Leitender Mitarbeiter zahlt Ex-Kollegin 8000 Euro

Sexuelle Übergriffe in der Hammer Stadtverwaltung?

Rathaus der Stadt Hamm Symbolbild
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Auch gegen die Stadt Hamm (hier das Rathaus) klagte die frühere Mitarbeiterin der Verwaltung.

Weil sie sich von einem Kollegen sexuell belästigt fühlte, hat eine frühere Mitarbeiterin der Hammer Stadtverwaltung diesen verklagt. Am Ende floss Geld.

Hamm - Wenn ein Chef einer seiner Mitarbeiterinnen an die Wäsche geht, dann ist das nicht nur äußerst ungehörig, sondern bisweilen auch ein Fall für die Justiz. Genau um einen solchen hätte es am heutigen Freitag vor dem Arbeitsgericht gehen sollen. Ein leitender Mitarbeiter der Hammer Stadtverwaltung sah sich des Vorwurfs der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz ausgesetzt.

Ob gerechtfertigt oder nicht: Angesichts der exponierten Position des Mannes hätte dies durchaus heikel für ihn und die (alte) Stadtführung werden können. Der Auftritt vor Gericht wurde ihm aber erspart, denn das Verfahren wurde Mitte November durch einen Vergleich beendet, wie jetzt erst bekannt wurde.

Geklagt hatte eine 39-jährige Ex-Mitarbeiterin aus dem Hammer Rathaus. Im Juni 2020 hatte sie die Klage eingereicht, kurz nachdem sie bei der Stadt gekündigt und andernorts eine neue Stelle angetreten hatte. Am 10. August war es – wie bei solchen Verfahren üblich – zunächst zum Gütetermin vor dem Hammer Arbeitsgericht gekommen. In einem solchen wird ausgelotet, ob eine außergerichtliche Einigung der Parteien möglich ist. Der WA erfuhr erst im Nachhinein von diesem Termin und dem Verfahren an sich.

Gewisse „Berührungen“ am Arbeitsplatz

Wie Arbeitsgerichtsdirektorin Silke Vaupel dann Anfang September auf Nachfrage mitteilte, soll es laut der Klägerin im Jahr 2018 zu zwei Vorfällen am Arbeitsplatz gekommen sein. Es habe sich um „Berührungen“ gehandelt – welcher Art, wurde von Vaupel nicht näher ausgeführt. Die Klägerin habe auf ihren Wunsch das Arbeitsverhältnis beendet. Geklagt hatte sie gegen den leitenden Mitarbeiter und auch gegen die Stadt Hamm. Eine konkrete Entschädigungssumme habe sie nicht genannt, sondern diese ins Ermessen des Gerichts gestellt. Die Summe von 25.000 Euro hätte aber nicht unterschritten werden sollen.

Nach WA-Informationen flossen am Ende 8000 Euro an die Frau. Gezahlt hat dieses Geld allein der leitende Mitarbeiter. Zwischen den Parteien wurde Stillschweigen über die Inhalte des Vergleichs vereinbart.

Der leitende Mitarbeiter blieb während der Dauer des Verfahrens in seiner Position tätig und verbleibt dort auch weiterhin. Eine Strafanzeige gegen ihn – auch das wäre denkbar gewesen – wurde nicht gestellt.

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