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So teuer wird der neue Recyclinghof - Stadt kündigt Gebührenerhöhung an

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Von: Cedric Sporkert

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Noch Wiese, bald Abfall: Auf dieser Fläche soll der zweite Recyclinghof entstehen. Oben links zu sehen ist der Ökonomierat-Peitzmeier-Platz auf dem aktuell eine Notannahmestelle eingerichtet ist.
Auf dieser Gewerbefläche - aktuell noch eher eine Grünfläche - soll der zweite Recyclinghof entstehen. Oben links zu sehen ist der Ökonomierat-Peitzmeier-Platz auf dem aktuell eine Notannahmestelle eingerichtet ist. Darunter der Kaufland-Markt im Hammer Süden. Am unteren Bildrand befindet sich ein Wohngebiet, oberhalb der Fläche Getränke Schürmann. © Hans Blossey

Die Stadt Hamm hat sich erstmals zu den erwarteten Kosten für die Errichtung eines zweiten Recyclinghofs an einem vielfach kritisierten Standort im Gewerbegebiet „Im Ried“ geäußert. Die Details.

Hamm - Im Rahmen einer vorläufigen Abschätzung des Investitionsvolumens geht die Verwaltung – konservativ geschätzt – aktuell von Gesamtkosten in Höhe von etwas über fünf Millionen Euro aus. Die CDU hatte zuletzt wegen der Kosten nachgefragt.

Recyclinghof: Allein die Halle kostet 1 Million Euro

Größter Einzelposten ist demnach die zu drei Seiten geschlossene und rund 1.000 Quadratmeter große Annahmehalle, die knapp über eine Million Euro kosten soll. Das Kassen- und Sozialgebäude ist mit 740.000 Euro veranschlagt, die weiteren Kosten für die Detail-Planung, Anträge, Genehmigungen und die Bauüberwachung werden mit 510.000 Euro kalkuliert.

Wie viel Geld die Verwaltung für die bisherigen Vorplanungen, das Suchverfahren und die Gutachten ausgab, ist indes nicht bekannt. Dazu machte die Verwaltung keine Angaben. Auch zu den Aufwendungen für den Betrieb der Anlage fehlen konkrete Angaben.

Weniger als 1 Prozent: Gebühren sollen minimal ansteigen

Die Stadt prognostiziert unterdessen, dass eine Erhöhung der Abfallgebühren um 0,85 Prozent erforderlich sein wird. „Die jährliche Gebühr für eine 80-Liter-Restmülltonne würde somit um 93 Cent steigen. Bei gleichzeitig erheblicher Fahrstreckenersparnis für private Anlieferer“, heißt es in einer ergänzten Beschlussvorlage für den Rat, der am 13. Dezember eine Grundsatzentscheidung zur weiteren Planung am Standort „Im Ried“ treffen soll.

Die Gebühren für Abfall hatte die Stadt über viele Jahre nicht erhöht. 2022 stiegen sie dann um 9,92 Prozent. Allerdings sind die Abfallgebühren in Hamm auch nach dieser Erhöhung die niedrigsten in der Umgebung.

Gutachter: Keine Probleme wegen Lärm und Geruch

Auch zu den erwarteten Immissionen des Recyclinghofs und den Auswirkungen auf Anwohner äußert sich die Stadt im Rahmen der Ergänzungen zur Beschlussvorlage detaillierter. Ein Sachverständigenbüro für Immissionsschutz mit Sitz in Ahaus fertigte im Auftrag der Stadt demzufolge zwei Gutachten zu möglichen Lärm- und Geruchsbelästigungen an. Eine Zusammenfassung der im September und Oktober bei der Stadt eingegangenen Beurteilungen liegt der Beschlussvorlage bei.

Daraus geht hervor, dass an allen zehn untersuchten Immissionsorten – vornehmlich Wohnhäuser im Umfeld der Fläche – die Richtwerte um mindestens drei Dezibel unterschritten werden. Auch in Sachen Geruch gebe es keine Konflikte mit den Vorgaben. Die gegebenenfalls vorhandene Belastung werde nicht relevant erhöht.

In der BV Mitte wird erstmals politisch diskutiert

Anwohner und Gewerbetreibende wie die Firmen Rullko und Schürmann befürchten dennoch massive Auswirkungen und setzen ihren Kampf gegen den Hof fort. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Arnd Hilwig bezeichnete den Standort darüber hinaus als städtebaulich verfehlt. Die CDU im Hammer Süden sei geschlossen gegen die Errichtung auf der Fläche „Im Ried“. In der Bezirksvertretung Mitte an diesem Dienstag werden die Christdemokraten dagegen stimmen, erklärte Hilwig.

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