlaw. „Wir sind uns natürlich der Risiken des Cannabiskonsums bewusst“, so Schultz. Das Ziel bei Outlaw sei es, dass die Jugendlichen auf Drogen verzichten. Dennoch sieht Schultz bei der Legalisierung auch einen Vorteil: „Durch die Legalisierung würde man den Schwarzmarkt bekämpfen, wo teilweise die Angebote mit anderen Substanzen gestreckt sind.“

Zahlen der Polizei Hamm legen hingegen nahe, dass der Schwarzmarkt bei den Straftaten ein eher geringes Problem darstellen. Nur 12 Prozent der 319 Straftaten 2021, die in Verbindung mit Cannabis stehen, haben mit Handel zu tun. - snp

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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