Schaden ist bekannt

Soester Straße bleibt Flickenteppich: Immer wieder andere Straßen sanierungsbedürftiger als L 670

Die Soester Straße ist übersät mit Schlaglöchern, Flicken und Rissen: Die Fahrbahn ist vor allem auf dem Abschnitt zwischen Westenfeldweg und Braamer Straße stark beschädigt.
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Die Soester Straße ist übersät mit Schlaglöchern, Flicken und Rissen: Die Fahrbahn ist vor allem auf dem Abschnitt zwischen Westenfeldweg und Braamer Straße stark beschädigt.

Papier ist geduldig – ungleich geduldiger als viele Verkehrsteilnehmer auf der teils stark beschädigten Soester Straße und als Lokalpolitiker, die sich seit Jahren parteiübergreifend für eine Sanierung der Landesstraße 670 einsetzen.


Braam-Ostwennemar – Ob die Chancen für Landesmittel für die betroffenen Abschnitte der Soester Straße spätestens im kommenden Jahr gut sind, ist selbst beim zuständigen Landesbetrieb Straßen.NRW schwer einzuschätzen. „Der Schaden ist bekannt“, sagt Nadia Leihs von der Regionalniederlassung Ruhr. „Wir prüfen, ob wir die Straße im nächsten Jahr ins Erhaltungsprogramm aufnehmen können.“

Mehr kann sie aktuell nicht sagen. Die gleiche Aussage hätte sie aber sicherlich auch schon im vergangenen Jahr und davor gemacht. Das Problem ist, dass der Sanierungsbedarf größer ist als Landesmittel für Maßnahmen zur Verfügung stehen, und es immer wieder Straßen gibt, die in einem noch schlechteren Zustand sind als andere.

Soester Straße bleibt vorerst ein Flickenteppich

Aber der Zustand der Soester Straße wird in mehreren Abschnitten zusehends schlechter. Vor einigen Wochen hatten SPD und FDP in einem Schreiben an NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) gebeten, den besonders stark betroffenen Bereich zwischen Westenfeldweg und Braamer Straße sowie zwischen Ortsausgang Norddinker und Frielinghauser Straße in die Nachtragsliste des Landesstraßenerhaltungsprogramms 2021 oder in das Programm der Folgejahre aufzunehmen. Auch weiter in Richtung Neuenkamp sind Schäden. Das Schreiben ist bislang nur ein weiterer Versuch von bislang mehreren, Bewegung in die Sache zu bekommen.

Vor wenigen Tagen hatte zumindest FDP-Bezirksvertreter Wilhelm Walther noch keine Antwort erhalten. „Die Soester Straße ist eine Hauptverkehrsachse zwischen Hamm und dem Kreis Soest. Deshalb ist es wichtig, dass sie in einem guten Zustand ist“, sagt er angesichts der Verkehrsdichte.

Soester Straße eigentlich für 2020 priorisiert

Laut Verkehrsbericht 2018 (derzeit der aktuellste) sind in dem am stärksten beschädigten Abschnitt zwischen den Einmündungen Westenfeldweg und Braamer Straße täglich rund 8800 Fahrzeuge unterwegs. Seit rund fünf Jahren ist deshalb die Höchstgeschwindigkeit auf den etwa 500 Metern von Tempo 70 auf 50 herabgesetzt.

„Eine Sanierung der Soester Straße liegt uns schon lange am Herzen“, sagt Bezirksbürgermeister Björn Pförtzsch (CDU) über die Uentroper Bezirksvertreter. „Wir hoffen, dass die Geschwindigkeit mit zunehmender Verschlechterung des Zustandes nicht noch auf 30 herabgesetzt wird. Die derzeitigen 50 sind keine Lösung. Wir haben früh genug auf den Sanierungsbedarf hingewiesen.“

Der Bezirksbürgermeister und weitere Bezirksvertreter hatten spätestens für vergangenes Jahr eine Reaktion des Landes erwartet und bereits vor zwei Jahren eine Antwort zur zeitlichen Einordnung. Pförtzsch verweist auf einen Antrag von März 2019. Demnach sollte sich die Stadtverwaltung mit dem Landesbetrieb in Verbindung setzen. Laut Antwort aus dem Tiefbau- und Grünflächenamt ist das auch geschehen. Zu der Zeit standen allerdings bereits die Maßnahmen des Landesstraßenerhaltungsprogramms 2019 fest. Also kam die Soester Straße in die Priorisierung für 2020. Da kam sie aber wieder nicht auf die Liste der ausgewählten Maßnahmen und in diesem Jahr ebenfalls nicht.

Schlechter Farhbahnzustand der Soester Straße

Wo die Soester Straße auf einer solchen Prioritätenliste steht, wird jedes Jahr neu bewertet. „Das ist ein Abwägungsprozess“, sagt Nadia Leihs von Straßen.NRW mit Verweis auf die Straßenmeistereien. Sie bewerten den Zustand der Straßen Jahr für Jahr aufs Neue und reagieren so auf aktuelle Entwicklungen. „Wir müssen auf das gesamte Straßennetz schauen, und dann die Maßnahmen priorisieren“, sagt Leihs. „Wir ziehen dann die Straßen vor, auf denen Streckenabschnitte die größten Schäden aufweisen.“ Zur Einordnung und als Entscheidungshilfe dienten den Straßenmeistereien interne Listen. Wo die Soester Straße darauf zu finden sei, konnte sie nicht sagen.

Eindeutig ist jedoch die Bewertung des Fahrbahnzustandes insbesondere zwischen Westfeldweg und Braamer Straße beziehungsweise Grönebergstraße: „schlecht“. Regelmäßig überprüft die zuständige Straßenmeisterei mit Sitz in Bönen die Fahrbahn. Sie nimmt „punktuelle Ausbesserungen“ vor. Irgendwann werden sie nicht mehr reichen.

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