Unsere Serie „Was braucht Uentrop?“

Wie gut ist das Shoppen in Uentrop? Uentroper geben viel Geld woanders aus

Ziemlich heruntergekommen ist die alte Maxi-Center-Passage: Gutachter und Stadtplaner sehen beim Altbestand des Nahversorgungszentrums dringenden Optimierungsbedarf. Dazu müsste aber der Eigentümer mitmachen.
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Ziemlich heruntergekommen ist die alte Maxi-Center-Passage: Gutachter und Stadtplaner sehen beim Altbestand des Nahversorgungszentrums dringenden Optimierungsbedarf. Dazu müsste aber der Eigentümer mitmachen.

Die Nahversorgung ist an vielen Orten im Stadtbezirk Uentrop gut. Doch shoppen und bummeln ist nicht möglich, dafür fehlt die Vielfalt. Vor allem in ländlichen Bereichen gibt es Probleme. Wie gut lässt es sich in Uentrop einkaufen? Diskutieren Sie mit!

Uentrop – Der eine oder andere Modeladen macht einen Ort nicht gleich zur Shoppingmeile, aber manches Geschäft im Stadtbezirk Uentrop lädt zum Shoppen ein. Die Einkaufsmöglichkeiten im Maxi-Center gehen über die klassische Nahversorgung hinaus. Zwischen Alter Uentroper Weg und Ostwennemarstraße ist ein Ortszentrum wie kein weiteres in der Stadt Hamm entstanden. Und doch wünschen sich viele Bürger ein breiteres Angebote. Dennoch stellen sich Fragen wie: Welche Einkaufsmöglichkeiten fehlen im Stadtbezirk Uentrop? Oder ist alles gut so? Darum geht es im fünften Teil unserer Serie „Was braucht Uentrop?“

StadtbezirkUentrop
Einwohner27.118 (Stand: 31.12.2020)
Kaufkraft der Uentroper170,3 Millionen Euro (Stand: 2019)
Umsatz in Uentrop90,4 Millionen Euro (Stand: 2019)
Einzelhandelsfläche17.600 Quadratmeter (Stand: 2019)

Shoppen in Uentrop: Die Kaufkraft ist hoch, der Umsatz nicht

Eine Übersicht über die bisherigen Möglichkeiten bietet die zweite Fortschreibung des Einzelhandelsstandort-/ Zentrenkonzepts der Stadt. Die Ergebnisse lieferten die Gutachten von BBE-Handelsberatung Mitte 2019 ab.

Der Stadtbezirk Uentrop mit seinen etwas mehr als 27.000 Einwohnern bietet mit rund 17.600 Quadratmetern (Stand 2019) vergleichsweise wenig Verkaufsfläche. Der Umsatz in den Uentroper Geschäften liegt mit 90,4 Millionen Euro deutlich unter der Kaufkraft der Uentroper, die die BBE-Handelsberatung auf 170,3 Millionen Euro taxiert. Mit einem Verhältnis von Umsatz zu Kaufkraft von 53 Prozent liegt Uentrop stadtweit an zweitletzter Stelle - die Uentroper geben also einen vergleichsweise großen Teil ihres Geldes nicht im Bezirk aus.

Das liegt vor allem daran, dass große Verkaufsstellen wie Möbel- und Baumärkte fehlen. Bezogen aber auf die Einzelhandelsstruktur und die Nahversorgung liegt das Verhältnis bei 73 Prozent, was wiederum kein schlechter Wert ist.

Einkaufen im Bezirk Uentrop: Das Maxi-Center, Frequenzbringer und Sorgenkind

Das Maxi-Center in Werries ist von zentraler Bedeutung. Es erfüllt seine Versorgungsfunktion „sehr gut“, sagen die Gutachter. Es entstand in 1980er Jahren und wuchs 2007 mit dem Komplex der Arena, wo Edeka, Aldi, Lidl, Takko oder Mode Deppenkemper und die Eisdiele zu finden sind. Neben der Nahversorgung hat das Einkaufszentrum Anbieter mit Strahlkraft über den Bezirk hinaus, wie Sport Deppenkemper oder das Systemhaus Maxi-Computer.

