Funk-Konzept lässt auf sich warten

Sicherheit auf der Meile: "Für manche ist hier kein Platz"

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Polizeieinsätze auf der Meile in Hamm sind seit der Razzia seltener geworden.

Die Situation auf der Südstraße habe sich nach der Razzia Mitte November noch einmal entspannt, sagt „Pirates“-Wirt Karsten Plaß. Eine Funkvernetzung gut drei Monate nach den Übergriffen auf vier Polizisten gibt es noch nicht, die Geräte seien aber bestellt.

Hamm – Erfreulicherweise sind die vier Polizisten, die in ihrer Freizeit im Umfeld der Südstraße attackiert worden waren, nach WA-Informationen wieder im Dienst. Die angekündigte Funkvernetzung des Sicherheitspersonals lässt aber noch auf sich warten. Plaß, der die Sicherheitsfrage selbst mit aufgeworfen und Maßnahmen angemahnt hatte, hält noch weitere Abstimmung unter den Gastronomen für notwendig. „Ich möchte einen Leitfaden ausarbeiten, der für alle gilt“, sagte er gegenüber dem WA. „Wir brauchen verbindliche Regeln, die sich nicht von Tür zu Tür ändern.“

Der "Pirates"-Wirt machte deutlich, dass auch – noch – ohne Funkvernetzung ein Kontakt zwischen den Betrieben gewährleistet sei. „Wir sind über die Sozialen Netzwerke und Telefon verbunden“, so Plaß. Er selbst lasse Leute auf der Straße stehen, die nicht in seine Gastronomie und zum Publikum passten. „Nach so vielen Jahren hat man einen Blick dafür. Für manche ist hier kein Platz.“

Bei einer spektakulären Razzia waren Mitte November vier Meilen-Lokale geschossen und versiegelt worden.

Diese Lokale sind beteiligt:

Beteiligt an dem Funk-Netzwerk sollen das „Pirates“, der „King’s Pub“, das „Cheyenne“, „Podium“, „Havanna“ und möglicherweise noch ein weiterer Betrieb sein. Dass die Geräte noch nicht da seien, habe nichts mit Verharmlosung zu tun, sagte Plaß. Er unterstrich: „Hier ist eine Grenze deutlich überschritten worden.“

Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft dauern an. Zurzeit befinden sich Handys von Beschuldigten in der Auswertung. Die Polizei erhofft sich über Nachrichtenverkehre weitere Aufschlüsse.

Scharfe Kritik von Pro Hamm

Die Wählergruppe Pro Hamm hat das Thema „Entwicklung der Südstraße/Meile“ gestern in der Sitzung der Bezirksvertretung eingebracht. „Leider betrachten wir die Gesamtentwicklung des Straßenzugs in den letzten zwei Jahren mit wenigen Ausnahmen als negativ“, heißt es von Pro Hamm.

Das Beispiel am Standort des Ex-„Jonathan“, in dem eine weitere Shisha-Bar betrieben werden soll, unterstreiche, dass die Große Koalition an einer Lenkung von Betrieben an der Südstraße kein Interesse habe. Die anderen Fraktionen reagierten empört, ließen eine Prüfung durch die Verwaltung aber zu.

Night of the Pirates 3 im Pirates auf der Meile in Hamm

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