Bezirkspolitiker erhöhen Druck

Soester Straße bleibt Buckelpiste - Die Kritik daran wird lauter

Die Soester Straße ist in Teilbereichen marode.
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Bleibt wohl noch länger eine Schlaglochpiste: Die Soester Straße ist in Teilbereichen marode. StraßenNRW will sie dennoch nicht in der Priorisierung hochstufen.

Die von den Bezirkspolitikern in Uentrop geforderte Sanierung der Soester Straße in einigen Teilbereichen wird wohl noch länger auf sich warten lassen. Die Abschnitte der L670 in Hamm stehen hinter (noch) dringlicher eingestuften Projekten zurück.

Hamm - Hätte das NRW-Verkehrsministerium anders geantwortet als der Landesbetrieb, wäre das sicherlich überraschend gewesen. So bleibt die ernüchternde Feststellung: Die Soester Straße bleibt weiter in Abschnitten eine „Schlaglochpiste“, wie Autofahrer täglich zu spüren bekommen. „Gravierendste Schäden“ würden aber weiter beseitigt, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, heißt es im Schreiben aus Düsseldorf. Zufrieden sind die Bezirkspolitiker mit der Antwort nicht. Sie wollen den Druck verstärken.

Vorstöße aus Hamm, um eine Sanierung der Landesstraße L670 zu bewirken, unternehmen Lokalpolitiker seit Jahren, sogar parteiübergreifend. Der SPD-Bezirksfraktionsvorsitzende Jan-Hendrik Flecke und der FDP-Bezirksvertreter Wilhelm Walther unternahmen im April einen erneuten Versuch. Sie forderten das Ministerium für Verkehr des Landes NRW schriftlich auf, die Teilabschnitte der L670 zwischen Westenfeldweg und Grönebergstraße sowie zwischen Ortsausgang Norddinker und Frielinghauser Straße (L667) in das Landesstraßenerhaltungsprogramm aufzunehmen. Wobei sie den Abschnitt zwischen Neuenkamp und Ostwennemarstraße auch hätten aufnehmen sollen. Die Fahrbahn ist dort seit geraumer Zeit nicht mehr in Ordnung.

Soester Straße bleibt Buckelpiste: So erklärt das Straßen.NRW

Ähnlich wie schon die zuständige Regionalniederlassung Ruhr des Landesbetriebs Straßen.NRW auf eine Anfrage unserer Zeitung im Mai antwortete, verweist das Ministerium auf den sanierungsbedürftigen Zustand einer Vielzahl an Straßen im Lande hin. Die Abschnitte der L670 hätten sich bislang in Konkurrenz zu anderen, als noch dringlicher eingestuften Projekte nicht durchsetzen können, heißt es aus Düsseldorf. Zur Aufstellung des Landesstraßenerhaltungsprogramms 2022 werde die Dringlichkeit im Vergleich zu anderen Abschnitten „erneut geprüft“. Das Ministerium verweist dabei auf Kriterien wie zum Beispiel Verkehrsbelastung, -bedeutung und -sicherheit und bittet, die Entscheidung abzuwarten.

Laut Verkehrsbericht 2018 (derzeit der aktuellste) sind in dem am stärksten beschädigten Abschnitt zwischen den Einmündungen Westenfeldweg und Braamer Straße täglich rund 8800 Fahrzeuge unterwegs. Seit rund fünf Jahren ist deshalb die Höchstgeschwindigkeit auf den etwa 500 Metern zwischen Westenfeldweg und Braamer Straße von Tempo 70 auf 50 herabgesetzt. Die Soester Straße ist, wie der Name schon vermuten lässt, die Verbindung schlechthin zwischen Hamm und Soest. Sie ist nicht die einzige, aber angesichts des Verkehrsaufkommens die wichtigste. Das heißt: Was die Kriterien anbelangt, gibt es schon eindeutige Aussagen. Sie sprechen für eine Sanierung. Doch im Wettbewerb um die sanierungsbedürftigsten Straßen im Land fällt sie immer wieder raus.

Soester Straße bleibt Buckelpiste: Politiker einhellig verständnislos

In der Bezirksvertretung herrscht darüber einhellig Unverständnis. „Wir sind alle Freunde der Soester Straße“, stellte Bezirksbürgermeister Björn Pförtzsch in der Juni-Sitzung der Bezirksvertretung fest. Ironisch setzte er nach: „Wir können die Hoppelei sehr gut vertragen.“

Wir sind alle Freunde der Soester Straße.

Björn Pförtzsch, Bezirksbürgermeister

Inakzeptabel ist für ihn die fehlende Einordnung der Maßnahme auf der sogenannten Prioritätenliste des Landesbetriebes. Die ist intern. Von wo nach wo die Soester Straße Jahr für Jahr verschoben wird, ist den Bezirksvertretern unbekannt. Pförtzsch will aber genau diese Einordnung vom Land einfordern, im Namen der Bezirksvertretung Uentrop.

„Ich finde es gut, dass wir mit einer Stimme sprechen“, sagte SPD-Fraktionschef Flecke. FDP-Bezirksvertreter will den Druck auf die Landesbehörde über den Hammer FDP-Landtagsabgeordnete Ulrich Reuter verstärken, der seit April verkehrspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion ist.

Allerdings hatte schon Oberbürgermeister Marc Herter in seiner Zeit als SPD-Landtagsabgeordneter den dringenden Sanierungsbedarf bestätigt und setzte sich für eine Maßnahme ein. In der Priorisierung rückte die Soester Straße aber nicht hoch genug. Heute dürfte der marode Abschnitt öfter auf seinem Weg von und nach Hause im ländlichen Osten der Stadt liegen.

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