Optimierungsbedarf sehen die Gutachter und Stadtplaner vor allem im nördlichen, älteren Teil mit seinen kleinteiligen Strukturen. Problemkind ist seit Jahren die ursprüngliche Maxi-Center-Passage, die dem ganzen Einkaufszentrum den Namen gegeben hat. Auffälligstes Kennzeichen ist der seit fast zehn Jahren unübersehbare Leerstand der ehemaligen „Ihr Platz“-Filiale. In die Kritik kam der Eigentümer jüngst durch die illegale Wohnvermietung im Haus und den Wasserschaden, durch den das Ladenlokal von Ernsting’s family überflutet worden war.

Die Gutachter empfehlen Problemlösungen für den Altbestand, eine westliche Erweiterung im Bereich der Sparkasse, eine Optimierung der Parkplätze sowie einen Fokus auf Gastronomie, Kultur und Freiraumplanung. Mit dem Konzept zur „Neuen Mitte“ und dem gestarteten Wettbewerb zur „Grünen Umweltachse“ ist die Weiterentwicklung angestoßen. Mehr dazu erklärte uns Stadtbaurat Andreas Mentz in einem Interview.

Einkaufen im Bezirk Uentrop: Die Versorgung Osten

Mit dem Supermarkt (Penny) ist am Alten Uentroper Weg /Ecke Papenweg in den 1990er Jahren ein Grundversorgungsstandort entstanden. Er bietet mehr, als der Begriff vermuten lässt. Er hat sich zu einem kleinen Zentrum entwickelt. Bäckerei-Filiale, Reisebüro, Apotheke, Deko-Geschäft, Bank-Filiale, Pizzeria, Tankstelle, zwei Fitness-Studios und mehr sorgen für eine starke Besucherfrequenz. So ist die Angebotsvielfalt über die Nahversorgung hinaus gewachsen. Zudem liegen ein Fahrrad- und ein Getränkemarkt in der Nähe sowie etwas weiter ein Blumengeschäft.

Einkaufen im Bezirk Uentrop: Versorgung in Ostwennemar und in der Mark

Lange Zeit brodelte die Gerüchteküche, wer den Supermarkt-Standort an der Wiesenstraße/Ecke Ostwennemarstraße wieder mit Leben füllt. Die Menschen im Umfeld wünschten eine Einkaufsmöglichkeit für den täglichen Bedarf. Der Bauboom in der Nähe untermauerte die Forderung. Drei Jahre nach der Schließung des Rewe-Marktes brachte der Discounter Netto im Herbst 2019 die Grundversorgung zurück. Nur die Bäckerei-Filiale ist durchgängig am Standort verblieben.

Mit dem Neubaugebiet Grüne Mark entstand vor 16 Jahren das Nahversorgungszentrum an der Karl-Mecklenbrauck-Straße/Marker Dorfstraße. So gut, wie der Supermarkt (zunächst Plus, heute Netto) auch frequentiert war, die kleineren Geschäfte und das Restaurant im rückwärtigen Bereich taten sich schwer. Der Gebäudeteil wurde vor zwei Jahren abgerissen, der Supermarkt saniert und erweitert. Bäckerei-Fililale, Lotto-Toto und Friseur ergänzen die Grundversorgung.

Schwierig: Einkaufen auf dem Land

Die Grundversorgung auf dem Lande ist fast nicht vorhanden. Einwohner des Uentroper Dorfes fordern seit Jahren einen Supermarkt. Die Standortsuche mit Blick auf die Kundenfrequenz ist problematisch. Im Dorf ist allein der Getränkehandel/Landhandel Wiesendahl geblieben, der Aufgaben der Grundversorgung erfüllt.

Im Stadtbezirk halten sich einige Geschäfte auch ohne eine Art von Einkaufszentrum. Nördlich der Zechenkolonie Maximilian sind traditionell Läden verblieben. Die Buchhandlung Harms hat sogar ein Alleinstellungsmerkmal im Stadtbezirk. Auch andere Händler sind spezialisiert, wie das Nähzentrum Aufermann am Alten Uentroper Weg mit seinem regionalen Kundenkreis oder das Einrichtungshaus Wagner an der Soester Straße. Apothekenstandorte wie dort und an der Ostenallee lassen sich auch ohne weitere Versorger betreiben, wie auch Friseur-Salons und Bäckerei-Filialen in Wohngebieten.

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Mehr zum Thema lesen Sie in der Print-Ausgabe des Westfälischen Anzeigers vom 27. Mai. Der nächste Schwerpunkt unserer Serie „Was braucht Uentrop?“ erscheint am 10. Juni im Print und Online. Dann geht es um das Thema Bildung im Bezirk..

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