Am Dortmunder Landgericht

"Angefasst": Angeklagter spricht von Lügen - und will sich dank Hypnose genau erinnern

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Mit einer blauen Kappe, einer schwarzen Sonnenbrille und einer weißen Atemschutzmaske betrat der Angeklagte zum Prozessauftakt im April zusammen mit seinem Verteidiger Norbert Velser das Dortmunder Landgericht.

Hamm/Dortmund - Der wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen angeklagte Geschäftsmann aus Hamm sieht sich als Opfer der Lügengeschichte eines eifersüchtigen Jungen. Dies erklärte der Angeklagte am Dienstag (26. Mai) vor dem Dortmunder Landgericht.

Der Junge sei damals in einen 14-jährigen Dauergast in seiner Anlage verliebt gewesen und habe deswegen „solch eine Geschichte gebracht“. Natürlich sei er selbst jetzt sauer, so der 56-Jährige: „Das ist schon der Hammer!“

Mithilfe einer „Rückholhypnose“ habe er sich an das erste sexuelle Erlebnis mit dem damals 14-Jährigen erinnern können, so der Angeklagte. Es sei geprägt gewesen von Freiwilligkeit des Jugendlichen, der den Kontakt zu ihm gesucht habe.

Immer wieder Sex-Treffen mit Minderjährigem

Immer wieder habe dieser in den Folgemonaten sexuelle Treffen mit dem Angeklagten auf dessen weitläufigem Anwesen gesucht. Ein offenbar verschwundener Chatverkehr könne das belegen.

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Die Mutter des Jungen schilderte als Zeugin, dass sie es nicht gerne gesehen habe, dass ihr Sohn sich über mehrere Monate im Jahr 2018 nahezu täglich auf dem Gelände des Angeklagten aufgehalten habe, von sexuellen Aktivitäten oder Übergriffen habe sie jedoch nichts mitbekommen oder erfahren.

Beziehung zwischen Mutter und Sohn belastet

„Wir beide hatten damals viel Stress, er kam auch mit meinem Freund nicht zurecht und fühlte sich auf dem Gelände des Angeklagten anscheinend sehr wohl“, erinnerte sich die mehrfache Mutter an seine häufige Abwesenheit.

Erst nach den Anschuldigungen eines anderen Jungen habe ihr Sohn schließlich auch gesagt, dass er von dem Angeklagten „sexuell angefasst“ worden sei. Sie erstattete Strafanzeige.

Opfer nach Taten lange in psychiatrischer Behandlung

Ihr Sohn sei im Anschluss daran mehrere Monate stationär in der Kinder-und Jugendpsychiatrie behandelt worden und habe mehrere Monate in einer Wohngruppe gelebt.

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Das Gericht kündigte an, dass das Strafverfahren noch sicherlich die nächsten Monate, eventuell sogar bis Weihnachten fortgeführt werde. Weiterverhandelt wird am 17. Juni.

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