Randalierer in Bockum-Hövel

Mann (50) nach stundenlangem SEK-Einsatz und Nacht in Psycho-Klinik schon wieder zuhause

Nach mehreren Stunden wurde der 50-Jährige aus seiner Wohnung geholt, nachdem er durch das SEK getasert worden war.
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Nach mehreren Stunden wurde der 50-Jährige aus seiner Wohnung geholt, nachdem er durch das SEK getasert worden war.

Der Mann, der am Samstag in Hamm-Bockum-Hövel vom SEK per Elektroschock überwältigt wurde, ist mittlerweile wieder zuhause. Es sind neue Details bekannt.

Hamm – Ein 50-Jähriger Mann aus Hamm hatte am Samstag für einen mehrstündigen, Aufsehen erregenden SEK-Einsatz im Kleinweg in Bockum-Hövel gesorgt. Er war im Besitz mehrerer Waffen und wurde am Ende von Spezialkräften per Elektroschockpistole überwältigt. Nach einem nächtlichen Aufenthalt in der LWL-Klinik saß er am Sonntagvormittag schon wieder in seiner Wohnung.

StadtHamm
Fläche226,3 km²
Bevölkerung179.111 (2019)

SEK-Einsatz in Hamm: 50-Jähriger auf Balkon getasert

Exakt um 19.03 Uhr gab es am Samstagabend einen lauten Knall. Ein SEK-Spezialist hatte einen Taser auf den 50-Jährigen Randalierer abgefeuert, der auf seinem Balkon im Erdgeschoss stand. Danach wurde er von der Polizei überwältigt, ins Krankenhaus gebracht und der Spuk im Kleinweg war vorbei. Zuvor hatte sich dort über etliche Stunden ein nervenaufreibender Polizeieinsatz abgespielt.

Allein bis 12 Uhr tauchte die Polizei gleich viermal vor dem Mehrfamilienhaus auf. Immer wieder hatten sich Anwohner über zu laute Musik beklagt. Bei den ersten drei Besuchen reagierte der 50-jährige Verursacher des Lärms zwar nicht auf das Klopfen und Klingeln, immerhin regelte er nach Angaben eines Polizeisprechers aber die Lautstärke herunter.

Beim vierten Besuch dröhnte der Bass weiter. Deshalb öffnete gegen 12 Uhr ein Schlüsseldienst im Auftrag der Polizei kurzerhand die Wohnung; die Beamten beschlagnahmten die Soundbox des 50-Jährigen.

SEK-Einsatz in Hamm: Alkoholisierter Randalierer hochgradig aggressiv

Trotzdem war noch nicht Ruhe: Gegen 14.45 Uhr randalierte der Mann – inzwischen alkoholisiert – im Treppenhaus und trat immer wieder gegen eine Wohnungstür. Als die Polizei wieder auf der Matte stand zog sich der 50-Jährige in seine Wohnung zurück und verhielt sich hochgradig aggressiv.

Weil die Polizisten bei den vorherigen Einsätzen mehrere Waffen in der Wohnung gesehen hatten – darunter einige Messer – entschieden sie sich, ein Spezialeinsatzkommando aus Münster hinzuzuziehen. Es war auch nicht klar, ob der Mann scharfe Waffen in seiner Wohnung hatte. Deshalb waren die Einsatzkräfte besonders vorsichtig. Um sich vor Stichverletzungen zu schützen trugen die Einsatzkräfte Kettenhemden. Auch Abstandsstöcke wurden eingesetzt.

Die Polizei versuchte über mehrere Wege, den Mann aus seiner Wohnung zu holen. Auch die Ex-Partnerin soll vor Ort gewesen sein, um ihn zur Aufgabe zu bewegen. All das nützte letztlich nichts. Um kurz nach 19.03 Uhr feuerten die Spezialeinsatzkräfte dann mit einem Taser auf den Mann, der zu diesem Zeitpunkt auf seinem Balkon im Erdgeschoss stand. Danach hatte die Polizei leichtes Spiel und führte den Mann durch das Treppenhaus ins Freie.

Mann entschuldigt sich auf Wache für sein Verhalten

Bei dem Zugriff wurde der 50-Jährige durch den Treffer mit dem Taser leicht verletzt. Er kam deshalb zunächst mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus. Nach einer ambulanten Behandlung konnte er das Krankenhaus aber noch am Abend wieder verlassen. Auf freiwilliger Basis wurde der dann für die Nacht in der LWL-Klinik in Hamm - einem psychiatrischen Krankenhaus -untergebracht.

Dort blieb er am Sonntag nicht lange. Schon um 10 Uhr holte er bei der Polizei seinen Wohnungsschlüssel ab, der von den Beamten in Verwahrung genommen worden war. Ob er auch seine Musikbox wiederbekommen hat, die Ruhestörer in der Regel am nächsten Tag ebenfalls zurückbekommen können, ist nicht bekannt. Immerhin habe sich der Mann für sein Verhalten auf der Wache entschuldigt, teilte ein Sprecher mit.

Warum der 50-Jährige austickte? Weiterhin unklar

Warum der 50-Jährige am Samstag letztlich austickte, ist noch nicht geklärt. In der Vergangenheit gab es allerdings schon mehrere Einsätze an dieser Stelle. Allein in der vergangenen Woche sind mehrere Besuche der Polizei protokolliert. Worum es dabei im Einzelnen ging, ist ebenfalls unklar. Geklärt wird auch noch, welcher Straftaten sich der Mann durch sein renitentes und aggressives Verhalten schuldig gemacht hat. Die erlaubnisrechtliche Prüfung der beschlagnahmten Waffen aus der Wohnung dauerte am Sonntag noch an.

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