Zum Beispiel „MegaSun“ und „My Sun“

Ertrinken in Desinfektionsmittel: Solarien wieder im Betrieb

Im Solarium „MegaSun“ wurde schon vor Corona sehr viel gesprüht und gewischt.
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Im Solarium „MegaSun“ wurde schon vor Corona sehr viel gesprüht und gewischt.

Seit einer Woche dürfen Solarien in Hamm nach der ewig langen Lockdown-Zwangsschließung wieder öffnen. Wir haben im „MegaSun“ und bei „My Sun“ nachgefragt.

Hamm - Lange überlegen muss Gabriele Viel nicht, als sie gefragt wird, wie lange ihr Solarium zuletzt geschlossen war. „Genau 103 Tage – und damit mehr als doppelt so lange, als beim ersten Lockdown mit 49 Tagen“, sagt die Betreiberin von „MegaSun“ am Kreisverkehr an der Heessener Straße. Erst in dieser Woche durfte Viel nun – genauso wie alle anderen Solarienbetreiber in Hamm – erstmals seit der Corona-bedingten Zwangsschließung am 16. Dezember wieder Kunden auf ihre neun Sonnenbänke lassen.

Die Resonanz seither: Freude bei den Solariengängern, Erleichterung bei den Betreibern. „Wir freuen uns riesig, dass endlich die Sonnen wieder scheint“, hatte Gabriele Viel von „MegaSun“ schon kurz nach der Bekanntgabe der Wiedereröffnung durch die Landesregierung mitgeteilt. Entsprechend groß war der Andrang Anfang der Woche.

An ihrer Tätigkeit habe sich grundsätzlich nicht viel geändert gegenüber den Zeiten vor Corona. Denn das Desinfizieren der Sonnenbänke, Fußmatten, Türklinken und Oberflächen habe schon immer dazu gehört, betont sie. Entsprechend scherzhaft sagt sie mit einem Lächeln: „Wir ertrinken in Desinfektionsmittel.“

Solarien in Hamm nach dem Lockdown: Kunden haben viele Fragen

Anders als früher sind nur das Tragen der Maske, die Einhaltung der Abstandsregeln und dass es während Corona keinen Bereich zum Warten und Kaffeetrinken gibt. Doch noch etwas, das sich gegenüber früher geändert hat: „Ich habe 50 oder 60 Telefonate geführt“, erklärt die „MegaSun“-Inhaberin, die die vielen Fragen der Kunden beantworten musste. Denn vielen war der Ablauf unklar und ob sie für einen Solarienbesuch einen Termin brauchen. „Nein“, sagt Viel und fügt hinzu, dass vor dem Sonnenbaden in Hamm auch kein negativer Coronatest vorzuweisen sei – was unterdessen auch die Hammer Stadtverwaltung bestätigt hat.

Ärger über unnötige Umgruppierung

Für Ärger und Unverständnis bei den Betreibern sorgte eine Umgruppierung im Zuge der Pandemie. Denn anfangs waren Solarien in der Kategorie „Schwimmbad und Sauna“ einsortiert. In dieser Sparte war es Solarienbetreibern erlaubt, auch sonntags zu öffnen. Im Zuge der Coronaverordnungen sind Solarien aber seit Mitte 2020 in den Bereich der körpernahen Dienstleistungen umgruppiert worden – „mit der Annahme, dass die für unser Öffnungsbegehren Anfang März dieses Jahres Vorteile bringen würde“, wie es vom Bundesfachverband Besonnung heißt. Mittlerweile wurden Solarien wieder in den Bereich eingruppiert, in dem sie früher waren, und dürfen öffnen – anders als Saunen und Schwimmbäder...

Die Kunden seien seit der Wiedereröffnung sehr diszipliniert, betont Gabriele Viel, die seit über 30 Jahren in der Branche ist und solch eine Krise zum ersten Mal meistert. Dass sich die Wiedereröffnung so lange hinausgezögert hat, macht ihr natürlich zu schaffen. Doch wenigstens könne man jetzt noch das Frühjahrsgeschäft mitnehmen. Im Sommer sind Solarien natürlich geringer besucht.

Solarien in Hamm nach dem Lockdown: Pazdziernys neu im Geschäft

Sorgen machen bräuchten sich ihre Kunden wegen einer möglichen Coronaübertragung auf den Sonnenbänken nicht, unterstreicht Gabriele Viel. Denn neben dem gründlichen Desinfizieren würden auch die Luftfiltersysteme sowie die UV-Strahlung dies verhindern.

Christian und Julia Pazdzierny vor dem frisch renovierten Sonnenstudio „My Sun“ an der Oswaldstraße.

Ebenfalls in dieser Woche geöffnet hat das „My Sun“ an der Oswaldstraße in Bockum-Hövel. Für die Betreiber war das eine Premiere, denn Julia und Christian Pazdzierny hatten das Solarium neu übernommen. „Die Freude ist groß“, sagt Christian Pazdzierny zur Entscheidung, dass die Solarien auch in Hamm jetzt wieder öffnen dürfen und des damit auch für ihn und seine Frau endlich mit dem neuen Laden losging.

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