Auswirkungen der Corona-Pandemie

Bierbrauer in Hamm: Wie sie leiden, aber auch profitieren

Brauer Jens Wilshaus vor dem Zapfhahn, der umgedreht bleiben muss
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Keine Gastro, kaum Bierabsatz: Bei Jens Wilshaus vom Brauhof in Braam-Ostwennemar schäumen die Sorgen über.

Hamm – Einen historisch niedrigen Bierkonsum verbuchen die deutschen Brauer wegen der Corona-Pandemie. Vor allem die kleinen Brauereien seien betroffen und müssten ums Überleben kämpfen, heißt es vom Brauerbund. Um die Hammer Biersorten ist es sehr unterschiedlich bestellt.

Brauhof Wilshaus
Gleich doppelt betroffen vom Lockdown ist der Brauhof Wilshaus in Braam-Ostwennemar: Weil die Gastronomie geschlossen bleiben muss, ist der Bierabsatz fast zum Erliegen gekommen. Denn Wilshaus-Bier wird zu fast 100 Prozent im Brauhof abgesetzt. Immerhin wird der Bier-Verkauf in Literflaschen, der freitags von 18 bis 20 Uhr stattfindet, nach Auskunft von Jens Wilshaus relativ gut angenommen: „Aber das, was wir da verkaufen, ist noch nicht einmal ein Tröpfchen auf den heißen Stein. Das ist eher eine Erinnerung für unsere Kunden, dass es uns noch gibt.“ Dabei könnte es richtig rundgehen im Brauhof: Vorausgesetzt, die Schutzauflagen werden gelockert, seien die Räume bis Ende Oktober ausgebucht: Fast alle Veranstaltungen, die im vergangenen Jahr ausfallen mussten, seien auf dieses Jahr verschoben worden.

Hammona-Bräu
Ein völlig anderes Konzept fährt die Hammona-Braumanufaktur mit Sitz in Rhynern: Weil sie von Anfang an auf den Verkauf in 0,3-Liter-Flaschen gesetzt hat, ist sie laut Mario Gadiel von dem Lockdown nicht betroffen. Im Gegenteil: „Wir kommen mit der Produktion nicht mehr hinterher.“ Denn noch wird in dem nebenberuflich geführten Familienbetrieb jede Flasche einzeln mit einer der mittlerweile acht Biersorten befüllt und von Hand etikettiert – das soll sich in Kürze ändern. Acht Getränkemärkte werden mittlerweile beliefert – und eigentlich auch drei Gastronomiebetriebe mit Fassbier. Was dort im Moment Corona-bedingt nicht getrunken wird, falle bei der Menge an Flaschenbier nicht ins Gewicht. Immerhin: Rund 120 Hektoliter seien im vergangenen Jahr gebraut worden.

Kloster-Brauerei
Gerade erst im Corona-Sommer 2020 hat der Getränkehändler und -produzent Norbert Rabe sowohl die Rezeptur als auch das Flaschen-Design für sein Kloster-Pils angepasst – durchaus mit Erfolg. Denn: „Die Stammkunden bleiben mir treu.“ Das im Lohnbrauverfahren produzierte Kloster-Pils sei ein Nischenprodukt, dessen Flaschenabsatz als „kleine Marke“ relativ stabil bleibe.
Es gebe zwar einige Gastronomen, die das Hammer Traditionsbier vom Fass anbieten und deren Absatz aktuell bei Null liegt, der Anteil sei aber sehr gering. Immerhin sei es ihm möglich, die Produktion kurzfristig an die Nachfrage anzupassen.

Isenbeck
Auch wenn die Marke Isenbeck seit 30 Jahren nicht mehr in Hamm gebraut wird, ist sie weiterhin lebendig. Die Warsteiner-Braueri lässt sie in Paderborn brauen, der Absatz ist weitgehend lokal - und auch da im Moment auf das Flaschenbier beschränkt. Immerhin: In Argentinien und Kamerun erfreut sich Isenbeck besonderer Beliebtheit.

http://brauhof-wilshaus.de/
https://www.hammona-braeu.de/
https://klosterbrauerei-hamm.de/

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