Der schnelle Weg zum Modell

Schneller als ein 3D-Druck: Joana Bergsiek forscht in Potsdam an einer Software für die Allgemeinheit

„Innovative Holzarbeit“: Joana Bergsiek zog von Hamm nach Potsdam, um dort Informatik zu studieren.
+
„Innovative Holzarbeit“: Joana Bergsiek zog von Hamm nach Potsdam, um dort Informatik zu studieren.

3D-Druck war gestern, jetzt ist die Zeit für „Kyub“ gekommen. Mithilfe von Lasern, die Motive unter anderem aus Holzplatten schneiden, können Objekte gefertigt werden – und das in wenigen Sekunden. Kyub ist somit sehr viel schneller in der Fertigung als ein 3D-Drucker.

Hamm – Damit die neue Software bald für alle zugänglich ist, forscht die Hammerin Joana Bergsiek am Hasso-Plattner-Instituts (HPI) in Potsdam an der Entwicklung der neuen Technik.

Die 21-Jährige studiert im sechsten Semester den Bachelor „IT-Systems Engineering“ am HPI. Das Studium beinhaltet im fünften und sechsten Semester ein Projekt in Kooperation mit einem Projektpartner. Bergsiek entschied sich für das Projekt im Fachbereich „Human-Computer Interaction“. Hierbei wird das Design und die Verwendung von Computer-Technologie an der Schnittstelle zwischen Menschen und Computern erforscht.

Besser als ein 3D-Druck

Im Vergleich zum 3D-Drucker besteht laut Bergsiek der Vorteil darin, dass man mit Kyub sehr viel schneller Objekte fertigen könne. Statt 3D-Modelle langsam mit dem 3D-Drucker zu drucken, zerlegt Kyub die 3D-Modelle automatisch in flache Platten, welche es dann in Minutenschnelle mit einem Laser ausschneidet. Der Benutzer klickt die Platten mit Holzverbindungen in wenigen Minuten zusammen – fertig ist das Modell.

Das beschleunigt die Herstellung enorm: Der anfassbare Prototyp liegt mit der neuen Technologie in wenigen Stunden vor anstatt in mehreren Tagen. Bergsiek: „Mittlerweile bin ich an meinem Schreibtisch umgeben von zahlreichen eigenen Modellen, die Rundungen, Magnetverbindungen und Gravuren enthalten.“ Neben Holz lassen sich Modelle zum Beispiel mit Acyrl erstellen.

Ganz schön voll: Joana Bergsieks Schreibtisch ist wegen der vielen Holzplatten-Modelle kaum noch zu erkennen.

Einfache Bedingung und schnelle Produktion

„Das Ziel ist es, Nutzern ohne technischen Hintergrund das Erstellen von Holzplatten-Modellen schnell und intuitiv zu ermöglichen“, sagt Bergsiek. Als nächstes sollen externe Menschen mit einbezogen werden: So könnten ganze Schulklassen Modelle selber bauen können.

Besonders die Vorbereitung bis zum eigentlichen Lasern sei zeitintensiv, sagt Bergsiek. Denn „in Kyub muss man bislang seine gewollten Objekte selbst bauen und formen“. Die Studentin hat daran gearbeitet, eigene Modelle ins Programm importieren zu können. Bergsiek: „So können Nutzer, die bereits selbst Modelle – außerhalb von Kyub – haben, diese auf die Seite hochladen und direkt mit dem Lasercutter erstellen.“

Kyub existiert seit drei Jahren. Seitdem wurden mehrere Master- und Bachelorprojekte in diesem Bereich durchgeführt. „Da noch viele Ideen für die Software vorhanden sind, wird an Kyub sicher noch Jahre gearbeitet, bis es erhältlich ist“, so Bergsiek.

Die Leidenschaft für Informatik

Die Begeisterung für Informatik war bei Joana Bergsiek nicht schon immer gegeben, irgendwann aber machte es Klick – und die Grundkenntnisse brachte sie sich sogar selbst bei. Nun studiert die Hammerin erfolgreich an einer Universität in Potsdam. „Ich ärgere mich fast ein wenig, dass ich die Informatik erst so spät entdeckt habe“, sagt Bergsiek.

Die Leidenschaft zur Informatik bemerkte die heute 21-Jährige erst, als sie sich auf den für sie neuen Informatikunterricht in der Oberstufe vorbereiten wollte. „Ich hatte totale Vorfreude auf das Fach und wollte mir das Programmieren in Java beibringen.“

Rund 40 Mitarbeiter des Tiefbauamtes testen seit Mitte Juni eine App, die Autofahrer effizienter durch die Stadt lotsen soll. Dabei wird auf der Wilhelmstraße gezielt untersucht, ob Autofahrer die Grüne Welle besser nutzen, wenn sie per App informiert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare